Wirtschaftsweise, Deutschland

Wirtschaftsweise senken Prognose - Aufschwung nicht in Sicht

27.05.2026 - 10:05:06 | dpa.de

Nach einer langen Schwächephase sollte es in diesem Jahr eigentlich mit der deutschen Wirtschaft wieder bergauf gehen. Dann aber kam der Iran-Krieg.

  • Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft.  - Foto: Sina Schuldt/dpa
    Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft. - Foto: Sina Schuldt/dpa
  • Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger sowie Vorleistungen erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten des Sachverständigenrats. - Foto: Bernd Thissen/dpa
    Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger sowie Vorleistungen erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten des Sachverständigenrats. - Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Die Bundesregierung hatte bereits vor einem Monat ihre Konjunkturprognose gesenkt. - Foto: Soeren Stache/dpa
    Die Bundesregierung hatte bereits vor einem Monat ihre Konjunkturprognose gesenkt. - Foto: Soeren Stache/dpa
  • Der Sachverständigenrat erwartet nur ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. - Foto: Britta Pedersen/dpa
    Der Sachverständigenrat erwartet nur ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. - Foto: Britta Pedersen/dpa
  • Die Wirtschaftsweisen haben keine guten Nachrichten. - Foto: Britta Pedersen/dpa
    Die Wirtschaftsweisen haben keine guten Nachrichten. - Foto: Britta Pedersen/dpa
  • Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft.  - Foto: Sina Schuldt/dpa
    Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft. - Foto: Sina Schuldt/dpa
  • Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten. - Foto: Bernd Thissen/dpa
    Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten. - Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Droht Stillstand in Deutschland? - Foto: Soeren Stache/dpa
    Droht Stillstand in Deutschland? - Foto: Soeren Stache/dpa
  • Die Straße von Hormus ist eine Achillesferse der Weltwirtschaft. - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
    Die Straße von Hormus ist eine Achillesferse der Weltwirtschaft. - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft.  - Foto: Sina Schuldt/dpa Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger sowie Vorleistungen erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten des Sachverständigenrats. - Foto: Bernd Thissen/dpa Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa Die Bundesregierung hatte bereits vor einem Monat ihre Konjunkturprognose gesenkt. - Foto: Soeren Stache/dpa Der Sachverständigenrat erwartet nur ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. - Foto: Britta Pedersen/dpa Die Wirtschaftsweisen haben keine guten Nachrichten. - Foto: Britta Pedersen/dpa Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft.  - Foto: Sina Schuldt/dpa Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten. - Foto: Bernd Thissen/dpa Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr durchschnittlich 3,0 Prozent betragen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa Droht Stillstand in Deutschland? - Foto: Soeren Stache/dpa Die Straße von Hormus ist eine Achillesferse der Weltwirtschaft. - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

Die Auswirkungen des Iran-Kriegs mit hohen Energiepreisen bremsen die Erholung der deutschen Wirtschaft - ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Auch die Wirtschaftsweisen senken ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr. Der Sachverständigenrat erwartet nur ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. Im vergangenen Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent gerechnet. 

Die Ungewissheit über die Dauer und die Auswirkungen des Iran Kriegs auf die deutsche Wirtschaft stellten ein «erhebliches Risiko» für die Prognose dar, heißt es im Frühjahrsgutachten. 

Um immer weitere Ausgabensteigerungen in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu stoppen, mahnen die «Wirtschaftsweisen» zu schnellen Eingriffen. «Der Handlungsdruck ist massiv», sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, in Berlin. 

Massive Folgen des Iran-Kriegs 

Die Bundesregierung hatte vor einem Monat ihre Konjunkturprognose halbiert und erwartet in diesem Jahr ebenfalls nur ein Wachstum von 0,5 Prozent. Durch den Iran-Krieg ist der Schiffsverkehr in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen. In der Folge sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen - aber auch für andere Produkte wie Weizen und Düngemittel. 

Verbraucher spüren das etwa an den gestiegenen Spritpreisen an der Zapfsäule. Die hohen Energiepreise senken die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit den privaten Konsum, wie es im Frühjahrsgutachten heißt. Bis Ende Juni noch gilt in Deutschland ein Tankrabatt - ob er verlängert wird, ist offen. 

