Olympia-Bewerbung: Berlin zieht vor DOSB-Entscheidung zurück
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBerlin zieht seine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zwei Tage vor der Entscheidung über den deutschen Kandidaten offiziell zurück.
Nur noch zwei Bewerber
Das verkündete der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Damit verbleiben für eine deutsche Bewerbung um die Spiele 2036, 2040 und 2044 nur noch München und Köln-Rhein-Ruhr.
Entscheidung am Samstag
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am Samstag den nationalen Bewerber bestimmen. Mit dem Rückzug Berlins reduziert sich die Auswahl unmittelbar vor der Entscheidung auf zwei Standorte.
Bewerbung mit mehreren Ländern
Berlin hatte sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele beworben. Der Rückzug beendet die Teilnahme der Hauptstadt an dem nationalen Auswahlverfahren.
Ein Rückzug mit politischem Vorlauf
Berlin hatte sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern im Konzept „Berlin+“ um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 beworben. Die Bewerbung verlor zuletzt politisch an Rückhalt: Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde der schwarz-rote Senat abgewählt; die wahrscheinliche neue Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp (Linke) hatte sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.
Auch sportpolitisch war Berlin zuletzt ins Hintertreffen geraten. Die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes bewertete München mit 87,03 von 100 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85,02 Punkten. Berlin erhielt 74,64 Punkte. Zwar galten alle drei Konzepte grundsätzlich als olympiatauglich, doch die Bewertung machte aus dem Verfahren zuletzt faktisch einen Zweikampf zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr.
Was nun auf dem Spiel steht
Mit dem Rückzug reduziert sich die Auswahl für die DOSB-Entscheidung am Samstag auf zwei Bewerber. München setzt auf ein konzentriertes Konzept, Köln-Rhein-Ruhr auf die Nutzung zahlreicher bestehender Sportstätten in 16 Kommunen. Beide Ansätze unterscheiden sich damit deutlich bei Infrastruktur, regionaler Verteilung und internationaler Wahrnehmung.
Für Berlin endet zugleich ein mehrjähriger Bewerbungsprozess. Die nationale Entscheidung bestimmt, welcher deutsche Standort anschließend in das internationale Auswahlverfahren des Internationalen Olympischen Komitees eintritt. Eine Vergabe der Spiele 2036 wird voraussichtlich erst 2029 entschieden; für 2040 und 2044 sind die internationalen Zeitpläne noch offen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Berlin zieht Olympia-Bewerbung zurück“ (23.09.2026)
Der Bericht bestätige den bevorstehenden Rückzug und ordne ihn in die politischen Rückschläge für die Berliner Bewerbung ein. Er hebe besonders den Machtwechsel im Abgeordnetenhaus und die ablehnende Haltung der designierten neuen Stadtspitze hervor; die nun erfolgte offizielle Entscheidung gehe über den dort zunächst beschriebenen angekündigten Rückzug hinaus.
Deutschlandfunk: „DOSB-Kommission sieht München knapp vor Köln, Berlin klar zurück“ (23.09.2026)
Der Beitrag bestätige die deutliche Bewertung zugunsten von München und Köln-Rhein-Ruhr und stelle die Punktabstände der DOSB-Evaluierung heraus. Anders als der Bericht zum Berliner Rückzug richte er den Schwerpunkt auf das bevorstehende Duell der verbliebenen Bewerber und betone, dass das Kommissionsvotum für die Abstimmung nicht bindend sei.
Beide Berichte stimmten darin überein, dass Berlin vor der nationalen Entscheidung aus dem Rennen ausscheide. Unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei den politischen Folgen einerseits und der sportfachlichen Bewertung andererseits; offen bleibe, welcher der beiden verbleibenden Bewerber den DOSB am Samstag überzeugen werde.
