Friedrich Merz, Deutschlandtrend

Merz im Rekordtief: Nur 10 Prozent mit Kanzler zufrieden

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 19:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nur zehn Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden. Gleichzeitig liegt die AfD im ARD-Deutschlandtrend deutlich vor CDU und CSU, während Verteidigungsminister Boris Pistorius wesentlich bessere Werte erreicht.

Anfang September hatte Merz noch bei 13 Prozent Zustimmung gefunden. - Bild: Fabian Strauch/dpa
Anfang September hatte Merz noch bei 13 Prozent Zustimmung gefunden. - Bild: Fabian Strauch/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz erreicht im ARD-Deutschlandtrend mit zehn Prozent Zufriedenheit einen historischen Tiefstwert für einen Kanzler.

Nur jeder Zehnte zufrieden

Nach der repräsentativen Befragung des Instituts Infratest dimap äußern sich zehn Prozent der Wahlberechtigten zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit des CDU-Politikers. 88 Prozent sind dagegen weniger oder gar nicht zufrieden.

Damit fällt Merz gegenüber Anfang September um drei Prozentpunkte zurück. Nach Angaben des WDR ist der aktuelle Wert der niedrigste, der im Deutschlandtrend seit Beginn der Erhebung 1997 für einen Bundeskanzler gemessen wurde.

AfD vor der Union

Auch die Parteienwerte fallen für die Union schwach aus: CDU und CSU kämen bei einer Bundestagswahl auf 20 Prozent und verlieren damit einen Punkt gegenüber Anfang September. Die AfD liegt unverändert bei 27 Prozent.

Die Grünen erreichen 16 Prozent und liegen damit vor der SPD mit 13 Prozent. Die Linke kommt auf elf Prozent, während die FDP mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag verfehlen würde.

Pistorius mit deutlich besseren Werten

Verteidigungsminister Boris Pistorius wird von 50 Prozent der Befragten positiv bewertet. Außenminister Johann Wadephul erreicht 34 Prozent, Innenminister Alexander Dobrindt 27 Prozent.

Mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil ist den Angaben zufolge jeder Fünfte zufrieden. Arbeitsministerin Bärbel Bas kommt auf etwa ein Sechstel Zustimmung. Für die Erhebung wurden von Montag bis Mittwoch insgesamt 1.303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Politische Stimmung unter Druck

Die Umfrage markiert einen deutlichen Vertrauensverlust für die Bundesregierung und die sie tragende Union. Besonders relevant ist der Abstand zwischen der persönlichen Bewertung des Kanzlers und den Werten einzelner Kabinettsmitglieder: Während Friedrich Merz nur noch zehn Prozent Zufriedenheit erreicht, kommt Verteidigungsminister Boris Pistorius auf 50 Prozent.

Auch die Parteienpräferenzen weisen auf eine schwierige Lage hin. Die AfD liegt mit 27 Prozent klar vor CDU und CSU, die gemeinsam auf 20 Prozent kommen. Zugleich erreichen Grüne und SPD zweistellige Werte, während die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Eine solche Momentaufnahme bildet keine sichere Wahlentscheidung ab, zeigt aber, welche politischen Kräfte derzeit besonders mobilisierungsfähig sind.

Folgen für Kanzler und Koalition

Für Merz erhöht das Ergebnis den Druck, politische Vorhaben sichtbar umzusetzen und innerparteiliche Geschlossenheit herzustellen. Ein dauerhaft niedriger Kanzlerwert kann die Autorität in der Koalition schwächen und erschwert es, unpopuläre Entscheidungen zu vermitteln.

Für Bürgerinnen und Bürger sind die Zahlen vor allem ein Signal für eine angespannte politische Stimmung. Die Erhebung wurde von Infratest dimap unter 1.303 Wahlberechtigten durchgeführt; Umfragewerte bleiben Momentaufnahmen und können sich durch Ereignisse, politische Entscheidungen und Wahlkampfbewegungen verändern.

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