Olympia Berlin: Krach fordert von Merz klares Bekenntnis
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer SPD-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, richtet einen öffentlichen Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), sich klar für eine deutsche Olympiabewerbung mit Berlin als Austragungsort auszusprechen. Krach verlangt ein deutliches Bekenntnis dazu, dass Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2040 und 2044 in Berlin und weiteren ostdeutschen Bundesländern stattfinden sollen.
Krach pocht auf klares Signal aus Berlin
Zwar entscheide formal nicht die Politik über die Vergabe der Spiele, betonte Krach in einem Interview mit den Sendern RTL und ntv. Dennoch sei es aus seiner Sicht wichtig, dass der deutsche Bundeskanzler sich vor der anstehenden Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes eindeutig positioniere. Der DOSB will am 26. September über das weitere Vorgehen in der deutschen Olympiabewerbung beraten.
Osten und Hauptstadt im Fokus
Nach Auffassung des SPD-Politikers könnte Merz mit einem klaren Bekenntnis zeigen, dass er sowohl den Osten als auch Berlin stärkt. Krach kritisierte in diesem Zusammenhang, dass bislang ein großer Teil der Bundesmittel in Richtung München fließe. Es gehe ihm nicht allein um die Hauptstadt, sondern um eine Bewerbung, die explizit die ostdeutschen Bundesländer einbezieht und ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit und Investitionen verschaffen soll.
Olympische Spiele als Chance für Regionen
Mit seiner Forderung knüpft Krach die Debatte über eine Olympiabewerbung eng an Fragen der regionalen Gerechtigkeit und der Verteilung von Bundesgeldern. Eine mögliche Austragung der Spiele in Berlin und Ostdeutschland sieht er als Chance, strukturschwächere Regionen langfristig zu stärken und die Hauptstadt zugleich als internationalen Sportstandort weiter zu profilieren.
Die Forderung von Steffen Krach fällt in eine Phase, in der Deutschland über eine mögliche Rückkehr auf die Bühne der Olympischen Spiele nachdenkt. Der Deutsche Olympische Sportbund bereitet seit Längerem eine Grundsatzentscheidung vor, ob und wie sich Deutschland erneut um Sommerspiele bewerben soll, nachdem frühere Projekte etwa in Hamburg und München an Bürgerentscheiden gescheitert sind.
Olympia als Standort- und Regionalpolitik
Krach knüpft seine Unterstützung für eine Berliner Bewerbung eng an die Frage der regionalen Ausgewogenheit. Wenn er betont, dass nicht das gesamte Geld Richtung München fließen solle, nimmt er eine Debatte auf, die in Ostdeutschland seit Jahren geführt wird: Wahrscheinlichkeiten für große Investitionsprojekte werden oft als ungleich verteilt wahrgenommen. Eine Olympia-Bewerbung, die Berlin mit anderen ostdeutschen Bundesländern verbindet, soll dem entgegenwirken und den Osten sichtbarer machen.
Gleichzeitig wäre eine solche Bewerbung finanz- und gesellschaftspolitisch anspruchsvoll. Großprojekte wie Olympische Spiele erfordern hohe öffentliche Investitionen, langfristige Infrastrukturplanung und breite Akzeptanz in der Bevölkerung. In Berlin und den ostdeutschen Ländern stünde die Frage im Raum, wie bestehende Defizite – etwa bei Verkehr, Sportstätten oder Wohnraum – mit Olympia-Chancen so verknüpft werden können, dass nachhaltige Effekte entstehen.
Signalwirkung aus dem Kanzleramt
Die von Krach eingeforderte klare Position des Bundeskanzlers zielt weniger auf eine formale Einflussnahme, sondern auf die symbolische Unterstützung: Ein öffentliches Bekenntnis des Regierungschefs könnte Kommunen, Länder und Verbände motivieren, eine gemeinsame Linie zu finden. Zugleich würde es die Erwartung steigern, dass der Bund im Falle einer Bewerbung substanzielle finanzielle und politische Rückendeckung gibt. Für die Berliner Landespolitik ist die Debatte damit auch ein Test, wie stark sich der Bund für Hauptstadtprojekte und ostdeutsche Interessen einsetzen will.
