Arbeitsmarkt, Gesellschaft

Bundesregierung weiter für geschlechtergerechte Sprache

06.02.2026 - 14:08:39 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach dem Gender-Urteil im Fall einer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verteidigt die Bundesregierung die sogenannte "geschlechtergerechte Sprache".

Wörterbuch (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Wörterbuch (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Deren Verwendung in der Amtssprache sei "selbstverständlich", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. Das gelte nicht erst seit dieser Legislaturperiode.

Den Ausführungen zufolge sieht die Bundesregierung allerdings einen klaren Unterschied zur sogenannten "Gendersprache" mit Sternchen oder Doppelpunkt. Im Gegensatz zu "geschlechtergerechter Sprache", worunter die Bundesregierung Doppelnennungen wie "Kolleginnen und Kollegen" versteht, dürften nämlich in der Amtssprache des Kanzleramts "und der meisten Ministerien" keine Sonderzeichen innerhalb von Wörtern verwendet werden. Das stehe auch im Einklang mit Empfehlungen des Deutschen Rechtschreibrates, sagte der stellvertretende Regierungssprecher.

Das zuständige Bundesverkehrsministerium verwies darauf, dass es im Fall der Kündigung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt angeblich "nicht ums Gendern" gegangen sei. Außerdem sei es "ein Arbeitsgerichtsprozess, zu dem wir uns nicht äußern werden", sagte ein Sprecher auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur.

Im konkreten Fall war der Strahlenschutzbeauftragten des Bundesamtes für Seeschifffahrt durch die Bundesbehörde gekündigt worden, weil sie in einem amtlichen Dokument, der Strahlenschutzanweisung, nicht durchgängig "geschlechtergerechte Sprache" verwenden wollte - was im konkreten Fall bedeutete: entweder geschlechtsneutrale Formulierungen verwenden oder beide Geschlechter nennen. Stattdessen verwendete sie nach eigener Aussage zum Beispiel den Begriff des "Strahlenschutzbeauftragten" - also ihre eigene Funktion - im Generischen Maskulinum. Daraufhin mahnte das Bundesamt sie zweimal ab und sprach schließlich eine fristlose Kündigung aus.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) hatte die Bundesbehörde wie schon die Vorinstanz mit der Kündigung abblitzen lassen, allerdings nicht weil eine entsprechende Vorgabe durch den Arbeitgeber nicht zulässig sei. Vielmehr habe das Gendern, bzw. das Verwenden "geschlechtergerechter Sprache", nicht zum Zuständigkeitsbereich der Mitarbeiterin gehört. Grundsätzlich seien entsprechende Dienstanweisungen durchaus zulässig und auch zu befolgen, ließ das Gericht durchblicken.

de | politik | 68557713 |

Weitere Meldungen

Fratzscher kritisiert Rentenreform-Vorschläge als zu vorsichtig Die Vorschläge der Rentenkommission werden nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, nicht ausreichen, um die gesetzliche Alterssicherung zu stabilisieren.Die Reformvorschläge der Rentenkommission gingen in die richtige Richtung, blieben jedoch insgesamt zu vorsichtig, sagte er der "Rheinischen Post". (Politik, 21.06.2026 - 08:46) weiterlesen...

Auch Söder fordert Kürzung der Bürgergeld-Regelsätze Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Kürzung der Regelsätze beim Bürgergeld. (Politik, 21.06.2026 - 02:45) weiterlesen...

Umfrage: 42 Prozent der Deutschen sparen nicht fürs Alter Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland legt nach eigenen Angaben privat kein Geld für das Alter zurück.In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" gaben 42 Prozent an, privat kein zusätzliches Geld für die Altersvorsorge zu sparen, etwa auf dem Sparbuch oder in Aktien. (Politik, 21.06.2026 - 02:43) weiterlesen...

Mikrozensus: Viele junge Syrer und Afghanen ohne Berufsabschluss Ein Großteil der jungen Menschen aus Asylherkunftsländern hat keinen anerkannten beruflichen Abschluss. (Politik, 20.06.2026 - 11:52) weiterlesen...

IW: Immer mehr Frührentner arbeiten weiter Immer mehr Frührentner verdienen auf dem Arbeitsmarkt hinzu. (Sonstige, 19.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

Ostbeauftragte Kaiser warnt vor neuen Stereotypen Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), warnt vor neuen ostdeutschen Stereotypen bei jungen Menschen und fordert mehr Zuwanderung und eine Reform der Steuern für Vermögende."Gefördert durch entsprechende Inhalte in sozialen Medien entstehen neue Stereotypen des Ostdeutschseins", sagte Kaiser dem Tagesspiegel-Newsletter "Im Osten". (Politik, 18.06.2026 - 12:17) weiterlesen...