Manuel Neuer kassiert nach 8,4 Sekunden Bundesliga-Rekordtor
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFellhauer trifft nach 8,4 Sekunden
- Robin Fellhauer erzielt in Augsburg nach 8,4 Sekunden das schnellste Gegentor der Bundesliga-Geschichte.
- Das 2:2 in der ausverkauften WWK Arena vor 30.660 Zuschauern kostet Bayern den Sprung an die Tabellenspitze.
- Vier Treffer der Münchner werden wegen Abseits aberkannt, zudem treffen Harry Kane und Serge Gnabry das Aluminium.
Manuel Neuer hat beim 2:2 des FC Bayern München beim FC Augsburg das schnellste Gegentor der Bundesliga-Geschichte ermöglicht.
Neuer verliert den Ball vor dem Rekordtor
Der 40 Jahre alte Torhüter verlor den Ball kurz nach dem Anstoß, Augsburgs Robin Fellhauer nutzte den Fehler und traf offiziell nach 8,4 Sekunden zum 1:0.
Neuer übernahm die Verantwortung für die Szene. „Ja klar, war ein blöder Fehler von mir“, sagte der Bayern-Kapitän nach der Partie.
Hainer stärkt dem Torwart den Rücken
Eine sofortige Ablösung steht nach den Aussagen der Bayern-Verantwortlichen nicht im Raum. Präsident Herbert Hainer bezeichnete Neuer als einen der besten Torhüter der Welt und verwies darauf, dass ein solcher Fehler unabhängig vom Alter passieren könne.
Auch Trainer Vincent Kompany äußerte keinen Zweifel an seinem Routinier. Sportvorstand Max Eberl erklärte zugleich, Jonas Urbig entwickle sich herausragend, Neuer bleibe aber die Nummer eins.
Urbig bleibt der designierte Nachfolger
Der 23-jährige Urbig hatte zuletzt in der Nationalmannschaft beim 2:0 gegen Serbien und beim 0:0 in Griechenland überzeugt. Beim FC Bayern soll er schrittweise mehr Einsätze erhalten und an der Seite Neuers weiterreifen.
Ob Urbig am Dienstagabend in der Champions League bei Viking Stavanger spielt, ließ Eberl offen. Die Partie beginnt um 21.00 Uhr und wird auf ungewohntem Kunstrasen ausgetragen.
Bayern verpasst die Tabellenführung
Nach dem frühen Rückstand glich Ismael Saibari in der 55. Minute aus. Rodrigo Ribeiro brachte Augsburg in der 64. Minute erneut in Führung, ehe Nathaniel Brown in der 80. Minute den Endstand herstellte.
Die Münchner bekamen außerdem vier Treffer wegen Abseits aberkannt. Chancen von Kane und Gnabry endeten am Aluminium, sodass Bayern trotz des späten Drucks nur einen Punkt aus Augsburg mitnahm.
Kompany richtet den Blick nach Stavanger
Kompany wollte das Ergebnis und Neuers Rekord bereits abhaken. Nach dem frühen Abflug am Montag steht für die Bayern am Dienstag das Champions-League-Spiel in Stavanger an.
Erfahrung trifft auf Nachfolgeplanung
Manuel Neuer bleibt trotz des Fehlers gegen Augsburg die gesetzte Nummer eins des FC Bayern. Seine Bedeutung geht über einzelne Paraden hinaus: Der 40-Jährige prägt seit Jahren Spielaufbau, Strafraumbeherrschung und die Kommunikation der Abwehr. Ein einzelner Patzer verändert diese Rolle nicht automatisch.
Gleichzeitig ist die Nachfolge mit Jonas Urbig bereits angelegt. Der 23-Jährige soll hinter Neuer schrittweise mehr Verantwortung übernehmen und sich im Training sowie in Einsätzen weiterentwickeln. Für den Verein entsteht damit eine sportliche Balance: Der erfahrene Torwart soll Stabilität und Führung geben, während der jüngere Konkurrent Spielpraxis für die Zukunft sammelt.
Hohe Belastung im Herbst
Die Diskussion erhält zusätzliches Gewicht, weil Bayern nach der langen Länderspielpause in kurzer Folge zahlreiche Spiele bestreitet. Das erhöht den Wert einer verlässlichen Torwartlösung, macht aber auch Rotation und Belastungssteuerung wichtiger. Der nächste Termin in Stavanger bietet dem Trainerstab unmittelbar die Gelegenheit, die Entscheidung für das Tor neu zu bewerten.
Für die Bayern zählt dabei nicht nur Neuers Rekord-Fauxpas. Das 2:2 kostete den möglichen Sprung an die Tabellenspitze, während vier aberkannte Treffer und vergebene Chancen die Partie zusätzlich prägten. Die Torwartfrage ist deshalb Teil einer größeren Aufgabe: Der Klub muss Ergebnisse sichern und zugleich den Übergang zur nächsten Generation vorbereiten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Nach Neuer-Klops: FC Bayern patzt erneut gegen Angstgegner FCA“ (10.10.2026)
Der Bericht ordne das 2:2 in eine auffällige Bilanz gegen Augsburg ein und hebe neben Neuers Fehlern auch die Abseitsentscheidungen hervor. Er bestätige das Rekordtor nach 8,4 Sekunden, setze aber einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die umstrittene VAR-Bewertung bei einem aberkannten Bayern-Treffer.
Der Beitrag bestätige den zweimaligen Rückstand und den Ausgleich der Bayern, konzentriere sich jedoch stärker auf die Tabellenfolge. Nach seiner Darstellung blieben die Münchner vorerst mit zwei Punkten Rückstand Zweiter; die Torwartdebatte um Urbig stehe dort nicht im Mittelpunkt.
Beide Berichte stimmten beim Spielausgang, beim Rekordtor und bei Neuers Patzer überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der BR die Spielanalyse und VAR-Szenen vertiefe, ordne der Deutschlandfunk das Ergebnis stärker in die Tabelle ein.

