Peter Hermann tot: Jupp Heynckes trauert um seinen Freund
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJupp Heynckes trauert um seinen langjährigen Freund und Weggefährten Peter Hermann, der am Samstag im Alter von 74 Jahren an den Folgen der unheilbaren Nervenkrankheit ALS gestorben ist.
Heynckes spricht von einem tiefen Verlust
Heynckes schrieb in einem Gastbeitrag für das Fachmagazin „kicker“, seine Frau Iris und er hätten die Tränen nach der Todesnachricht nicht mehr aufhalten können. Worte könnten den Verlust nicht angemessen ausdrücken.
Bis zuletzt hielt Heynckes Kontakt zu Hermann. Vor etwa drei Monaten besuchte er ihn zum letzten Mal; anschließend schrieb er noch bis kurz vor dessen Tod mit ihm per WhatsApp.
„Brüder im Geiste“
Heynckes bezeichnete Hermann als seinen „ewigen“ Co-Trainer und als loyalen Partner auf Augenhöhe. Die beiden seien „Brüder im Geiste“ gewesen; Dissonanzen oder Streit habe es nie gegeben.
Hermann habe sein schweres Schicksal nie beklagt, schrieb Heynckes. Er sei für viele Spieler wichtig gewesen, ohne sich selbst wichtig zu nehmen.
Fast drei Jahrzehnte bei Bayer Leverkusen
Hermann arbeitete von 2009 bis 2011 mit Heynckes bei Bayer Leverkusen und von 2011 bis 2013 beim FC Bayern München zusammen. 2013 gewann das Duo mit den Münchnern das Triple aus deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. 2017/18 waren beide noch einmal für rund neun Monate gemeinsam beim FC Bayern aktiv.
Fast drei Jahrzehnte prägte Hermann den Fußball in Leverkusen. Er arbeitete dort als Interimscoach und Co-Trainer der Profimannschaft, trainierte die zweite Mannschaft und war als Scout tätig.
Viele Stationen im deutschen Fußball
Weitere Stationen waren unter anderem der FC Schalke 04, der Hamburger SV und zuletzt Borussia Dortmund. Außerdem arbeitete Hermann als Co-Trainer bei Junioren-Teams des Deutschen Fußball-Bundes.
Die Rolle des Co-Trainers
Peter Hermann steht exemplarisch für eine Funktion, die im Spitzenfußball sportlich erheblichen Einfluss haben kann, öffentlich aber meist im Hintergrund bleibt. Während der Cheftrainer taktische Entscheidungen und Medienauftritte prägt, arbeiten Co-Trainer häufig kontinuierlich mit Spielern, bereiten Trainingseinheiten vor und vermitteln zwischen Mannschaft und Trainerstab.
Hermanns Laufbahn verband mehrere Generationen und Vereine des deutschen Fußballs. Besonders eng war er mit Bayer Leverkusen verbunden, wo er über fast drei Jahrzehnte als Spieler, Trainer, Interimscoach und Scout tätig war. Seine Zusammenarbeit mit Jupp Heynckes beim FC Bayern fiel in die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte: 2013 gewann der Klub erstmals Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League in einer Spielzeit.
Erinnerung an einen stillen Erfolgsfaktor
Die Reaktionen aus Leverkusen, München, Dortmund und dem Deutschen Fußball-Bund machen deutlich, dass Hermann nicht nur wegen seiner fachlichen Arbeit geschätzt wurde. Hervorgehoben werden ebenso seine Loyalität, Empathie und die Fähigkeit, Spieler zu fördern, ohne selbst im Mittelpunkt stehen zu wollen.
Für den deutschen Fußball ist sein Tod deshalb mehr als der Abschied von einem früheren Assistenztrainer. Hermann gehörte zu jener Gruppe von Fachleuten, die langfristig Strukturen und Persönlichkeiten entwickeln, deren Beitrag aber in Erfolgsbilanzen selten sichtbar wird. Seine Karriere zeigt zugleich, wie stark Vereine, Trainer und Spieler über gemeinsame Arbeitsphasen hinweg verbunden bleiben können.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „„Ein Schock“: Fußball trauert um Co-Trainer-Ikone Hermann“ (20.09.2026)
Der Bericht hebe die sichtbare Trauer von Niko Kovac hervor und ordne Hermanns Bedeutung für den deutschen Fußball über seine Rolle beim FC Bayern hinaus ein. Er betone besonders Hermanns fast drei Jahrzehnte bei Bayer Leverkusen sowie seine bewusst zurückhaltende Arbeitsweise; zusätzlich werde an seine Stationen und den Abschluss seiner Karriere bei Borussia Dortmund erinnert.
Deutschlandfunk: „Fußball - Co-Trainer-Ikone Peter Hermann ist tot“ (20.09.2026)
Der Bericht bestätige den Tod des 74-Jährigen nach langer Krankheit und stelle seine zahlreichen Stationen bei Bayern München, Schalke, dem Hamburger SV und Borussia Dortmund heraus. Anders als der FOCUS-Bericht konzentriere er sich auf die biografische Einordnung und die besondere Verbindung zu Bayer Leverkusen, während persönliche Reaktionen und Gedenkszenen kaum Raum einnähmen.
Beide Berichte stimmten in den zentralen Angaben zu Hermanns Tod, seiner ALS-Erkrankung und seiner Bedeutung als Co-Trainer überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Der FOCUS schildere die emotionale Resonanz des Fußballumfelds, der Deutschlandfunk fasse Hermanns Laufbahn und Vereinsbindungen knapper zusammen.
