Merz fordert nach Huthi-Angriffen Öffnung der Straße von Hormus
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSGespräch über Angriffe und Seeblockaden
- Friedrich Merz telefonierte am Dienstag mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
- Im Gespräch ging es unter anderem um Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien und den Flughafen von Riad.
- Beide Seiten forderten ein sofortiges Ende der Angriffe und der Seeblockaden in der Straße von Hormus und am Bab al-Mandab.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Dienstag mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefoniert. Nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius standen die Angriffe der Huthi sowie die Lage im Nahen und Mittleren Osten im Mittelpunkt.
Merz verurteilt Huthi-Angriffe
Merz verurteilte die terroristischen Angriffe der von Iran unterstützten Huthi „auf das Schärfste“. Er und der Kronprinz seien sich einig gewesen, dass die Angriffe sofort aufhören müssten.
Das gelte nach Angaben des Regierungssprechers auch für die Seeblockaden durch Iran und die Huthi in der Straße von Hormus und am Bab al-Mandab. Beide Korridore sind für die regionale Schifffahrt und den internationalen Waren- und Energieverkehr von zentraler Bedeutung.
Forderungen an den Iran
Der Iran müsse zudem „ernsthaft verhandeln“ und aufhören, die Region zu destabilisieren. Zugleich müsse Teheran die Straße von Hormus „dauerhaft und ohne Einschränkungen“ öffnen und sein militärisches Nuklearprogramm einstellen.
Konkrete weitere Schritte wurden nach dem Telefonat nicht genannt. Die Bundesregierung teilte lediglich mit, dass Merz und Mohammed bin Salman auch über Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts beraten hätten.
Energiepreise als weiteres Thema
Nach Angaben von Kornelius sprachen der Bundeskanzler und der Kronprinz außerdem über eine Stabilisierung der Energiepreise. Details zu den Überlegungen oder zu möglichen Maßnahmen veröffentlichte die Bundesregierung zunächst nicht.
Das Telefonat fällt in eine Phase, in der sich die Sicherheitslage rund um Saudi-Arabien und die zentralen Schifffahrtswege des Nahen Ostens deutlich verschärft hat. Wiederholte Huthi-Angriffe auf den Flughafen von Riad haben den Flugbetrieb beeinträchtigt; zudem wurden weitere Einrichtungen in Saudi-Arabien als Ziele genannt.
Für Deutschland verbindet sich der Vorgang mit zwei unmittelbaren Interessen: dem Schutz ziviler Infrastruktur und der Stabilität internationaler Energie- und Transportwege. Die Straße von Hormus und der Bab al-Mandab gehören zu den wichtigsten Korridoren für den weltweiten Handel mit Energie und Waren. Einschränkungen können deshalb nicht auf die Anrainerstaaten begrenzt bleiben, sondern Transportzeiten, Versicherungsprämien und Energiepreise beeinflussen.
Diplomatie und wirtschaftliche Folgen
Merz und Mohammed bin Salman berieten nach Angaben der Bundesregierung auch über eine Beendigung des Konflikts und die Stabilisierung der Energiepreise. Damit reicht die Bedeutung des Gesprächs über eine politische Solidaritätsbekundung hinaus: Berlin signalisiert, dass die militärische Eskalation zugleich als sicherheits- und wirtschaftspolitisches Problem bewertet wird.
Die Forderungen nach einem Ende der Angriffe, der Aufhebung der Seeblockaden und einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus markieren zentrale Bedingungen für eine Deeskalation. Offen bleibt, welche konkreten diplomatischen oder sicherheitspolitischen Schritte daraus folgen. Für Verbraucher und Unternehmen dürften vor allem die Entwicklung der Energiepreise und die Dauer möglicher Verkehrsbehinderungen entscheidend sein.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Huthi-Angriff auf Flughafen Riad: Albtraum am Abflug-Gate“ (11.10.2026)
Der Beitrag ordnet den Angriff als bislang schwersten Huthi-Angriff auf Saudi-Arabien seit Beginn des Iran-Kriegs ein und beschreibt den Einschlag in einem Passagierterminal. Im Mittelpunkt stehen die Folgen für Zivilisten und die mögliche weitere Eskalation.
BR: „Saudi-Arabien: Viele Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad“ (11.10.2026)
Der Bericht hebt die Zahl der Opfer, die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs und die internationale Reaktion hervor. Anders als der Tagesschau-Beitrag liegt der Schwerpunkt stärker auf den humanitären Folgen und der möglichen Reaktion der USA.
Übereinstimmend wird eine erhebliche Verschärfung der Lage rund um Riad beschrieben. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Opferzahlen, internationaler Unterstützung und den möglichen Folgen für die regionale Sicherheitsordnung.
