Magdalena Finke, Berliner Linke

Magdalena Finke: Linke mahnt Ministerin wegen Instagram-Post ab

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 20:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke soll die Berliner Linke über den offiziellen Instagram-Account ihres Ministeriums angegriffen haben. Die Partei verlangt bis zum 1. Oktober eine strafbewehrte Unterlassungserklärung; das Ministerium prüft den Vorwurf.

Linke mahnt Schleswig-Holsteins Innenministerin Finke ab
Landtag von Schleswig-Holstein in Kiel - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Landesverband der Linken in Berlin geht rechtlich gegen das Land Schleswig-Holstein vor. Anlass ist ein Instagram-Post von Innenministerin Magdalena Finke (CDU), den sie am 23. September gemeinsam mit dem offiziellen Account ihres Ministeriums veröffentlicht hatte.

Linke sieht Neutralitätsgebot verletzt

Die Linke wirft Finke vor, mit dem Beitrag gegen das staatliche Neutralitätsgebot zu verstoßen. In dem Post kritisierte die Ministerin die Berliner Linke nach deren Wahlerfolg scharf und schrieb unter anderem, wer Judenhass in den eigenen Reihen dulde oder Verbindungen zu Clan-Strukturen habe, dürfe niemals Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.

Eine entsprechende Abmahnung vom 28. September liegt der Redaktion vor. Darin fordert die Berliner Linke das Land Schleswig-Holstein auf, bis zum 1. Oktober eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben.

Innenministerium prüft Abmahnung

Das Innenministerium in Kiel teilte auf Anfrage mit, die Abmahnung nun rechtlich zu prüfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Veröffentlichung über den offiziellen Ministeriums-Account als unzulässige parteipolitische Einflussnahme einzustufen ist.

Auch gegen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geht die Linke wegen eines ähnlichen Vorwurfs vor. Dort richtet sich der Streit ebenfalls gegen eine politische Äußerung, die über den offiziellen Instagram-Kanal eines Ministeriums verbreitet wurde.

Der Vorgang berührt einen klassischen Konflikt zwischen politischer Kommunikation und staatlicher Neutralität. Parteien dürfen ihre politischen Konkurrenten scharf kritisieren. Für staatliche Stellen gelten jedoch andere Maßstäbe, weil ihre Kommunikationskanäle mit öffentlichen Mitteln betrieben werden und nicht der parteipolitischen Auseinandersetzung dienen sollen.

Besonders relevant ist deshalb die Nutzung des offiziellen Instagram-Accounts des Innenministeriums. Der Kanal erreicht ein politisch interessiertes Publikum unmittelbar und kann Äußerungen einer Ministerin mit der Autorität ihres Amtes verbinden. Entscheidend für die weitere rechtliche Bewertung dürfte sein, ob der Beitrag als sachbezogene Information des Ministeriums oder als einseitige politische Auseinandersetzung mit der Berliner Linken eingeordnet wird.

Rechtliche und politische Bedeutung

Die Berliner Linke hat Schleswig-Holstein eine kurze Frist bis zum 1. Oktober gesetzt und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung verlangt. Das Innenministerium prüft die Abmahnung. Damit steht zunächst keine abschließende gerichtliche Entscheidung fest; möglich sind eine außergerichtliche Reaktion, die Entfernung oder Änderung des Beitrags sowie weitere rechtliche Schritte.

Politisch fällt der Streit in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für die Berliner Linke nach ihrem Wahlerfolg und den anschließenden Gesprächen über eine Regierungsbildung. Der parallele Konflikt um einen ähnlichen Vorwurf gegen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigt, dass die Abgrenzung zwischen persönlicher politischer Äußerung und amtlicher Kommunikation derzeit auch auf Bundesebene umkämpft ist. Für Bürger ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil er klären kann, welche Grenzen Regierungsmitglieder bei parteipolitischen Aussagen über offizielle Behördenkanäle einhalten müssen.

Disclaimer...

de | politik | 70194632 |