Olympia-Bewerbung, München

Olympia Bewerbung München: Kiel wird Segelstandort für mögliche Sommerspiele

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 10:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

München setzt in seiner Olympia-Bewerbung auf Kiel als Standort für die Segelwettbewerbe und knüpft damit an die gemeinsame Geschichte von 1972 an. Am Samstag entscheidet der DOSB, welche deutsche Bewerbung für künftige Sommerspiele ins Rennen geht.

  • Sollte München die Olympischen Spiele bekommen, dann würde in Kiel gesegelt. (Archivbild) - Bild: Sascha Klahn/dpa
    Sollte München die Olympischen Spiele bekommen, dann würde in Kiel gesegelt. (Archivbild) - Bild: Sascha Klahn/dpa
  • München will sich gegen Berlin und Rhein-Ruhr durchsetzen und deutscher Olympia-Bewerber werden. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
    München will sich gegen Berlin und Rhein-Ruhr durchsetzen und deutscher Olympia-Bewerber werden. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Sollte München die Olympischen Spiele bekommen, dann würde in Kiel gesegelt. (Archivbild) - Bild: Sascha Klahn/dpa München will sich gegen Berlin und Rhein-Ruhr durchsetzen und deutscher Olympia-Bewerber werden. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

München hat sich in seiner Olympia-Bewerbung festgelegt und will die Segelwettbewerbe gemeinsam mit der Ostseestadt Kiel ausrichten.

München und Kiel vereinbaren Olympia-Partnerschaft

Die bayerische Landeshauptstadt geht mit Kiel als Standort für die Segelevents in den Endspurt der nationalen Bewerbungsphase für Olympische Spiele. Beide Städte haben eine Zusammenarbeit vereinbart und dies gemeinsam bekanntgegeben. Damit ist klar, dass die möglichen Segelwettbewerbe weit entfernt von München an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste stattfinden würden.

Wettbewerb um deutsche Olympia-Bewerbung

München bewirbt sich neben Berlin und der Region Rhein-Ruhr darum, als deutscher Kandidat für die Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 nominiert zu werden. Über die nationale Bewerbung entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag in Baden-Baden bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Erst im Anschluss könnte eine ausgewählte deutsche Stadt oder Region in ein internationales Bewerbungsverfahren einsteigen.

Politische Unterstützung aus Bayern und Schleswig-Holstein

Bislang hatte München offen gelassen, ob Kiel oder Rostock-Warnemünde als Austragungsort für die Segelentscheidungen vorgesehen wird. Nun stellten die Verantwortlichen die Wahl klar. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem „perfekten Match“ zwischen München und Kiel und betonte, das „gemeinsame Doppel von 1972“ lebe wieder auf. Schon bei den Münchner Spielen vor 54 Jahren wurden die Segelwettbewerbe auf der Kieler Förde ausgetragen.

Gemeinsame Stärken und olympisches Erbe

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hob hervor, Kiel und München verbinde vieles: jeweils ein großer Rückhalt für Sport in der Bevölkerung, Erfahrung mit der Ausrichtung von Großveranstaltungen, eine starke Wirtschaft und vor allem ein gelebtes, nachhaltiges olympisches Erbe. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete die Entscheidung Münchens für Kiel als „großartige Nachricht“ für sein Bundesland. Mit der Festlegung auf Kiel ist ein zentraler Baustein der Münchner Olympia-Pläne konkret geworden, während die Entscheidung über den deutschen Gesamtkandidaten noch aussteht.

Olympia-Bewerbung im nationalen Wettbewerb

Die Entscheidung Münchens für Kiel als Segelstandort ordnet sich in eine intensive nationale Bewerbungsphase für mögliche Olympische Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044 ein. Neben München haben auch Berlin und die Region Rhein-Ruhr Konzepte vorgelegt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will auf seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden festlegen, welche Bewerbung Deutschland international vertreten soll. Damit ist die Partnerschaft zwischen München und Kiel ein strategischer Baustein innerhalb eines Wettbewerbs mehrerer Regionen, die ihre jeweilige Stärke betonen.

Erfahrungen aus 1972 und Bedeutung für die Regionen

Die erneute Zusammenarbeit von München und Kiel knüpft an die Olympischen Spiele von 1972 an, als bereits auf der Kieler Förde gesegelt wurde. Diese historische Erfahrung wird nun als Vorteil dargestellt: Beide Städte verweisen auf ihre Organisationserfahrung bei Großveranstaltungen, eine leistungsfähige Wirtschaft und ein nachhaltiges olympisches Erbe. Für Kiel bedeutet die Auswahl eine perspektivische Stärkung als Wassersportzentrum mit internationaler Sichtbarkeit. Für München eröffnet die Kooperation die Möglichkeit, das eigene Konzept um einen etablierten Segelstandort zu ergänzen und die räumliche Verteilung der Wettkampfstätten als Stärke auszugeben.

Akzeptanz, Infrastruktur und mögliche Auswirkungen

Politisch ist die Entscheidung von Spitzenvertretern beider Bundesländer positiv aufgenommen worden. Hinweise auf einen großen Rückhalt in der Bevölkerung für Sport und auf nachhaltige Konzepte zielen auf die Lehren aus vergangenen Olympia-Debatten, in denen Bürgerentscheide und Skepsis gegenüber Kosten und Eingriffen in Stadtstrukturen eine zentrale Rolle spielten. Sollte München als deutscher Kandidat ausgewählt werden und später den Zuschlag für Sommerspiele erhalten, wären umfangreiche Investitionen in Sportstätten, Verkehrsinfrastruktur und Logistik sowohl im bayerischen Raum als auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste zu erwarten. Die nun vereinbarte Zusammenarbeit schafft dafür einen politischen Rahmen, lässt jedoch viele konkrete Planungsfragen – etwa zu Umweltauflagen, Verkehrskonzepten und finanzieller Lastenteilung – noch offen.

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