Merz empfängt Nauseda zur EU-Ratspräsidentschaft 2027
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 10:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSLitauens Aufgaben im EU-Vorsitz
- Litauen übernimmt im ersten Halbjahr 2027 die EU-Ratspräsidentschaft.
- Merz und Nauseda wollten über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen sprechen.
- Die Berliner Sicherheitskonferenz findet zweitägig mit Litauen als Partnerland statt.
Merz empfängt Nauseda im Kanzleramt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Dienstag den litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens sollte nach Angaben der Bundesregierung die litauische EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2027 stehen.
EU-Finanzen und Erweiterung auf der Agenda
Zu den zentralen europapolitischen Themen gehörten der nächste Mehrjährige Finanzrahmen, die Umsetzung der Wettbewerbsfähigkeitsagenda und die EU-Erweiterung. Zudem wollten sich Merz und Nauseda zu Fragen der Sicherheit und Verteidigung austauschen, die einen Schwerpunkt des litauischen Ratsvorsitzes bilden sollen.
Berlin Security Conference mit Litauen
Nauseda hält sich am Dienstag auch wegen der zweitägigen Berliner Sicherheitskonferenz in der Hauptstadt auf. Litauen ist in diesem Jahr Partnerland der Konferenz, bei der der Ukraine-Krieg im Mittelpunkt steht.
Selenskyj trifft ebenfalls den Kanzler
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Dienstag in Berlin. Er wollte sich gegen Mittag ebenfalls mit dem Bundeskanzler treffen.
Der Empfang fällt in eine Phase, in der Litauen seine Rolle innerhalb der Europäischen Union und der europäischen Sicherheitsarchitektur zugleich ausbaut. Mit der Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2027 übernimmt Vilnius die Aufgabe, die Beratungen der Mitgliedstaaten zu koordinieren und politische Kompromisse zwischen ihnen voranzubringen.
Auf der europäischen Agenda stehen dabei Themen mit unmittelbarer Bedeutung für Deutschland. Der nächste Mehrjährige Finanzrahmen legt fest, wie die EU ihre gemeinsamen Ausgaben über mehrere Jahre finanziert. Entscheidungen über Wettbewerbsfähigkeit und Erweiterung berühren außerdem die wirtschaftliche Position der Mitgliedstaaten sowie die künftige Größe und politische Ausrichtung der Union.
Sicherheitsfragen prägen den Berliner Austausch
Litauens geografische Lage an der östlichen EU- und NATO-Flanke macht Sicherheits- und Verteidigungsfragen zu einem zentralen Bestandteil seiner europäischen Politik. Der anhaltende Krieg in der Ukraine verstärkt diese Bedeutung und verbindet die Gespräche im Kanzleramt mit den Beratungen bei der Berliner Sicherheitskonferenz.
Für Deutschland entsteht daraus ein doppelter Gesprächsrahmen: Berlin muss sich mit Vilnius über die Prioritäten des künftigen Ratsvorsitzes abstimmen und zugleich die sicherheitspolitische Zusammenarbeit in Europa weiterentwickeln. Die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj unterstreicht, dass die Unterstützung der Ukraine den politischen Terminkalender in Berlin weiterhin bestimmt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Berlin - Hochkarätig besetzte Sicherheitskonferenz beginnt, Ukraine im Mittelpunkt“ (03.11.2026)
Der Beitrag ordnet den Empfang Nausedas in den Beginn der Berliner Sicherheitskonferenz ein und stellt den Ukraine-Krieg als Schwerpunkt der Veranstaltung heraus. Anders als die dts-Meldung konzentriert er sich auf den Konferenzrahmen und nicht auf die europapolitischen Themen des Gesprächs im Kanzleramt.
n-tv: „+++ 05:44 Hochkarätig besetzte Sicherheitskonferenz in Berlin - Ukraine im Mittelpunkt +++“ (03.11.2026)
n-tv hebt Litauen als Partnerland der Konferenz und Nausedas geplante Eröffnung hervor. Damit bestätigt der Beitrag den sicherheitspolitischen Kontext des Berlin-Besuchs, während die konkreten Inhalte des Treffens mit Merz dort nicht im Mittelpunkt stehen.
Beide Beiträge verbinden Nausedas Berlin-Aufenthalt mit der Sicherheitskonferenz und der Ukraine. Die dts-Meldung ergänzt dazu den institutionellen Anlass des Treffens: die Vorbereitung der litauischen EU-Ratspräsidentschaft.
