BSW will in Sachsen-Anhalt mit der AfD über Projekte reden
Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 18:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSNach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich das BSW offen dafür, bei einem Einzug in den Landtag Gespräche mit der AfD zu führen. Claudia Wittig sagte am Wahlabend der ARD, man wolle spezifische Projekte, die gut fürs Land sind, auch mit der AfD umsetzen.
BSW hält sich Optionen offen
Schon im Wahlkampf hatte es aus dem BSW entsprechende Äußerungen gegeben. Wittig stellte zugleich klar, dass sie AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nicht zum Ministerpräsidenten wählen wolle, Amtsinhaber Sven Schulze aber vielleicht noch weniger.
AfD betont Gesprächsbereitschaft
AfD-Chefin Alice Weidel bekräftigte derweil, dass man mit jeder vernünftigen Partei reden werde, mit der man auch über inhaltliche Positionen übereinkommen könne. Das sei auch der Wählerauftrag, so die AfD-Vorsitzende.
Hochrechnungen lassen Mehrheit offen
Laut den jüngsten Hochrechnungen ist es noch unklar, ob es das BSW ins Parlament schafft. Bei der Erhebung von Infratest für die ARD kommt das BSW auf 5,0 Prozent, bei der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF auf 4,8 Prozent.
Die AfD selbst kommt im Mittel auf 44,3 Prozent und verfehlt damit wohl nur knapp eine eigene Mehrheit. Die CDU folgt mit 18,5 Prozent, vor der Linken mit 9,3 Prozent, den Grünen mit 8,8 Prozent und der SPD mit 8,5 Prozent. Die FDP fliegt mit 2,3 Prozent aus dem Landtag, die Sonstigen erreichen 3,5 Prozent.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt das Verhältnis zwischen AfD und BSW in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Nach der dts-Meldung signalisiert das BSW Bereitschaft zu Gesprächen über einzelne Projekte, falls die Partei in den Landtag einzieht.
Politisch ist das relevant, weil eine knappe Mandatsverteilung den Ausschlag für Regierungsmehrheiten geben kann. Wenn ein kleineres Bündnis als möglicher Mehrheitsbeschaffer auftritt, wächst sein Einfluss über die reine Stimmenzahl hinaus.
Mehrheitsfragen nach einem engen Ergebnis
Die Hochrechnungen deuten darauf hin, dass die AfD deutlich vorn liegt, aber eine eigene Mehrheit verfehlen könnte. In einem solchen Szenario wird jedes Mandat außerhalb der großen Fraktionen wichtiger, besonders wenn Koalitionen über mehrere Parteien schwierig werden.
BSW zwischen Abgrenzung und Gesprächsbereitschaft
Das BSW verbindet in der Meldung Gesprächsbereitschaft mit klaren Grenzen bei Personalfragen. Das verweist auf eine Strategie, die inhaltliche Zusammenarbeit von formalen Machtfragen trennt und so Spielräume offenhalten will, ohne eine direkte Regierungsoption zu signalisieren.
Für die politische Praxis in Sachsen-Anhalt bedeutet das: Schon die Möglichkeit punktueller Absprachen mit der AfD kann die Verhandlungen im Landtag beeinflussen, selbst wenn daraus keine feste Zusammenarbeit entsteht.
