Nina Hauer soll bpb-Präsidentin im Bundeskabinett werden
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:12 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie ehemalige Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Hauer, soll neue Präsidentin der Bundeszentrale für politische Bildung werden. Den Vorschlag soll Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in das Bundeskabinett einbringen, das abschließend über die Berufung entscheidet.
Koalition verständigte sich auf Personalie
Nach Angaben aus Regierungskreisen ist die Personalie koalitionsintern geeint. Die SPD hat innerhalb der Bundesregierung das Vorschlagsrecht, der formelle Vorschlag soll jedoch durch den Bundesinnenminister erfolgen.
Hauer ist 58 Jahre alt und gehörte von 1998 bis 2009 dem Deutschen Bundestag an. Vor ihrer politischen Laufbahn arbeitete sie als Lehrerin und kehrte später in den Schuldienst zurück.
Erfahrung in Schule und politischer Bildung
Seit 2017 leitet Hauer eine Oberschule in Berlin. Außerdem gehört sie seit 2020 dem Qualitätsbeirat der Berliner Bildungssenatorin an. Mit ihrer Berufung würde erstmals eine Frau die Bundeszentrale für politische Bildung führen.
Die demokratische Gesellschaft stehe angesichts extremistischer Bedrohungen aus dem Inneren und Desinformation von außen unter Druck, hieß es aus Regierungskreisen. Deshalb seien politische Teilhabe und eine starke demokratische Zivilgesellschaft besonders wichtig.
Mehrere Wechsel an der Behördenspitze
Der langjährige Präsident Thomas Krüger (SPD) war im September 2025 nach 25 Jahren Amtszeit in den Ruhestand gegangen. Am 1. März übernahm der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix den Posten, sein Stellvertreter wurde der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich.
Rix legte das Amt Ende Juli aus persönlichen Gründen nieder. Die über 400 Beschäftigten der Behörde mit der Zentrale in Bonn und Außenstellen in Berlin und Gera sind zudem von personellen Vakanzen und internen Umstrukturierungen betroffen.
Debatte über künftige Ausrichtung
Innerhalb der Behörde gibt es nach Darstellung aus Regierungskreisen die Erwartung, dass sie unter Dobrindt und Ullrich einen stärker konservativ geprägten Kurs einschlagen könnte. Die politische Ausrichtung der bpb und die Folgen der personellen Wechsel sorgen deshalb intern für Verunsicherung.
Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine nachgeordnete Behörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums. Sie stellt Informationen und Bildungsangebote zu politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen bereit und richtet sich dabei an Schulen, Bildungseinrichtungen sowie die interessierte Öffentlichkeit.
Die geplante Berufung fällt in eine Phase mehrerer Wechsel an der Spitze. Nach dem Ruhestand von Thomas Krüger im September 2025 übernahm Sönke Rix am 1. März die Präsidentschaft, legte das Amt jedoch Ende Juli aus persönlichen Gründen wieder nieder. Volker Ullrich führt die Behörde seither als Stellvertreter. Mit mehr als 400 Beschäftigten und Standorten in Bonn, Berlin und Gera betrifft die Besetzung nicht nur eine einzelne Führungsposition, sondern auch die strategische Ausrichtung einer bundesweit tätigen Institution.
Politische Bildung im Spannungsfeld
Die Personalie erhält zusätzliches Gewicht, weil politische Bildung derzeit unter widersprüchlichen Erwartungen steht. Die bpb soll demokratische Teilhabe fördern, gegen Extremismus und Desinformation widerstandsfähig machen und zugleich parteipolitisch unabhängig arbeiten. Eine Schulleiterin mit parlamentarischer Erfahrung verbindet praktische Bildungsarbeit mit Kenntnissen des politischen Betriebs.
Für die Behörde wird entscheidend sein, ob die neue Leitung nach der formellen Kabinettsentscheidung schnell für Stabilität sorgt und wie sie Prioritäten bei digitalen Angeboten, schulischer Demokratiebildung und der Auseinandersetzung mit Desinformation setzt. Dass erstmals eine Frau an die Spitze rücken soll, wäre zudem ein sichtbarer personeller Wechsel in einer Institution, deren Arbeit stark auf öffentliche Akzeptanz und Vertrauen angewiesen ist.
