DFB-Nationalmannschaft, Jürgen Klopp

DFB-Nationalmannschaft: Klopp startet mit XXL-Kader in Crashkurs vor Nations-League-Debüt

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mit einem XXL-Kader und sichtbarer Aufbruchstimmung startet Jürgen Klopp in Herzogenaurach seine erste Maßnahme als Bundestrainer vor dem Nations-League-Debüt gegen die Niederlande. Trotz knapper Vorbereitung fordert er von seinen Nationalspielern sofort sichtbare Veränderungen.

  • Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an.    - Bild: Daniel Löb/dpa
    Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an. - Bild: Daniel Löb/dpa
  • Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa
    Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa
  • Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild)  - Bild: David Inderlied/dpa
    Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild) - Bild: David Inderlied/dpa
Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an.    - Bild: Daniel Löb/dpa Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild)  - Bild: David Inderlied/dpa

Jürgen Klopp hat in Herzogenaurach seinen ersten XXL-Lehrgang als Bundestrainer gestartet und fordert von der Nationalmannschaft unmittelbar sichtbare Fortschritte.

Empfang im Stammquartier und erste Einheit

Im DFB-„Homeground“ begrüßte Klopp als eine Art Empfangschef zunächst 24 Akteure seines 44-Mann-Kaders, darunter Rückkehrer Marc-André ter Stegen und mehrere Neulinge wie Philipp Treu, mit kräftigem Handschlag. Zum Auftakt arbeitete der Bundestrainer auf dem Trainingsplatz mit einer kleineren Gruppe um die Bayern-Profis Joshua Kimmich und Jamal Musiala sowie Stürmer Kevin Schade, deren Vereine bereits am Freitag gespielt hatten. Der von einer schweren WM-Verletzung genesene Nico Schlotterbeck verfolgte die Einheit zunächst als Zuschauer. Das erste vollständige Mannschaftstraining ist für den Dienstagnachmittag geplant.

Marketingtermin und pragmatischer Ansatz

Vor dem ersten Kompletttraining standen organisatorische und Marketingaufgaben auf dem Programm, darunter ein Foto-Shooting. Klopp, mit 59 Jahren neuer Chefcoach der DFB-Auswahl, sprach von einem gereiften Umgang mit solchen Terminen und betonte, man werde die sportliche Planung einfach darum herumlegen. Als Nachfolger von Julian Nagelsmann muss er bei seinem Powerstart mit vier Nations-League-Spielen, beginnend am Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande, pragmatisch agieren.

Kaum Zeit, aber hoher Anspruch

Klopp räumt ein, dass er lieber mehr Zeit mit der Nationalmannschaft hätte, akzeptiert aber die knappen Abläufe als „völlig normal“ im Fußball. Er kündigt einen Crashkurs für Trainerteam und Spieler an und erklärt, man habe keine A- oder B-Mannschaft zusammengestellt, sondern zwei Gruppen, die jeweils auf vier Siege ausgerichtet seien. Die Kader seien so gebaut, dass Positionen, Charaktere sowie das Verhältnis von erfahrenen und jüngeren Profis stimmig zusammenpassten.

Personeller Tausch zwischen Adeyemi und Karl

Zum pragmatischen Vorgehen gehört ein Tausch im zweigeteilten Aufgebot: Rückkehrer Karim Adeyemi, nach starkem Start beim FC Barcelona, steht in der ersten Woche mit den Partien gegen die Niederlande und gegen Griechenland in Augsburg im Kader. Der 18-jährige Bayern-Stürmer Lennart Karl, der seine erste WM wegen einer kurz vor Turnierbeginn erlittenen Muskelverletzung verpasst hatte, rückt in den zweiten Block für die Spiele am 1. Oktober in München gegen Serbien und anschließend in Thessaloniki erneut gegen Griechenland. Der DFB begründet diese Rochade mit Belastungssteuerung, ohne Klopps grundsätzliche Wochenplanung zu verändern.

Viele Neulinge und langfristige Perspektive

Insgesamt nominierte Klopp 16 Profis ohne Länderspieleinsatz. Unter ihnen befinden sich mehrere bislang wenig bekannte Perspektivspieler, die auch mit Blick auf die EM 2028 und die WM 2030 getestet werden sollen. Klopp will die Akteure in den zwei Wochen kennenlernen – und ihnen zugleich ermöglichen, ihn und seinen Stil aus nächster Nähe zu erleben.

Lockerer Umgang mit klaren Erwartungen

Debütant Felix Keidel von Elversberg schildert seinen ersten Kontakt mit dem Bundestrainer als locker: Klopp habe im Telefonat darauf bestanden, geduzt zu werden. Trotz des entspannten Tons formuliert der Coach eine deutliche Erwartungshaltung für die historisch große Sichtungsmaßnahme. Er kündigt an, so schnell wie möglich eine neue Herangehensweise sichtbar machen zu wollen und erwartet von seinen Spielern „sofort mehr“.