Aufgrund der steigenden Kosten für fossile Energieträger sowie Vorleistungen erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten. Dies schmälere die rückläufige Industrieproduktion zusätzlich und hemme die private Investitionstätigkeit, so die Wirtschaftsweisen. Zugleich belaste die Abschwächung der globalen Konjunktur die deutsche Exportwirtschaft. Der Export ist eine Hauptstütze der deutschen Wirtschaft. 

Staatliche Ausgaben stützen Wachstum 

Für das Jahr 2027 rechnet der fünfköpfige Sachverständigenrat, der die Bundesregierung berät, mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Getrieben werde dies von staatlichen Milliardenausgaben zur Modernisierung der Infrastruktur. Bundestag und Bundesrat hatten ein schuldenfinanziertes Sondervermögen beschlossen. Kritisiert wird aber immer wieder, dass Mittel aus diesem Sondertopf nicht schnell genug fließen und Gelder verwendet werden, um Löcher im Bundeshaushalt zu stopfen. 

Inflation steigt 

Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen im Jahr 2026 durchschnittlich 3,0 Prozent und im Jahr 2027 durchschnittlich 2,8 Prozent betragen. Im April hatten stark gestiegene Energiepreise die Inflationsrate nach Angaben des Statistischen Bundesamts mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben. 

Stärkere Einbrüche? 

Der Iran-Krieg könnte andauern und die Öl- und Gaspreise könnten weiter hoch bleiben. Das würde laut Gutachten den privaten Konsum noch stärker dämpfen als bisher erwartet. Zugleich könnte sich der Druck bei Unternehmen verstärken, höhere Preise für Produktionsfaktoren und Energie an private Haushalte weiterzugeben. 

Die Wirtschaftsweisen haben ein «Risikoszenario» ausgearbeitet. Angenommen wird, dass der Rohölpreis im Mai auf 120 US-Dollar je Barrel steigt, bis Oktober auf diesem Niveau verharrt und im zweiten Quartal 2027 unter 100 US-Dollar fällt - aktuell liegt der Ölpreis unter dieser Marke. Der Sachverständigenrat schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Szenario im Jahr 2026 nur um 0,2 Prozent und im Jahr 2027 um 0,5 Prozent steigen dürfte. Die Inflationsrate würde dann im Jahr 2026 bei 3,5 Prozent und im Jahr 2027 bei 3,2 Prozent liegen.

Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sagte, jeder Tag, der vergehe und an dem die Straße von Hormus gesperrt sei, mache das Negativszenario wahrscheinlicher. Die Öffnung der Straße werde auch nicht sofort zu einer Senkung der Preise führen. 

Anstieg der Sozialbeiträge begrenzen 

Die Schwäche der deutschen Wirtschaft sei nicht nur konjunkturell bedingt, sondern habe auch strukturelle Ursachen, sagte Ratsmitglied Veronika Grimm. Hohe Produktionskosten vor allem wegen steigender Sozialversicherungsbeiträge und Energiekosten belasteten die Unternehmen und dämpften die Investitionsnachfrage. 

Der Sachverständigenrat schlägt Reformen vor, um den Anstieg der Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung zu bremsen. Durch eine Einbeziehung von Beamten könnte die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung gestärkt werden. Um die Ausgaben der Pflegeversicherung zu begrenzen, schlagen die Wirtschaftsweisen vor, den Begriff der Pflegebedürftigkeit zu überprüfen und stärker an fachlichen Empfehlungen auszurichten - dies würde die Anzahl der Pflegebedürftigen reduzieren und zugleich den durchschnittlichen Pflegegrad senken. 

«Für die deutsche Wirtschaft wird die Lage immer schwieriger. Die bisher ungelösten strukturellen Probleme, allen voran hohe Kosten für Arbeit und Energie, sowie eine hohe Steuerlast und überbordende Bürokratie zermürben viele Betriebe», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. Handwerkspräsident Jörg Dittrich sagte: «Die erneut abgesenkte Wachstumsprognose zeigt, dass sich Deutschland beim Reformtempo keinen Stillstand mehr leisten kann.» 

Koalition plant Reformpaket 

Die schwarz-rote Bundesregierung will bis zur Sommerpause ein großes Reformpaket auf den Weg bringen. Dazu zählen eine Pflegereform, eine Reform der Einkommensteuer zur Entlastung vor allem kleiner und mittlerer Einkommen und eine Rentenreform. Wie die Reformen konkret aussehen und gegenfinanziert werden, ist aber noch offen. Es könnte noch zu Konflikten innerhalb der Koalition kommen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69424400 |