Olympia-Bewerbung Berlin: Hauptstadt will Kandidatur zurückziehen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 16:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBerlin will seine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele nach dpa-Informationen wenige Tage vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über den nationalen Kandidaten zurückziehen.
Entscheidung des DOSB steht bevor
Über die deutsche Bewerbung soll der DOSB am 26. September entscheiden. Neben Berlin stehen München und die Region Köln-Rhein-Ruhr im Wettbewerb um die Kandidatur für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Mit dem geplanten Rückzug würde Berlin aus dem laufenden Auswahlverfahren ausscheiden. Zuerst hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) über die Entwicklung berichtet.
Berlin mit Partnern angetreten
Die Berliner Bewerbung war als länderübergreifendes Konzept angelegt. Zu den Partnern gehörten Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen; Leipzig war als Co-Gastgeber beziehungsweise Juniorpartner vorgesehen.
Die nationale Auswahl findet wenige Tage nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl statt. Die politische Unterstützung für die Olympia-Pläne war dabei zu einem zentralen Faktor geworden.
Rennen um deutsche Kandidatur
Der DOSB will mit der ausgewählten Bewerbung den deutschen Vorstoß beim Internationalen Olympischen Komitee vorantreiben. Die Spiele könnten 2036, 2040 oder 2044 in Deutschland stattfinden.
Politischer Rückhalt als entscheidender Faktor
Die Berliner Bewerbung steht nicht nur unter sportlichen, sondern vor allem unter politischen Vorzeichen. Nach der Abgeordnetenhauswahl ist die Unterstützung für das Vorhaben in der Hauptstadt deutlich unsicherer geworden. Linke und Grüne lehnen eine Olympia-Bewerbung ab, während die SPD die Pläne der bisherigen Landesregierung mitgetragen hatte.
Für den DOSB kommt der mögliche Rückzug wenige Tage vor der nationalen Kandidatenkür zu einem kritischen Zeitpunkt. Am 26. September soll in Baden-Baden zwischen Berlin, München und der Region Köln-Rhein-Ruhr entschieden werden. Die Evaluierungskommission bewertete München mit 87 von 100 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten besser als Berlin mit 74,6 Punkten. Das Votum der Kommission ist für die Mitgliederversammlung jedoch nicht bindend.
Folgen für die nationale Olympia-Strategie
Mit einem Rückzug würde Berlin aus dem laufenden Auswahlverfahren ausscheiden; der DOSB müsste die Entscheidung dann zwischen den verbleibenden Bewerbungen treffen. Für die Hauptstadt wäre damit auch das Konzept Berlin+ beendet, das mehrere ostdeutsche Partner einbezog. Für Leserinnen und Leser in Berlin geht es neben der internationalen Sportpolitik deshalb um eine grundsätzliche Frage der Stadtentwicklung: um Investitionen, Infrastruktur, Wohnungsmarkt und die langfristige Nutzung möglicher Sportstätten.
Der nationale Sieger soll Deutschland bei der Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten. Danach müsste der Kandidat dem Internationalen Olympischen Komitee detaillierte Pläne und finanzielle Garantien vorlegen.
