Polizei

Özdemir beklagt sich über die Diskriminierung von Migranten durch Polizeibeamte

27.06.2020 - 15:36:47

Der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat die vielen diskriminierenden Erfahrungen von Migranten mit Polizeibeamten beklagt.

Aufgrund der aktuellen Diskussionen über Rassismus und das Polizeiwesen sagte Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter der Grünen, gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" in den Ausgaben von Samstag: "Als ich im Jahr 1994 als Abgeordneter im Zug von Stuttgart nach Bonn gesessen habe, sind Polizeibeamte mit einem Schäferhund gekommen. Vor mir ist eine Gruppe mit Menschen, welche viel getrunken haben und mit Bierdosen um sich schmissen, gesessen, während ich lediglich die Zeitung gelesen habe. Das geht mir regelmäßig so.“

Er höre heute von Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund, dass diese Ähnliches erleben, wie er selbst zur damaligen Zeit, und das würde viel zerstören. Die Situation bei der Polizei sei zwar nicht mit derjenigen in den USA zu vergleichen und die Akzeptanz in Deutschland für die Polizeibeamten sei deutlich grösser, so der Grüne Politiker. Als Folge davon ergäbe sich jedoch daraus die Verantwortung, dass es auch dabei bleibt und könne nur dann funktionieren, wenn vorhandene Defizite klar genannt und aufgearbeitet würden. In Bezug auf Rassismus und Rechtsextremismus sei das bis zum Mord von Walter Lübcke viel zu häufig nicht erfolgt, weder nach den pogromartigen Angriffen von Lichtenhagen und Rostock, noch nach dem NSU-Skandal. Die Ermittlungen zu NSU würden einem fassungslos zurücklassen und sei auch heute noch mit Fragen behaftet, was mit Vorsatz oder Unfähigkeit erklärt werden könne. Auf jeden Fall ging dabei viel Vertrauen verloren. Cem Özdemir weiter: "Damit sind wir noch lange nicht am Ende mit den Reparaturarbeiten." In Bezug auf die Randalierer in Stuttgart sagte der Bundestagsabgeordnete weiter, dass bei einigen Jugendlich die Einstellung gegenüber Polizeibeamten verbessert werden müsse. Das gelte für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen und müsse für beide Konsequenzen haben. Gegenüber dem RND sagte Cem Özdemir, in Stuttgart seien ganze Lebenswerke und nicht "nur" Fensterscheiben in die Brüche gegangen. Aus diesem Grund müssten die Täter ermittelt und einer gerechten Strafe zugeführt werden. Denn alle Menschen hätten das Recht auf Sicherheit, was wiederum auch mit Gerechtigkeit zu tun habe. Es müsse erwähnt werden, dass am letzten Wochenende in Stuttgart nicht die Reichsten von den Reichen geplündert und Opfer von idiotischer Zerstörungsgewalt geworden sind, sondern vor allem die Besitzer von Geschäften

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Ever True Smile

@ ad-hoc-news.de