Katharina Dröge, Grün-Rot-Rot

Katharina Dröge öffnet Grünen für Grün-Rot-Rot im Bund

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 09:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hält erstmals öffentlich eine grün-rot-rote Bundesregierung für möglich. Gleichzeitig nennt sie Schwarz-Grün weiterhin als Option und fordert von ihrer Partei klare Bedingungen für künftige Koalitionsverhandlungen.

Dröge offen für Grün-Rot-Rot im Bund
Katharina Dröge (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katharina Dröge, spricht sich erstmals öffentlich für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene aus. In einem Interview mit der „Zeit“ sagte sie, ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken könne bei sozialen Fragen und beim Klimaschutz viel erreichen.

Dröge kritisiert Reformpolitik von Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wirft Dröge vor, mit seiner aktuellen Reformpolitik eine „Umverteilung von unten nach oben“ zu organisieren. Bei der gerechten Besteuerung sehr hoher Vermögen, bei bezahlbaren Mieten und im Kampf gegen Kinderarmut gebe es ihrer Einschätzung nach große gesellschaftliche Mehrheiten.

„Die Mitte tickt eigentlich links“, sagte die Grünen-Politikerin. Zugleich erklärte sie, Schwarz-Grün bleibe für sie eine Option.

Grüne wollen beide Bündnisse verhandeln

Nach Dröges Einschätzung hätten nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot das Potenzial für eine eigene politische Aufbruchserzählung. Eine gemeinsame Regierung von Union und SPD verwalte dagegen lediglich den Stillstand.

Die Aussage fällt vor dem Hintergrund aktueller Umfragen, in denen die Grünen zwischen 14 und 16 Prozent liegen und SPD sowie Linke nur wenig dahinter gesehen werden. Rechnerisch rückt damit eine linke Mehrheit im Bund näher, während der Unvereinbarkeitsbeschluss der Union Koalitionen mit AfD und Linkspartei ausschließt.

Ungewöhnliche Öffnung der Grünen

Dröge räumte ein, die Grünen hätten mit Blick auf Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot bislang zu zurückhaltend gewirkt. Sie wolle offensiv vertreten, dass die Partei beide Bündnisse verhandeln und ihre Bedingungen dafür deutlich machen werde.

Sowohl Schwarz-Grün als auch Grün-Rot-Rot wären auf Bundesebene bislang unerprobte Regierungsmodelle.

Katharina Dröges Vorstoß erweitert das strategische Angebot der Grünen über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Union hinaus. Eine grün-rot-rote Bundesregierung wäre auf Bundesebene ein bislang unerprobtes Bündnis; zugleich verweist die Debatte auf die veränderten Mehrheitsverhältnisse, die aus den aktuellen Umfragen abgeleitet werden.

Politisch entscheidend ist dabei nicht nur die rechnerische Nähe von Grünen, SPD und Linken. Ein solches Bündnis müsste gemeinsame Linien bei Haushalt, Sozialpolitik, Migration, innerer Sicherheit und Außenpolitik finden. Dröge nennt insbesondere soziale Fragen, Klimaschutz, Vermögensbesteuerung, bezahlbare Mieten und Kinderarmut als Felder möglicher Übereinstimmung.

Mehrere Optionen für die Grünen

Mit der gleichzeitigen Offenheit für Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot positioniert sich die Grünen-Fraktionschefin für Gespräche mit beiden politischen Lagern. Das verschiebt die Debatte von einer bevorzugten Koalitionsfarbe hin zu Bedingungen, unter denen die Partei nach einer Bundestagswahl Regierungsverantwortung übernehmen könnte.

Für die Union bleibt eine Zusammenarbeit mit der Linken wegen des Unvereinbarkeitsbeschlusses ausgeschlossen. Dadurch gewinnt die Frage an Bedeutung, ob eine linke Mehrheit tatsächlich politisch tragfähig wäre oder ob unterschiedliche Positionen der drei Parteien eine Verständigung verhindern. Für Wähler wird damit vor allem die Koalitionsaussage der Parteien wichtiger: Nicht nur Stimmenanteile, sondern auch ihre Verhandlungsbereitschaft kann die Regierungsbildung bestimmen.

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