Michael Mronz, DOSB-Präsidentschaft

Olympia-Bewerbung München: Mronz verspricht als DOSB-Chef mehr Einfluss

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

IOC-Mitglied Michael Mronz sieht als möglicher neuer DOSB-Präsident bessere Chancen für die deutsche Bewerbung um Olympische Sommerspiele in München. Zugleich wirbt der Sportmanager für Reformen im Dachverband und Digitalisierung als mögliches Olympia-Erbe.

Michael Mronz wirbt für seine Wahl zum DOSB-Präsidenten. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
Michael Mronz wirbt für seine Wahl zum DOSB-Präsidenten. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa

IOC-Mitglied Michael Mronz verbindet seine Kandidatur für das Präsidentenamt des Deutschen Olympischen Sportbunds mit dem Ziel, die Münchner Bewerbung um Olympische Sommerspiele international zu stärken.

Mronz will deutschen Auftritt stärken

Als IOC-Mitglied und Präsident eines nationalen Dachverbandes habe man einen kraftvolleren Auftritt in der internationalen Sportwelt, sagte der 59-Jährige in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Deutschland müsse im Rennen um die Sommerspiele international deutlich stärker und präsenter auftreten.

Seine Kandidatur habe eine nationale und eine internationale Dimension, erklärte Mronz. Der organisierte deutsche Sport müsse entscheiden, ob er den Modernisierungs- und Reformprozess im DOSB vorantreiben und zugleich die Olympia-Bewerbung stärken wolle.

Widerstand gegen Mronz

Mronz ist seit drei Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und will Nachfolger von DOSB-Präsident Thomas Weikert werden. Weikert tritt im Dezember nicht erneut an.

Eine Findungskommission des deutschen Sports schlug Mronz für das Amt vor. Hinter den Kulissen gab es jedoch Widerstand gegen ein Aufrücken des Geschäftsführers der Aachener Reitturnier GmbH. Bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihr Interesse erklären.

Reformen und Olympia-Bewerbung

Mronz betonte, er strebe das Amt nicht wegen eines neuen Titels an, sondern wegen einer politischen und organisatorischen Idee. Der DOSB müsse sich stärker als Dienstleister für die Säulen des Sports aufstellen und die Interessen des Sports wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Eine starke Olympia-Bewerbung bezeichnete er als einen Kernpunkt seines Programms. Deutschland sei bei Bewerbungen um Sommerspiele so weit wie seit den Spielen 1972 nicht mehr, dies dürfe aber nicht als Selbstläufer betrachtet werden.

Digitalisierung als mögliches Olympia-Erbe

Olympische Spiele in München könnten nach Mronz’ Vorstellung auch die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben. Er verwies in diesem Zusammenhang auf einen Austausch mit Digitalminister Karsten Wildberger.

Eine Kandidatur mit doppelter Zielsetzung

Michael Mronz verbindet seine Bewerbung um das DOSB-Präsidentenamt mit der deutschen Bewerbung um Olympische Sommerspiele. Der Sportmanager ist seit drei Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und könnte damit eine institutionelle Doppelrolle im deutschen Sport einnehmen.

Für die Münchner Bewerbung wäre ein stärkerer internationaler Auftritt besonders relevant, weil die Vergabe von Olympischen Spielen nicht allein von sportlichen Anlagen oder Konzepten abhängt. Kontakte zu internationalen Sportverbänden, politische Unterstützung und die Fähigkeit, ein geschlossenes nationales Bild zu vermitteln, gehören ebenfalls zu den Faktoren eines solchen Verfahrens.

Entscheidung über den Kurs des DOSB

Im DOSB steht zugleich eine Richtungsentscheidung an. Amtsinhaber Thomas Weikert tritt im Dezember nicht erneut an; bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihr Interesse erklären. Damit geht es neben der Personalfrage auch um den künftigen organisatorischen Kurs des Dachverbands.

Mronz stellt dabei einen Reformansatz in den Mittelpunkt: Der DOSB solle stärker als Dienstleister für die verschiedenen Säulen des Sports arbeiten und deren Interessen sichtbarer vertreten. Das könnte die Akzeptanz innerhalb des organisierten Sports beeinflussen, setzt aber voraus, dass unterschiedliche Interessen von Vereinen, Verbänden und Leistungssport gemeinsam gebündelt werden.

Olympia als Modernisierungsprojekt

Mit der Digitalisierung nennt Mronz zudem ein Thema, das über den Sport hinausweist. Eine Münchner Bewerbung könnte nach seiner Vorstellung Impulse für digitale Infrastruktur und Verwaltungsabläufe geben. Ob daraus ein konkreter politischer Nutzen entsteht, hängt von der Ausgestaltung der Bewerbung und der Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Kommunen ab.

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