Messenger-Umfrage, Digitale Kommunikation

Messenger-Überforderung: Jeder Fünfte erlebt sie häufig

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 12:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Messenger-Apps sind für die meisten Deutschen Teil des privaten Alltags. Viele Nutzer erleben die Nachrichtenflut jedoch als Belastung und setzen sich zugleich unter sozialen Antwortdruck.

Messenger-Nutzung erzeugt Antwortdruck

  • 87 Prozent der Deutschen verwenden Messenger-Apps zumindest gelegentlich privat.
  • Bei 20 Prozent der Messenger-Nutzer führt die Nachrichtenmenge häufig zu Überforderung.
  • 69 Prozent lassen Nachrichten gelegentlich länger unbeantwortet, weil ihnen die Kommunikation zu viel wird.
  • Für 69 Prozent kann sehr langes Warten auf eine Antwort zum Abbruch eines Kontakts führen.
Menschen mit Smartphone in der Hand (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Messenger-Nachrichten setzen viele Nutzer unter Druck

87 Prozent der Deutschen verwenden zumindest gelegentlich privat Messenger-Apps. Einer Bitkom-Umfrage zufolge kennen 72 Prozent dieser Nutzer das Gefühl, von der Nachrichtenmenge überfordert zu sein.

Ältere Nutzer häufiger betroffen

Bei 20 Prozent tritt die Überforderung häufig auf, weitere 52 Prozent erleben sie manchmal oder selten. Unter den Messenger-Nutzern ab 65 Jahren kennen insgesamt 78 Prozent dieses Gefühl, bei 28 Prozent kommt es häufig vor.

Bei den 16- bis 29-Jährigen fühlen sich insgesamt 68 Prozent von Nachrichten zu stark beansprucht, 16 Prozent häufig. Insgesamt 69 Prozent lassen Nachrichten zumindest gelegentlich länger unbeantwortet, weil ihnen die Kommunikation zu viel wird.

Anzeige | trading-house Börsenakademie

Kostenlose Trading-Webinare für Privatanleger

Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.

Kostenlos zum nächsten Webinar anmelden

Verspätete Antworten lösen Schuldgefühle aus

73 Prozent haben zumindest gelegentlich ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht sofort antworten. Elf Prozent empfinden dieses Gefühl häufig, weitere 62 Prozent manchmal oder selten.

Bei einer späteren Antwort entschuldigen sich 75 Prozent zumindest gelegentlich. 20 Prozent tun dies häufig, weitere 55 Prozent manchmal oder selten.

Geduld endet bei langem Schweigen

Grundsätzlich haben 87 Prozent Verständnis, wenn andere nicht sofort reagieren. Bei 21 Prozent ist das häufig der Fall, bei 66 Prozent nur manchmal oder selten.

Wenn Freunde sehr lange zum Antworten brauchen, sehen 69 Prozent darin zumindest gelegentlich einen Grund, einen Kontakt auslaufen zu lassen oder abzubrechen. Häufig geschieht dies bei neun Prozent, bei 60 Prozent manchmal oder selten.

Messenger gehören für die große Mehrheit der Bevölkerung zum privaten Alltag. Die Umfragewerte zeigen zugleich, dass die ständige Erreichbarkeit nicht nur ein Komfortthema ist, sondern soziale Erwartungen erzeugt: Nachrichten sollen zeitnah gelesen, beantwortet und bei Verzögerungen sogar entschuldigt werden. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Altersgruppen. Ältere Nutzer berichten häufiger von Überforderung als jüngere. Das kann mit unterschiedlichen Nutzungsroutinen, größeren Schwierigkeiten bei der parallelen Verarbeitung vieler Chats oder einer geringeren Vertrautheit mit digitalen Kommunikationsmustern zusammenhängen. Die Zahlen belegen jedoch keinen einzelnen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Für den Alltag bedeutet die Entwicklung einen wachsenden Balanceakt. Einerseits akzeptieren die meisten Nutzer verspätete Antworten grundsätzlich, andererseits kann sehr langes Schweigen Beziehungen belasten. Messenger ersetzen damit zunehmend spontane Telefonate und persönliche Gespräche, schaffen aber zugleich neue Regeln der sozialen Verbindlichkeit. Unternehmen, Vereine und private Gruppen verstärken diesen Druck, wenn Informationen über viele parallele Chats verteilt werden. Die Ergebnisse sprechen daher für einen bewussteren Umgang mit digitaler Kommunikation. Klare Erwartungen an Antwortzeiten, stummgeschaltete Benachrichtigungen und weniger parallele Gruppen können helfen, die Zahl ungelesener Nachrichten zu begrenzen. Für Nutzer bleibt entscheidend, verspätete Antworten nicht automatisch als Desinteresse zu interpretieren.
Disclaimer...
de | politik | 70372324 |