Litauen, Deutsche Brigade

Litauen warnt vor Russland und setzt auf Brigade bis 2027

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas warnt vor Russlands geopolitischen Zielen und hybriden Angriffen. Zugleich versichert er, dass die deutsche Brigade mit rund 5.000 Soldaten bis Ende 2027 vollständig in Litauen stationiert wird.

Litauens Verteidigungsminister setzt Frist

  • Robertas Kaunas bezeichnet den Wiederaufbau eines russischen Imperiums als Hauptidee Moskaus.
  • Bis zu 2.000 deutsche Soldaten sind laut Kaunas bereits in Litauen stationiert.
  • Die vollständige deutsche Brigade soll bis Ende 2027 in Litauen eingesetzt werden.
Kreml (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Litauen warnt vor Russlands Expansionszielen

Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas sieht hinter Russlands Vorgehen in Europa das Ziel, ein Imperium wiederaufzubauen. Zugleich versicherte er, dass die deutsche Brigade mit rund 5.000 Soldaten bis Ende 2027 in Litauen eingesetzt werden soll.

Moskau testet NATO und Gesellschaften

Die Hauptidee Russlands bestehe darin, das Imperium wieder aufzubauen, sagte Kaunas im Podcast „Security Sunday“ von „Politico“. Moskau teste derzeit die NATO und versuche, westliche Gesellschaften einzuschüchtern; Russland eskaliere.

Der Minister verwies auf eine Serie hybrider Angriffe gegen Litauen. Dazu zählte er Desinformationskampagnen, den Einsatz von Migranten als Druckmittel, Drohnen aus Belarus und Sabotageversuche.

Unterstützung für Ukraine soll geschwächt werden

Nach Kaunas’ Einschätzung zielen die Aktivitäten darauf, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Russland wolle die gesamte Ukraine einnehmen, in Russland integrieren und anschließend mit dem Wiederaufbau der Sowjetunion beginnen.

Vor einem russischen Angriff auf NATO-Gebiet wollte der Minister nicht entwarnen. Europa müsse weiter auf Abschreckung setzen und Stärke aufbauen, um militärische Aggression zu vermeiden.

Deutsche Brigade soll 2027 einsatzbereit sein

Für den Aufbau der deutschen Brigade stellte Kaunas Deutschland ein Bestzeugnis aus. Litauen investiere massiv in die Unterbringung der rund 5.000 deutschen Soldaten und ihrer Familien; dabei entstehe nach seinen Worten eine kleine Stadt.

Berichte über Probleme bei der Personalgewinnung in Deutschland wies der Minister zurück. Bis zu 2.000 deutsche Soldaten seien bereits in Litauen, der Prozess habe begonnen und werde vollständig sowie pünktlich erfüllt.

Luftverteidigung bleibt größte Herausforderung

Die deutsche Präsenz sende eine starke Botschaft an Russland, sich nicht in Richtung NATO-Gebiet zu bewegen, sagte Kaunas. Die Vorwärtspräsenz sei die wirkliche Verteidigung jedes einzelnen Quadratzentimeters der NATO.

Als größte aktuelle Herausforderung bezeichnete der Minister die Luftverteidigung. Die Fähigkeitslücke bestehe in allen Ländern.

Kaunas fordert weitere Hilfe für Kiew

Die Sicherheit Europas und der USA bleibe eng miteinander verknüpft. Ein Friedensabkommen für die Ukraine müsse nach den Regeln der Ukraine und nicht nach den Regeln des russischen Präsidenten Wladimir Putin erreicht werden.

Für den bevorstehenden Winter forderte Kaunas zusätzliche Unterstützung für Kiew. Europa und die NATO müssten Waffen und Munition schicken und ihre Hilfe ausweiten, weil Russland den Krieg begonnen habe.

Die Aussagen des litauischen Verteidigungsministers fallen in eine Phase, in der die NATO ihre östliche Flanke stärker auf dauerhafte Abschreckung und schnellere Verstärkung ausrichtet. Litauen grenzt an Belarus und liegt in unmittelbarer Nähe zur russischen Exklave Kaliningrad. Damit besitzt das Land für die Verbindung zwischen den baltischen Staaten und den übrigen NATO-Partnern besondere strategische Bedeutung.

Die geplante deutsche Brigade ist ein zentraler Bestandteil dieser Vorwärtspräsenz. Der Aufbau von Unterkünften, Infrastruktur, Logistik und Luftverteidigung reicht dabei über die reine Stationierung von Soldaten hinaus. Die von Kaunas genannte Größenordnung von rund 5.000 deutschen Soldaten und ihren Familien zeigt, dass Litauen die Brigade als dauerhaftes militärisches und gesellschaftliches Projekt vorbereitet.

Luftverteidigung bleibt zentrale Lücke

Kaunas’ Hinweis auf hybride Angriffe und Drohnen verweist zugleich auf ein breiteres Sicherheitsproblem. Desinformation, Sabotage, Migrationsdruck und unbemannte Systeme können unterhalb der Schwelle eines offenen Bündnisfalls politischen und militärischen Druck erzeugen. Die Luftverteidigung gilt deshalb an der gesamten Ostflanke als Schlüsselfähigkeit.

Für Deutschland bedeutet die Entwicklung, dass die Brigade nicht isoliert betrachtet werden kann. Ihre Einsatzbereitschaft hängt von Personal, Munition, Führungsstrukturen, Transportwegen und dem Schutz vor Drohnen und Raketen ab. Litauens Forderung nach weiterer Unterstützung für die Ukraine verbindet die unmittelbare Sicherheit der Ostflanke mit dem Verlauf des Krieges und der europäischen Fähigkeit, langfristig Abschreckung aufzubauen.

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Die Berichte unterstreichen damit die zunehmende militärische Verdichtung in Litauen. Unterschiedlich gewichtet werden die operative Ausbildung, die amerikanische Präsenz und die politische Bewertung der russischen Strategie.

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