Optimismus statt Problemsuche

Der Bundestrainer, der das jüngste frühe WM-Scheitern unter Nagelsmann als TV-Experte kommentiert hatte, verbreitet nun bewusst Optimismus. Nach genauer Analyse sei ihm viel Talent im deutschen Fußball aufgefallen. Klopp hebt den Reiz des Neuanfangs hervor und erklärt, es gebe für ihn zunächst keine Probleme, sondern ausschließlich Lösungen, an denen mit Blick auf die vier Nations-League-Partien gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland gearbeitet werde.

Klopp-Debüt als Signal für Neuanfang nach WM-Enttäuschung

Der erste Lehrgang unter Jürgen Klopp markiert für den deutschen Fußball einen klaren Einschnitt. Nach dem erneuten frühen WM-Aus steht der DFB vor der Aufgabe, sportliche Glaubwürdigkeit und nationale Identifikation mit der Nationalmannschaft zurückzugewinnen. Klopps Auftreten in Herzogenaurach und sein sichtbarer Optimismus setzen bewusst einen Kontrapunkt zur Frustration der vergangenen Turniere. Die Kombination aus prominenten Rückkehrern wie Marc-André ter Stegen und zahlreichen Neulingen soll sowohl kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit als auch langfristige Perspektive sichern.

XXL-Kader als Strategie zwischen Ergebnisdruck und Talentsichtung

Der 44-Mann-Kader und die Einteilung in zwei Lehrgangswochen spiegeln den Spagat zwischen sofortigem Erfolgsdruck und strukturellem Neuaufbau wider. Klopp und der DFB reagieren damit auf die Erkenntnis, dass nach den schwachen WM-Auftritten eine breitere Spielersichtung nötig ist. Gleichzeitig bleibt der Anspruch, die vier Nations-League-Partien gegen Niederlande, Griechenland und Serbien möglichst erfolgreich zu gestalten. Die gezielte „Belastungssteuerung“ mit dem Tausch zwischen Karim Adeyemi und Lennart Karl zeigt, dass sportmedizinische Vorsicht und intensive Reisestruktur in den Planungen eine größere Rolle spielen als früher.

Bedeutung für Fans, Vereine und Turnierperspektive

Für die Bundesliga-Vereine bedeutet der XXL-Kader einerseits zusätzliche Belastung durch Reisen und Lehrgänge, andererseits die Chance, junge Spieler früh an internationales Niveau heranzuführen. Für Fans eröffnet das Debüt in der Nations League eine erste Standortbestimmung: Wie schnell gelingt es, Klopps „neue Herangehensweise“ tatsächlich auf dem Platz sichtbar zu machen? Zugleich wird deutlich, dass der Blick über die aktuelle Nations League hinausgeht. Viele der erstmals eingeladenen Profis werden ausdrücklich als Optionen für die EM 2028 und die WM 2030 gesehen, womit die aktuelle Maßnahme über den kurzfristigen Ergebnishorizont hinausweist.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv.de: „Klopps Kader-Revolution in der Analyse - Mit Arie van Lent“ (19.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, Klopps erster Lehrgang mit 44 Spielern sei eine bewusste „Revolution“, mit der der Bundestrainer gleichzeitig vier Nations-League-Partien und einen langfristigen Neuaufbau adressiere. Besonders betont werde, dass die Aufteilung in zwei Kaderblöcke die Belastung steuern und dennoch hohe Konkurrenz auf allen Positionen schaffen solle.

fr.de: „DFB-Start für Klopp – welcher Sender Niederlande gegen Deutschland zeigt“ (19.09.2026)

Der Beitrag stelle das Nations-League-Spiel in Amsterdam als symbolträchtigen Auftakt der Klopp-Ära dar und hebe hervor, dass der Bundestrainer mit seinem Debüt gegen den Rivalen Niederlande direkt unter genauer öffentlicher Beobachtung stehe. Neben Übertragungsfragen werde in dem Artikel betont, das XXL-Aufgebot unterstreiche den Willen zu einem echten Neuanfang.

br.de: „Führt Klopp Deutschland zurück an die Weltspitze?“ (19.09.2026)

Der Beitrag ordne Klopps Amtsantritt als Schlüsselprojekt für den gesamten DFB ein und frage, ob seine Ansprache und Kaderpolitik ausreichen könnten, um Deutschland wieder zur Weltklasse zu führen. Dabei werde hervorgehoben, dass der große Lehrgang sowohl als Vertrauenssignal an viele Spieler als auch als mutiger Schritt gegen eingefahrene Strukturen gedeutet werde.

Medienübergreifend werde betont, dass Klopps XXL-Kader und das Nations-League-Debüt gegen die Niederlande als sichtbares Startsignal für einen umfassenden Neuanfang gelten. Unterschiede bestünden vor allem in der Gewichtung: Während manche Berichte stärker die sportliche Belastung und Kaderarchitektur hervorheben, stellten andere die emotionale und symbolische Wirkung des Starts in den Mittelpunkt.

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