Friedrich Merz, Friedrich-Spee-Gymnasium

Merz besucht alte Schule: Kanzler verrät Schülern Details über seine Schulzeit

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht 51 Jahre nach seinem Abitur das Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen. Vor Schülerinnen und Schülern spricht er über frühere Motivationsprobleme – seine Abiturnote hält er weiter geheim.

  • Handshake mit dem Kanzler: Friedrich Merz hat am Montag sein altes Gymnasium in Rüthen besucht - Bild: Bernd Thissen/dpa
    Handshake mit dem Kanzler: Friedrich Merz hat am Montag sein altes Gymnasium in Rüthen besucht - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • «Man hat richtig die Nostalgie gespürt», sagt ein Schüler im Anschluss des Besuchs des Kanzlers.  - Bild: Bernd Thissen/dpa
    «Man hat richtig die Nostalgie gespürt», sagt ein Schüler im Anschluss des Besuchs des Kanzlers. - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • In der Reihe «Ehemalige Erzählen» stellte sich Merz dann in kleinerer Runde den Fragen der Schülerschaft.  - Bild: Bernd Thissen/dpa
    In der Reihe «Ehemalige Erzählen» stellte sich Merz dann in kleinerer Runde den Fragen der Schülerschaft. - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • Der Bundeskanzler nahm sich Zeit die Spalierstehenden Schülerinnen und Schüler einzeln zu begrüßen - und es blieb auch Zeit für spontane Gespräche. - Bild: Bernd Thissen/dpa
    Der Bundeskanzler nahm sich Zeit die Spalierstehenden Schülerinnen und Schüler einzeln zu begrüßen - und es blieb auch Zeit für spontane Gespräche. - Bild: Bernd Thissen/dpa
Handshake mit dem Kanzler: Friedrich Merz hat am Montag sein altes Gymnasium in Rüthen besucht - Bild: Bernd Thissen/dpa «Man hat richtig die Nostalgie gespürt», sagt ein Schüler im Anschluss des Besuchs des Kanzlers.  - Bild: Bernd Thissen/dpa In der Reihe «Ehemalige Erzählen» stellte sich Merz dann in kleinerer Runde den Fragen der Schülerschaft.  - Bild: Bernd Thissen/dpa Der Bundeskanzler nahm sich Zeit die Spalierstehenden Schülerinnen und Schüler einzeln zu begrüßen - und es blieb auch Zeit für spontane Gespräche. - Bild: Bernd Thissen/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz ist 51 Jahre nach seinem Abitur an das Friedrich-Spee-Gymnasium im sauerländischen Rüthen zurückgekehrt und hat dort mit Schülerinnen und Schülern über seine Schulzeit und seinen Weg ins Kanzleramt gesprochen.

Herzlicher Empfang auf dem Schulhof

Hunderte Schülerinnen und Schüler begrüßten Merz am Montag auf dem Schulhof mit Applaus. Der Kanzler, der 1975 an der damals noch Aufbaugymnasium genannten Schule sein Abitur gemacht hatte, nahm sich Zeit für Gespräche und begrüßte die Jugendlichen per Handschlag.

In einer kurzen Ansprache erinnerte Merz an seinen früheren Klassenraum und sagte, er habe sich an der Schule immer sehr wohlgefühlt. Zugleich deutete er an, dass seine gesamte Schullaufbahn nicht problemlos verlaufen sei.

Abiturnote bleibt unter Verschluss

Welche Note Merz im Abitur erreichte, bleibt geheim. Sein Zeugnis liege zu Hause in einem Tresor und werde nicht herausgegeben, hatte der heute 70-Jährige bereits in einem Podcast erklärt. Er begründete dies damit, dass seine Enkelkinder ihre Motivation behalten sollten.

Merz hatte damals zudem angedeutet, sein Abiturschnitt habe ungefähr bei 3,8 gelegen. In Rüthen riet er den Jugendlichen nun: „Macht ein bisschen besseres Abitur als ich.“

Schwierigkeiten vor dem Schulwechsel

Im Gespräch mit rund 120 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften erklärte Merz, seine größeren Probleme hätten vor allem die Zeit vor dem Wechsel nach Rüthen betroffen. Er habe eine Klasse wiederholen müssen und sei mit Mathematik zunächst nicht zurechtgekommen.

Nachdem er vom Gymnasium Brilon nach Rüthen gewechselt sei, habe sich die Situation gewendet. Gute Lehrer, eine angenehme Atmosphäre und das Gefühl, an der neuen Schule gut aufgehoben zu sein, hätten ihm geholfen. Mathematik und Physik seien später sogar zu seinen Lieblingsfächern geworden.

Bildung als politische Aufgabe

Die Fragen der Jugendlichen betrafen neben seiner Schulzeit auch seinen Alltag und seine Verantwortung als Kanzler. Merz sagte, Kritik müsse man annehmen, dürfe sie sich aber nicht zu sehr zu Herzen nehmen.

Der Besuch war Teil der Reihe „Ehemalige erzählen“, zu der die Schule aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens eingeladen hatte. Merz hatte bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in der vergangenen Woche angekündigt, sich wieder stärker selbst um Bildungspolitik kümmern und regelmäßig Schulen besuchen zu wollen.

Bildungspolitik mit persönlichem Bezug

Der Besuch fällt in eine Phase, in der Bildung wieder stärker als zentrale politische Aufgabe der Bundesregierung behandelt wird. Merz hatte bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises angekündigt, sich dem Thema persönlich intensiver widmen und regelmäßig Schulen besuchen zu wollen.

Seine eigene Biografie setzt dabei einen ungewöhnlichen Akzent: Der heutige Bundeskanzler beschreibt seine Schulzeit nicht als geradlinige Erfolgsgeschichte. Klassenwiederholung, ein Schulwechsel und Schwierigkeiten mit Mathematik stehen neben dem späteren Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und einer politischen Laufbahn bis ins Kanzleramt.

Signal an Schülerinnen und Schüler

Für die Jugendlichen in Rüthen dürfte der Auftritt deshalb mehr gewesen sein als ein protokollarischer Schulbesuch. Merz verband die Erinnerung an eigene Motivationsprobleme mit der Aufforderung, bessere Leistungen anzustreben. Zugleich vermittelte er die Botschaft, dass schulische Schwierigkeiten den weiteren Lebensweg nicht zwangsläufig festlegen.

Politisch bleibt entscheidend, ob aus solchen persönlichen Begegnungen konkrete Maßnahmen folgen. Schulen stehen unter anderem vor Herausforderungen durch unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Lehrkräftemangel und den Bedarf an zusätzlicher Unterstützung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Besuch in Rüthen schafft Aufmerksamkeit für diese Themen, ersetzt aber keine bildungspolitischen Entscheidungen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Merz kehrt an seine alte Schule zurück: Seine Abiturnote bleibt ein gut gehütetes Geheimnis“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige den Besuch des Bundeskanzlers am Friedrich-Spee-Gymnasium und stelle dessen nicht geradlinigen Bildungsweg in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung beleuchte der Artikel zusätzlich Merz’ frühere Schulzeit, seinen Bildungsweg nach dem Abitur und seine Stiftung; die Abiturnote bleibe auch nach dem Besuch offen.

Die Darstellung unterstreiche damit die persönliche und bildungspolitische Dimension des Termins, während die dpa-Meldung stärker die Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern sowie Merz’ Erinnerungen an seine frühere Schule hervorhebe.

Übergreifend bestehe Einigkeit über den Schulbesuch und die weiterhin geheim gehaltene Abiturnote; unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der Einordnung von Merz’ Biografie und seinem heutigen Engagement für Bildung.

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