Markus Krösche verlässt Eintracht Frankfurt mit sofortiger Wirkung
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 18:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFrankfurts Führung wechselt kurzfristig
- Der Aufsichtsrat stellte Markus Krösche auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung frei.
- Krösches Vertrag bei Eintracht Frankfurt läuft angepasst bis Sommer 2028 weiter.
- Axel Hellmann übernimmt die Aufgaben kommissarisch und wird Vorstandsvorsitzender.
Krösche verlässt Eintracht Frankfurt sofort
Eintracht Frankfurt und Sportvorstand Markus Krösche gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Der 46-Jährige wurde auf eigenen Wunsch freigestellt, sein bis Sommer 2028 laufender Vertrag besteht angepasst fort.
Die Entscheidung traf der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten in einer außerordentlichen Sitzung. Krösche beendet damit nach mehr als fünf Jahren seine operative Tätigkeit beim hessischen Club.
Hellmann übernimmt kommissarisch
Vorerst übernimmt Vorstandssprecher Axel Hellmann die Aufgaben des Sportvorstands. Zugleich steigt er zum Vorstandsvorsitzenden auf.
Die langfristige Besetzung des Sportressorts soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Eintracht-Präsident Mathias Beck erklärte, der Verein habe in den vergangenen Wochen offene und vertrauensvolle Gespräche über die Zukunft geführt.
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Krösches erfolgreiche Amtszeit
Krösche verwies auf eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit bei Eintracht Frankfurt. Er habe nach mehr als fünf erfolgreichen, aber auch fordernden Jahren das Gefühl entwickelt, eine Veränderung zu brauchen und der Eintracht könne ein neuer Impuls helfen.
In seine Amtszeit fiel der Europa-League-Triumph im Mai 2022. Zudem traf der Manager mehrfach erfolgreiche Transferentscheidungen und etablierte sich als einer der angesehenen Manager im deutschen Profifußball.
Millionenerlöse durch Verkäufe
Frankfurt verkaufte Omar Marmoush für 75 Millionen Euro an Manchester City, Hugo Ekitiké für knapp 100 Millionen Euro an den FC Liverpool und Randal Kolo Muani für mehr als 90 Millionen Euro an Paris Saint-Germain.
Auch der deutsche Nationalspieler Nathaniel Brown wechselte im Sommer für 50 Millionen Euro zum FC Bayern München. Nach dem sechsten Spieltag steht Eintracht Frankfurt mit zwei Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen auf Tabellenplatz elf.
Neuanfang nach unruhiger Saison
Die Trennung folgt auf eine durchwachsene Bundesliga-Saison und den Trainerwechsel von Albert Riera zu Adi Hütter. Ein Wechsel Krösches zur AC Mailand, über den im Juni spekuliert worden war, kam nicht zustande.
Krösche war seit Mitte 2021 Sportvorstand in Frankfurt. Einen unmittelbaren Wechsel zu einem neuen Club strebt er nach der Mitteilung zunächst nicht an.
Die Trennung fällt in eine Phase, in der Eintracht Frankfurt sportlich und organisatorisch zugleich unter Druck steht. Nach sechs Bundesliga-Spieltagen steht der Club mit zwei Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen auf Rang elf. Der jüngste 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln brachte zwar kurzfristig Stabilität, änderte aber nichts an den hohen Erwartungen an den Verein.
Sportliche Leitung vor Neuordnung
Krösche prägte Frankfurt seit 2021 vor allem durch Transfererlöse und die Entwicklung eines international beachteten Geschäftsmodells. Die Verkäufe von Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und Hugo Ekitiké brachten dem Club zusammen mehrere hundert Millionen Euro. Zugleich erhöhten solche Erfolge den Anspruch, sportlich dauerhaft um internationale Plätze mitzuspielen.
Mit Hellmann übernimmt zunächst ein erfahrener Manager kommissarisch die Aufgaben des Sportvorstands. Das schafft kurzfristig Handlungsfähigkeit, ersetzt aber keine dauerhafte sportliche Strategie. In den kommenden Wochen dürfte deshalb nicht nur die Personalie des Nachfolgers entscheidend werden, sondern auch die Frage, welche Transfer- und Kaderlinie Frankfurt nach dem Umbruch verfolgen will.
Folgen für Mannschaft und Club
Für Trainer Adi Hütter und die Mannschaft bedeutet der Wechsel zusätzliche Unruhe in einer ohnehin wechselhaften Saison. Die sportliche Leitung muss die Balance zwischen kurzfristiger Stabilisierung und langfristiger Kaderplanung halten. Besonders relevant wird dies mit Blick auf die Weiterentwicklung junger Spieler, die Einbindung neuer Kräfte und die Bewertung des vergangenen Transfersommers.
Die Personalentscheidung beendet damit nicht nur eine erfolgreiche Amtszeit, sondern eröffnet eine strategische Neuordnung. Der Club kann an Krösches wirtschaftlichen Erfolgen anknüpfen, muss zugleich aber klären, wie er wieder verlässlich näher an die oberen Tabellenplätze heranrücken will.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Tritt ein Ex-Frankfurter das Krösche-Erbe bei der Eintracht an?“ (18.10.2026)
Der Artikel ordne die Trennung als absehbare Entwicklung ein und berichte über eine interne Suche nach möglichen Nachfolgern. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf Namen, die für das Amt gehandelt würden; eine endgültige Entscheidung werde dort nicht genannt.
tagesschau.de: „Koch, Uzun, System: Hütters Eintracht-Entscheidungen gehen auf“ (17.10.2026)
Der Beitrag habe die sportliche Lage unmittelbar vor der Trennung beschrieben und den 1:0-Sieg gegen Köln als kurzfristig beruhigend eingeordnet. Er habe dabei vor allem die Leistung der Mannschaft und Entscheidungen des Trainers betrachtet, während die dpa-Meldung den Wechsel in der Führungsebene in den Mittelpunkt stelle.
Beide Beiträge hätten die angespannte sportliche Situation vor der Personalentscheidung beschrieben. Offen bleibe, wer das Sportressort dauerhaft übernehme und welche strategischen Konsequenzen der Club aus dem Umbruch ziehe.
