Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bekennt sich zu seinem Amt – Kanzlerfrage bleibt offen

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 22:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bekennt sich bei einer öffentlichen Veranstaltung zu seinem Amt in Düsseldorf, bleibt bei der Frage nach möglichen Kanzler-Ambitionen jedoch bewusst vage. Die CDU in Nordrhein-Westfalen steuert zugleich auf eine richtungsweisende Landtagswahl zu.

Wo immer er hinkommt, überall wartet auf Hendrik Wüst dieselbe Frage.  - Bild: Christoph Reichwein/dpa
Wo immer er hinkommt, überall wartet auf Hendrik Wüst dieselbe Frage. - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich bei einem Auftritt in Düsseldorf klar zu seinem Amt in NRW bekannt, zugleich aber Spielraum für seine politische Zukunft gelassen.

Auftritt beim Ständehaus-Treff der Rheinischen Post

Bei dem Gesprächsformat „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf wurde der CDU-Politiker direkt gefragt, ob er Bundeskanzler werden wolle. Wüst, der häufig als „Reserve-Kanzler“ der Union gehandelt wird, antwortete darauf: Er möchte Ministerpräsident bleiben. Auf die Nachfrage, ob dies „für immer“ gelte, reagierte der 51-Jährige mit der Formulierung „Soweit es geht“.

Landtagswahl im Blick und zurückhaltend zur Wahlkampfstrategie

In rund sieben Monaten steht in Nordrhein-Westfalen die nächste Landtagswahl an, bei der Wüst erneut als Spitzenkandidat seiner Partei antritt. Mit Blick auf den Wahlkampf zeigte er sich zurückhaltend: Auf die Frage, ob er Kanzler Friedrich Merz ähnlich wie die CDU in Sachsen-Anhalt im Landtagswahlkampf verstecken würde, ging Wüst nicht näher ein. Seine schwarz-grüne Landesregierung habe derzeit so viel Arbeit, dass er sich nicht mit Wahlkampfstrategien beschäftige, betonte der Chef des mitgliederstärksten CDU-Landesverbands.

Wüst über Motivation und Verantwortung in der Politik

Ausführlicher äußerte sich Wüst zu seiner grundsätzlichen Motivation für politische Arbeit. Er habe immer gerne Politik gemacht, sagte der Ministerpräsident, denn man könne Dinge verändern – und zwar zum Guten. Als früherer NRW-Verkehrsminister habe er erlebt, wie sehr es auf die verantwortliche Person ankomme. Es motiviere ihn, einen Beitrag zu leisten, damit sich etwas zum Positiven bewege.

Engagierte Mitstreiter im Regierungsteam

Wüst hob zudem hervor, dass er sich über Mitstreiter freue, die ähnliche Erfahrungen gemacht hätten. Viele dieser Personen könnten in anderen Bereichen mehr Freizeit haben oder mehr Geld verdienen, entschieden sich aber bewusst für politische Arbeit. Aus Sicht des Ministerpräsidenten zeigt dies, dass Einsatz und Anstrengung sich lohnen und dass seine Regierungsmannschaft bereit ist, Verantwortung für das Land zu übernehmen.

NRW vor wichtiger Landtagswahl

Die Äußerung Hendrik Wüsts fällt in eine Phase, in der Nordrhein-Westfalen sich auf die nächste Landtagswahl im Frühjahr 2027 vorbereitet. In Umfragen liegt die CDU aktuell vor der SPD, muss sich aber mit einer erstarkten AfD und kritischen Stimmen aus der Opposition auseinandersetzen. Die schwarz-grüne Koalition steht unter Druck, ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, während zugleich bundespolitische Debatten um Kanzler Friedrich Merz die Atmosphäre prägen.

Rolle Wüsts in der bundesweiten CDU-Debatte

Bundesweit wird Wüst seit einiger Zeit als möglicher Nachfolger von Kanzler Merz diskutiert. Analysen verweisen darauf, dass mehrere Namen im Raum stehen, darunter neben Wüst auch Markus Söder und andere Unionspolitiker. Berichte betonen, Wüst sei für viele in der CDU eine vergleichsweise moderate und pragmatische Figur, die als Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslands wichtige Verwaltungserfahrung gesammelt habe. Zugleich wird hervorgehoben, dass ein Wechsel nach Berlin eine Lücke in Düsseldorf hinterließe und Wüst vor der Herausforderung stünde, seine Hausmacht in NRW zu sichern, bevor er über bundespolitische Schritte nachdenken könnte.

Zwischen Landesverantwortung und Kanzlerfrage

Vor diesem Hintergrund wirken Wüsts Aussagen wie der Versuch, die Balance zwischen Loyalität zum Kanzler, Verantwortung für NRW und eigenen Optionen zu halten. Wenn er betont, Ministerpräsident bleiben zu wollen und dabei „soweit es geht“ ergänzt, signalisiert er Kontinuit und Stabilität für das Land, ohne sich für künftige Entwicklungen festzulegen. Für die Bürgerinnen und Bürger in NRW ist vor allem relevant, dass die Landesregierung weiterhin an konkreten Projekten arbeitet – von Infrastruktur und Verkehr über Wirtschaft und Sicherheit bis zur Bewältigung gesellschaftlicher Spannungen –, während die Frage nach möglichen Kanzlerrochaden in Berlin im Hintergrund bleibt.

Disclaimer...

de | politik | 70147023 |