Olympia-Bewerbung, München

Olympia-Bewerbung: München ist deutscher Kandidat für 2036, 2040 oder 2044

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 14:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

München wird deutscher Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Der DOSB setzte sich in Baden-Baden im Duell gegen Köln-Rhein-Ruhr durch – nun beginnt das internationale Auswahlverfahren.

  • Haben Grund zur Freude: Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - Bild: Marijan Murat/dpa
    Haben Grund zur Freude: Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Die deutsche Bewerbung stellt sich jetzt dem Auswahlverfahren des IOC. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Die deutsche Bewerbung stellt sich jetzt dem Auswahlverfahren des IOC. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • DOSB-Präsident Thomas Weikert (r) lobt den langen Auswahlprozess. - Bild: Marijan Murat/dpa
    DOSB-Präsident Thomas Weikert (r) lobt den langen Auswahlprozess. - Bild: Marijan Murat/dpa
Haben Grund zur Freude: Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - Bild: Marijan Murat/dpa Die deutsche Bewerbung stellt sich jetzt dem Auswahlverfahren des IOC. - Bild: Marijan Murat/dpa DOSB-Präsident Thomas Weikert (r) lobt den langen Auswahlprozess. - Bild: Marijan Murat/dpa

München ist der deutsche Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.

Entscheidung in Baden-Baden

Die bayerische Landeshauptstadt setzte sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden gegen Köln-Rhein-Ruhr durch. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete das Ergebnis gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert.

Steinmeier bezeichnete die Bewerbung als „eine Riesenchance für ganz Deutschland“. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dankte für das Vertrauen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst gratulierte als einer der ersten, Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sprach von einer Zitterpartie.

München bei Bewertung knapp vorn

München galt vor der geheimen Abstimmung als Favorit. Die Evaluierungskommission des DOSB bewertete das Münchner Konzept knapp besser als den Vorschlag von Köln-Rhein-Ruhr.

Mit Ausnahme von Fußballspielen in Stuttgart und den Segelwettbewerben in Kiel sollen sämtliche Wettkämpfe in Bayern stattfinden. München will dabei unter anderem mit dem Olympiapark und bereits vorhandenen Sportstätten punkten.

1972 zuletzt Olympiastadt

Die Stadt könnte die Sommerspiele erstmals seit 1972 wieder nach Deutschland holen. Mehrere deutsche Bewerbungen um Sommer- und Winterspiele waren seitdem gescheitert.

Bei einer Bürgerbefragung im vergangenen Oktober stimmten in München rund zwei Drittel für die Olympia-Pläne. 2013 war eine Bewerbung für die Winterspiele 2022 dagegen an einem Bürgerentscheid gescheitert.

Berlin und Hamburg nicht mehr im Rennen

Neben München und Köln-Rhein-Ruhr hatten auch Hamburg und Berlin Bewerbungen vorbereitet. In Hamburg stimmte die Mehrheit bei einer Bürgerbefragung gegen das Olympia-Konzept. Berlin zog seine Bewerbung zwei Tage vor der DOSB-Abstimmung zurück.

Als Gründe galten die deutlich schwächere Bewertung durch die DOSB-Evaluierung und der politische Wechsel im Berliner Senat. Die Linke hatte die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen; ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp lehnt Olympia in Berlin ab.

Nächste Hürde ist das IOC

Für München und den DOSB beginnt nun der internationale Wettbewerb. Die deutsche Bewerbung muss dem Internationalen Olympischen Komitee Detailpläne und finanzielle Garantien vorlegen.

Die erste Vorauswahl für die Sommerspiele 2036 soll im März 2027 abgeschlossen sein. Strategische Verhandlungen sind bis Ende 2028 vorgesehen; die Entscheidung über den Austragungsort soll nach den weiteren IOC-Schritten Mitte 2029 fallen.

Als mögliche Konkurrenten gelten unter anderem Indien und Katar. In Europa prüfen zudem Budapest, Istanbul, Madrid, der Norden Großbritanniens und die Toskana eine Bewerbung. Der DOSB will unabhängig vom letztlich ausgewählten Jahr für 2036, 2040 oder 2044 vorbereitet sein.

Ein nationaler Schritt mit langer Vorgeschichte

Mit München steht erstmals seit Jahrzehnten wieder eine deutsche Stadt als offizieller Kandidat für Olympische und Paralympische Sommerspiele fest. Deutschland hat die Sommerspiele bislang zweimal ausgerichtet: 1936 in Berlin und 1972 in München. Die Spiele von 1936 wurden vom NS-Regime für Propaganda missbraucht; 1972 wurde das Sportfest durch den Anschlag auf das israelische Team überschattet.

Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund mehrerer gescheiterter Bewerbungen. Hamburg verabschiedete sich nach einem ablehnenden Bürgerentscheid, Berlin zog seine Kandidatur kurz vor dem DOSB-Votum zurück. München kann dagegen auf eine Bürgerbefragung mit deutlicher Zustimmung verweisen. Zugleich bleibt die Zustimmung politisch und gesellschaftlich eine zentrale Voraussetzung, weil die Bewerbung erhebliche Kosten, Infrastrukturentscheidungen und langfristige Garantien erfordert.

Internationale Konkurrenz und nächste Etappen

Der deutsche Kandidat muss sich nun im Dialogverfahren des IOC gegen internationale Interessenten behaupten. Für 2036 werden unter anderem Bewerbungen aus Indien, Katar und der Türkei erwogen. Die nächsten Sommerspiele finden 2028 in Los Angeles und 2032 in Brisbane statt; dadurch spielt bei der Vergabe auch die regionale Verteilung der Spiele eine Rolle.

Die IOC-Vorauswahl für 2036 soll im März 2027 abgeschlossen werden, die strategischen Gespräche bis Ende 2028 laufen. Die Entscheidung wird für 2029 erwartet. Für Leserinnen und Leser bedeutet Münchens Sieg deshalb zunächst keinen Zuschlag, sondern den Beginn eines mehrjährigen Wettbewerbs, in dem Finanzierung, Nachhaltigkeit, Verkehr und Akzeptanz weiter konkretisiert werden müssen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Deutsche Olympia-Bewerbung: Wer macht das Rennen?“ (26.09.2026)

Der FAQ-Beitrag ordne die Entscheidung in Baden-Baden als Auswahl des deutschen Kandidaten für 2036, 2040 oder 2044 ein und erläutere die Rolle der DOSB-Mitglieder. Anders als die aktuelle Meldung, die bereits den Münchner Sieg bilanziere, konzentriere sich der Beitrag auf das Verfahren, die internationale Konkurrenz und die weiteren IOC-Schritte.

Deutschlandfunk: „München oder Köln-Rhein-Ruhr? Entscheidung über deutschen Olympiabewerber“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige, dass Deutschland einen Kandidaten für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bestimmen wolle, und nenne München sowie Köln-Rhein-Ruhr als verbliebene Bewerber. Er setze einen breiteren Schwerpunkt auf die internationale Konkurrenz und verweise auf Indien, Katar und die Türkei; die endgültige Auswahl des deutschen Kandidaten sei zum Zeitpunkt der Sendung noch Thema der Entscheidung gewesen.

Beide Beiträge beschrieben den nationalen Auswahlprozess und die internationale Perspektive als nächste Hürde. Während der tagesschau-Artikel die Verfahrensdetails und historischen Rahmenbedingungen hervorhebe, stelle Deutschlandfunk stärker die konkurrierenden internationalen Interessenten heraus.

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