Facharzttermine, Kassenpatienten

Facharzttermine: CSU und SPD fordern Zugang binnen drei Wochen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Politiker aus CSU und SPD reagieren auf Warnungen vor längeren Wartezeiten. Im Gespräch sind ein neutraler Zugang zu Online-Portalen und eine Versorgungsgarantie mit Ausweichmöglichkeit im Krankenhaus.

Terminvorgaben für gesetzlich Versicherte

  • Klaus Holetschek fordert Änderungen an Online-Portalen für die Vergabe von Facharztterminen.
  • Christos Pantazis verlangt einen Termin grundsätzlich innerhalb von drei Wochen.
  • Bei fehlendem Praxisangebot soll eine geeignete Krankenhausambulanz die Behandlung übernehmen.
Ärztehaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

CSU und SPD drängen auf gerechtere Facharzttermine

CSU und SPD wollen schnellere Facharzttermine für gesetzlich Versicherte erreichen. Klaus Holetschek und Christos Pantazis fordern angesichts drohender längerer Wartezeiten Gegenmaßnahmen.

Online-Portale sollen Versicherungsstatus ausblenden

Holetschek schlug vor, dass Online-Portale bei der Terminvergabe nicht mehr abfragen dürfen, ob ein Patient gesetzlich oder privat versichert ist. Aus seiner Sicht könnte sich die bestehende Ungleichheit durch beschlossene Sparmaßnahmen weiter verschärfen.

Pantazis verlangte ebenfalls Konsequenzen. Entscheidend für die Geschwindigkeit eines Termins müsse die medizinische Dringlichkeit sein, nicht der Versicherungsstatus.

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Termingarantie soll binnen drei Wochen gelten

Pantazis sprach sich für eine Termingarantie aus. Sein Vorschlag sieht grundsätzlich einen Facharzttermin innerhalb von drei Wochen vor; bei medizinischer Dringlichkeit soll es schneller gehen.

Kann eine niedergelassene Praxis den Termin nicht anbieten, soll eine geeignete Krankenhausambulanz die Behandlung übernehmen. Damit würde die Debatte über Wartezeiten mit der Frage verbunden, wie ambulante und stationäre Versorgung zusammenarbeiten.

Der Vorstoß von CSU und SPD fällt in eine Debatte über die künftige Organisation der ambulanten Versorgung. Kassenärztliche Verbände warnen vor längeren Wartezeiten für gesetzlich Versicherte, nachdem Einsparungen und neue Vorgaben für die Terminmeldung beschlossen wurden.

Im Zentrum steht der Zielkonflikt zwischen verbindlichem Zugang und begrenzten Kapazitäten. Eine Termingarantie könnte Patienten einen klaren Anspruch geben und die medizinische Dringlichkeit stärker zum Maßstab machen. Ohne zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten besteht jedoch das Risiko, dass Praxen Termine lediglich anders verteilen oder mehr Verwaltungsaufwand leisten.

Versorgung zwischen Anspruch und Kapazität

Holetscheks Vorschlag, den Versicherungsstatus bei Online-Portalen nicht mehr abzufragen, würde die digitale Terminvergabe verändern. Pantazis geht mit seinem Drei-Wochen-Modell weiter: Wenn eine niedergelassene Praxis keinen passenden Termin anbieten kann, soll eine Krankenhausambulanz einspringen.

Für Patienten wäre entscheidend, wie Dringlichkeit festgestellt wird, welche Fachrichtungen einbezogen werden und wer die Ausweichversorgung organisiert. Die Debatte betrifft damit nicht nur die Verteilung bestehender Termine, sondern auch die Frage, ob zusätzliche ambulante Kapazitäten finanziert und dauerhaft bereitgestellt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

SWR: „Fachärzte warnen vor Termin-Mangel: "In Zukunft noch weniger"“ (20.10.2026)

Der Beitrag ordnet die politische Forderung in die Warnungen der Kassenärzte ein und stellt deren Kritik an einer Termingarantie heraus. Anders als der dts-Anlass konzentriert er sich auf Kapazitäten, Vergütung und zusätzlichen bürokratischen Aufwand.

Tagesschau: „Kassenärzte sagen ab 2027 längere Termin-Wartezeiten voraus“ (20.10.2026)

Der Artikel berichtet über erwartete längere Wartezeiten und die geplanten festen Terminmengen. Er setzt einen anderen Schwerpunkt als die Forderungen von CSU und SPD und stellt die gegensätzliche Bewertung durch Ersatzkassen heraus.

Beide Beiträge verbinden die politische Debatte mit den Folgen für die ambulante Versorgung. Einigkeit besteht beim Konflikt um knappe Kapazitäten; offen bleibt, ob eine Garantie zusätzliche Termine schafft oder vor allem vorhandene Termine neu verteilt.

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