Niedrigwasser, Lkw-Fahrverbot

Niedrigwasser: Bilger kündigt weitere Lkw-Ausnahmen an

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 06:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will Unternehmen wegen der niedrigen Pegelstände länger entlasten. Die Ausnahmen sollen Transporte auffangen, die auf den Flüssen nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.

Bilger kündigt weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw an
Lkw (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat wegen der sinkenden Pegelstände an deutschen Flüssen weitere Ausnahmen vom Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw angekündigt. Die Regelungen sollen über Ende September hinaus ermöglichen, Güter auf der Straße zu transportieren, die wegen des Niedrigwassers nicht oder nur eingeschränkt über Wasserstraßen befördert werden können.

Minister prüft Verlängerung mit den Ländern

„Die Lage ist weiterhin sehr angespannt. Es hat erneut zu wenig geregnet, und die Wasserstände sind weiterhin sehr niedrig“, sagte Bilger dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Gemeinsam mit seinen Länderkollegen prüfe er, wie sich die notwendige Flexibilität für Unternehmen über September hinaus sicherstellen lasse.

Die meisten bisherigen Ausnahmeregelungen sollten ursprünglich Ende September auslaufen. Bilger bezeichnete die Sonderregelungen als notwendige Hilfe für die Unternehmen in der außergewöhnlichen Situation, zugleich aber nicht als Dauerlösung.

Mehr Kapazitäten auf der Schiene geplant

Nach den Worten des Ministers sollen zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene geschaffen werden. Langfristig müsse dafür gesorgt werden, dass Wasserstraßen und Binnenschifffahrt besser mit solchen Niedrigwasserlagen umgehen können.

Für den Gütertransport sind neben dem Rhein auch Elbe, Donau, Main und Mosel von Bedeutung. Die angekündigten Ausnahmen sollen verhindern, dass Lieferungen wegen der eingeschränkten Binnenschifffahrt verzögert werden.

Das Niedrigwasser trifft einen zentralen europäischen Verkehrsweg. Der Rhein verbindet wichtige Industrie- und Logistikstandorte mit den Seehäfen; sinkende Pegelstände begrenzen deshalb nicht nur die Schifffahrt, sondern erhöhen auch den Druck auf Straße und Schiene.

Bei geringer Fahrrinnentiefe können Frachtschiffe weniger Ladung aufnehmen. Dadurch müssen Unternehmen Transporte auf mehrere Schiffe oder andere Verkehrsträger verteilen. Das verlängert Lieferketten und kann zusätzliche Kosten verursachen. Die Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot sollen kurzfristig verhindern, dass Güter wegen des eingeschränkten Wassertransports liegen bleiben.

Niedrigwasser belastet mehrere Verkehrswege

Die aktuelle Entwicklung am Rhein verdeutlicht die Größenordnung der Belastung: In Köln wurde ein neuer Tiefstand von 40 Zentimetern gemessen, für die laufende Woche wurde ein weiterer Rückgang prognostiziert. Auch bei Kaub sank der Pegel zeitweise unter null; dort wurde der Fährbetrieb eingestellt.

Die politische Reaktion verbindet kurzfristige Krisenhilfe mit längerfristigen Infrastrukturfragen. Zusätzliche Lkw-Fahrten entlasten die Lieferketten, erhöhen aber zugleich die Beanspruchung der Straßen. Der angekündigte Ausbau von Schienenkapazitäten soll deshalb eine zweite Ausweichmöglichkeit schaffen. Dauerhaft geht es darum, Wasserstraßen, Schiffe und Logistikplanung widerstandsfähiger gegen wiederkehrende Niedrigwasserphasen zu machen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Niedrigwasser im Rhein bei Köln Pegel auf Rekordtief - Lkw-Fahrverbot in NRW bleibt ausgesetzt“ (28.09.2026)

Der Beitrag bestätigt die anhaltende Aussetzung des Lkw-Fahrverbots in Nordrhein-Westfalen und ordnet sie mit dem Kölner Pegelstand von 40 Zentimetern ein. Im Mittelpunkt stehen zusätzlich die eingeschränkte Beladung von Frachtschiffen, Probleme für Fähren und die Ursachen aus Trockenheit sowie geringem Zufluss.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

SWR Aktuell: „Rhein-Niedrigwasser: Pegelstand bei Kaub sinkt zeitweise auf unter Null“ (27.09.2026)

Der SWR legt den Schwerpunkt auf die Folgen für den Fährverkehr und berichtet über einen zeitweise negativen Pegelstand bei Kaub. Gemeinsam ist den Beiträgen die Beschreibung einer anhaltenden Belastung des Rheins; der SWR betrachtet stärker die regionalen Auswirkungen, während tagesschau.de die Verkehrspolitik und den Gütertransport hervorhebt.

Übergreifend besteht Einigkeit, dass das Niedrigwasser den Schiffs- und Fährverkehr erheblich einschränkt. Offen bleibt, wie lange die Ausnahmen für den Straßengüterverkehr verlängert werden und wann ausreichender Regen die Wasserstände stabilisiert.

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