Junge Union bestätigt Johannes Winkel mit 94,6 Prozent
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 22:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWinkels Rückhalt in Bonn
- Johannes Winkel erhielt beim Deutschlandtag in Bonn 265 von 282 gültigen Stimmen.
- Ohne Enthaltungen entspricht das 94,6 Prozent Zustimmung für den JU-Vorsitzenden.
- Bei seiner ersten Wahl 2022 kam Winkel auf 87,0 Prozent, 2024 auf 90,5 Prozent.
Johannes Winkel führt Junge Union weiter
Johannes Winkel ist als Vorsitzender der Jungen Union mit seinem bisher besten Ergebnis bestätigt worden. Beim Deutschlandtag der unabhängigen Jugendorganisation von CDU und CSU in Bonn erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete 265 von 282 gültigen Stimmen.
94,6 Prozent Zustimmung
16 Delegierte stimmten gegen Winkel, zwei enthielten sich. Werden die Enthaltungen nicht mitgerechnet, kommt der 34-Jährige auf 94,6 Prozent Zustimmung.
Damit übertraf Winkel seine bisherigen Ergebnisse: 2024 erhielt er 90,5 Prozent der Delegiertenstimmen, bei seiner ersten Wahl im November 2022 waren es 87,0 Prozent.
JU setzt auf Zuversicht
In seiner Rede verwies Winkel auf die schwierige Lage der Union. Nach drei desaströsen Landtagswahlen und Umfrageergebnissen unter 20 Prozent rief er zugleich zu Zuversicht und Selbstbewusstsein auf.
„Unsere Generation hat mit dieser Union noch einiges vor“, sagte Winkel. Die Geschichte der Volkspartei von CDU und CSU werde seine Generation „erfolgreich weiterschreiben“.
Klare Abgrenzung von der AfD
Winkel grenzte sich ausdrücklich von der AfD ab. Solange die Partei „völkische Positionen bezieht und Extremisten in ihre Reihen holt“, werde die Junge Union nicht mit ihr zusammenarbeiten, betonte er.
Das sei für ihn eine Frage des Charakters und nicht der Umfragewerte. Die Junge Union hat nach eigenen Angaben etwa 90.000 Mitglieder und bezeichnet sich als größten politischen Jugendverband in Deutschland und Europa.
Merz spricht am Samstag
Mit Spannung wird der Auftritt von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz am Samstag erwartet. Im vergangenen Jahr war Merz wegen der Rentenreform heftig mit den Delegierten aneinandergeraten.
Vor Beginn des Deutschlandtags hatte Winkel die Eigenständigkeit der Nachwuchsorganisation betont: „Wir machen unser eigenes Ding.“
Die Wiederwahl fällt in eine Phase, in der die Junge Union ihre Eigenständigkeit gegenüber der CDU-Führung betont. Der Deutschlandtag in Bonn dient dabei nicht nur der Bestätigung des Vorsitzenden, sondern auch als Forum für Forderungen an die Bundespolitik.
Im Mittelpunkt steht vor allem die Rentenpolitik. Die Delegierten hatten beim vorherigen Deutschlandtag offen mit Bundeskanzler Friedrich Merz über die Reform gestritten. Vor dem diesjährigen Treffen wurde aus der JU erneut Druck auf die Koalition angekündigt. Die Debatte berührt einen zentralen Generationenkonflikt: Junge Unionsmitglieder sorgen sich um langfristige Belastungen für Beitragszahler und erwarten zugleich verlässliche soziale Sicherung.
Eigenständigkeit trotz Nähe zur CDU
Winkels Ergebnis zeigt, dass seine Position in der Nachwuchsorganisation gefestigt ist. Die JU versteht sich organisatorisch als unabhängig, bleibt politisch aber eng mit CDU und CSU verbunden. Ihre rund 90.000 Mitglieder machen sie zu einem wichtigen Reservoir für Nachwuchs und innerparteiliche Debatten.
Mit der klaren Abgrenzung von der AfD markiert Winkel zugleich eine Grenze der Zusammenarbeit. Das Thema dürfte für die Union angesichts schwacher Umfragewerte und der Auseinandersetzung über den Umgang mit der AfD weiter an Bedeutung gewinnen.
Merz-Auftritt als nächster Prüfstein
Am Samstag richtet sich die Aufmerksamkeit auf Merz. Sein Auftritt kann zeigen, wie weit Kanzleramt, CDU-Führung und Parteinachwuchs bei der Rentenpolitik und beim künftigen Kurs der Union auseinanderliegen oder zusammenfinden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „JU-Deutschlandtag: Junge Wilde sein, reicht nicht mehr“ (16.10.2026)
Der Beitrag ordne den Deutschlandtag als Treffen in einer angespannten Lage von Partei und Regierungskoalition ein. Anders als die dpa-Meldung, die Winkels Wahlergebnis in den Mittelpunkt stelle, richte der WDR den Schwerpunkt auf den erwarteten Streit über die Rentenreform und den Auftritt von Merz.
NDR: „Check In: Frühstartrente kommt in den Bundestag“ (16.10.2026)
Der NDR-Beitrag ordne den Deutschlandtag in die politischen Themen des Tages ein und verweise auf den früheren offenen Streit mit Merz über die Rente. Im Unterschied zur dpa-Meldung gehe es dort nicht um Winkels Abstimmungsergebnis, sondern um die bevorstehende rentenpolitische Auseinandersetzung.
Beide Beiträge bestätigten die Bedeutung des Deutschlandtags als politisches Forum und rückten stärker die Rentenreform sowie den erwarteten Merz-Auftritt in den Vordergrund. Offen blieb, welche konkreten Signale der Kanzler den Delegierten am Samstag geben werde.
