Alexander Dobrindt, Reichstag

Palästinenser-Flagge: Dobrindt nennt Reichstag-Aktion Provokation

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 19:10 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verurteilt den Flaggenwechsel vor dem Reichstag scharf und fordert besseren Schutz staatlicher Symbole. Der Staatsschutz ermittelt gegen den Kletterer und mögliche Unterstützer.

Ermittlungen nach Flaggenwechsel in Berlin

  • Ein 22-Jähriger kletterte am Sonntag vor dem Reichstag auf den Flaggenmast.
  • Zwei Männer im Alter von 20 und 32 Jahren sollen ihn dabei unterstützt haben.
  • Der Staatsschutz prüft mehrere mögliche Straftatbestände, darunter Hausfriedensbruch.
Alexander Dobrindt am 04.11.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Palästinenser-Flagge ersetzt Deutschlandflagge am Reichstag

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat das Hissen einer Palästinenser-Flagge vor dem Reichstag als „bewusste Provokation“ linker Chaoten kritisiert. Bei dem Vorfall am Sonntag sei die Deutschlandflagge durch eine palästinensische Flagge ersetzt worden, sagte Dobrindt der „Bild-Zeitung“ für deren Montagsausgabe.

Dobrindt fordert zusätzlichen Schutz

Der Bundesinnenminister bezeichnete die Aktion als „Akt der absoluten Respektlosigkeit und bewussten Provokation“. Es handle sich erkennbar um eine geplante Aktion, bei der mögliche weitere Beteiligte aus der „Palestinian-Chaoten-Szene“ ermittelt werden müssten.

Dobrindt forderte zugleich „ganz offensichtlich mehr Schutzmaßnahmen“, um staatliche Symbole für Freiheit und Demokratie vor gezielter Verächtlichmachung zu bewahren. Seine Äußerungen verbinden die politische Bewertung des Vorfalls mit der Forderung nach Konsequenzen für die Sicherung des Reichstagsgebäudes.

Polizei ermittelt gegen mehrere Beteiligte

Nach Angaben der Berliner Polizei kletterte ein 22-Jähriger am Sonntag gegen 11:30 Uhr auf den knapp 30 Meter hohen Flaggenmast am Platz der Republik. Er entfernte die sogenannte Flagge der Einheit, warf sie zu Boden und hisste an ihrer Stelle eine Palästinenser-Flagge.

Zwei weitere Männer im Alter von 20 und 32 Jahren sollen den Kletterer unterstützt haben. Der 22-Jährige blieb rund eine Stunde auf dem Mast und kam anschließend selbstständig wieder herunter. Die Feuerwehr entfernte die Palästinenser-Flagge.

Staatsschutz prüft mehrere Tatbestände

Der 22-Jährige blieb zunächst festgesetzt. Die beiden anderen Männer wurden nach der Feststellung ihrer Personalien entlassen und erhielten einen Platzverweis.

Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, eines Verstoßes gegen das Berliner Versammlungsfreiheitsgesetz sowie Hausfriedensbruchs.

Der Vorfall fällt in eine politisch aufgeladene Debatte über den Umgang mit Symbolen des Nahostkonflikts an zentralen Orten des Bundes. Vor dem Reichstagsgebäude hat die sogenannte Flagge der Einheit eine besondere staatspolitische Bedeutung; ihr Austausch gegen eine Palästinenser-Flagge macht die Aktion zugleich zu einem politischen Protest und zu einem Eingriff in ein geschütztes Symbol.

Nach den Angaben der Berliner Polizei kletterte ein 22-Jähriger am Sonntag gegen 11:30 Uhr auf den knapp 30 Meter hohen Mast, entfernte die Deutschlandflagge und hisste die palästinensische Flagge. Zwei Männer im Alter von 20 und 32 Jahren sollen ihn unterstützt haben. Der Kletterer blieb etwa eine Stunde auf dem Mast und wurde anschließend festgesetzt; die beiden anderen Männer erhielten nach der Identitätsfeststellung einen Platzverweis.

Ermittlungen und politische Folgen

Der Staatsschutz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, eines Verstoßes gegen das Berliner Versammlungsfreiheitsgesetz und Hausfriedensbruchs. Die rechtliche Bewertung hängt davon ab, welche Tatbestände sich im weiteren Verfahren konkret nachweisen lassen.

Für die Sicherheitsdebatte ist entscheidend, dass der Mast trotz seiner Höhe erreicht werden konnte. Dobrindts Forderung nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen zielt deshalb nicht nur auf die Strafverfolgung der Beteiligten, sondern auch auf den Schutz staatlicher Einrichtungen und Symbole vor vergleichbaren Aktionen. Zugleich dürfte der Vorgang die Auseinandersetzung darüber verschärfen, wo politischer Protest endet und die gezielte Verächtlichmachung staatlicher Symbole beginnt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Mann hisst Palästinenser-Flagge vor Berliner Reichstagsgebäude“ (08.11.2026)

Der Beitrag bestätigt den Austausch der Deutschlandflagge gegen eine Palästinenser-Flagge und stellt die Ermittlungen des Staatsschutzes in den Mittelpunkt. Anders als die dts-Meldung, die Dobrindts politische Bewertung hervorhebt, beschreibt er vor allem den Ablauf, die drei Beteiligten und die mutmaßlichen Straftatbestände.

Frankfurter Rundschau: „Palästina-Flagge vor dem Reichstag: Aktivist klettert auf den Mast“ (08.11.2026)

Der Artikel bestätigt die Kletteraktion, die vorübergehende Festsetzung und die Ermittlungen. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die politische Motivation der beteiligten Gruppe und auf die öffentliche Reaktion vor Ort; offen bleibt, wie die Ermittlungen rechtlich ausgehen.

Übereinstimmend wird der Flaggenwechsel als gezielte Aktion mit anschließenden Ermittlungen beschrieben. Die dts-Meldung konzentriert sich auf Dobrindts Vorwurf einer Provokation, während die anderen Beiträge Ablauf, Beteiligte und Protestmotiv stärker ausführen.

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