Junge Union, Johannes Winkel

Junge Union bestätigt Johannes Winkel mit 94,3 Prozent

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 23:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der 34-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete setzt sich beim Deutschlandtag in Bonn klar durch. Er verbindet den Rückhalt mit einer scharfen Abgrenzung von der AfD und fordert Selbstbewusstsein in der Union.

Winkels Rückhalt im Deutschlandtag

  • Johannes Winkel erhielt in Bonn 265 von 283 gültigen Stimmen.
  • 16 Delegierte stimmten gegen den 34-jährigen CDU-Bundestagsabgeordneten.
  • Friedrich Merz soll am Samstag vor der Jungen Union sprechen.
So gut hat Johannes Winkel bei einer Wahl zum JU-Vorsitzenden noch nie abgeschnitten. - Bild: Henning Kaiser/dpa

Junge Union bestätigt ihren Vorsitzenden in Bonn

Johannes Winkel ist mit seinem bisher besten Ergebnis als Vorsitzender der Jungen Union bestätigt worden. Beim Deutschlandtag der unabhängigen Jugendorganisation von CDU und CSU in Bonn erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete 265 von 283 gültigen Stimmen.

94,3 Prozent Zustimmung für Winkel

16 Delegierte stimmten gegen Winkel, zwei enthielten sich. Weil Enthaltungen bei der Union nicht mitgezählt werden, kam der 34-Jährige auf 94,3 Prozent Zustimmung.

Damit übertraf Winkel sein Ergebnis von 2024, als er 90,5 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten hatte. Bei seiner ersten Wahl im November 2022 waren es 87,0 Prozent gewesen.

Appell an die Union

In seiner Rede verwies Winkel auf die angespannte Lage der Union. Drei desaströse Landtagswahlen und Umfragewerte unter 20 Prozent hätten die Partei an einen Tiefpunkt gebracht.

Gleichzeitig rief der Jurist zu Zuversicht und Selbstbewusstsein auf. „Unsere Generation hat mit dieser Union noch einiges vor“, sagte Winkel. Seine Generation werde die Geschichte der Volkspartei von CDU und CSU erfolgreich weiterschreiben.

Klare Abgrenzung von der AfD

Winkel grenzte sich ausdrücklich von der AfD ab. Solange sie völkische Positionen vertrete und Extremisten in ihre Reihen aufnehme, werde die Junge Union nicht mit ihr zusammenarbeiten, betonte er.

Das sei für ihn eine Frage des Charakters und nicht der Umfragewerte. Die Junge Union hat nach eigenen Angaben rund 90.000 Mitglieder und bezeichnet sich als größten politischen Jugendverband in Deutschland und Europa.

Merz stellt sich den Delegierten

Mit Spannung wird der Auftritt von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz am Samstag erwartet. Im vergangenen Jahr war er wegen der Rentenreform heftig mit den Delegierten aneinandergeraten.

Vor Beginn des Deutschlandtags hatte Winkel die Eigenständigkeit des Parteinachwuchses betont: „Wir machen unser eigenes Ding.“

Die Wiederwahl fällt in eine Phase, in der die Junge Union ihre Rolle innerhalb der Union sichtbarer eigenständig ausfüllt. Der Verband ist traditionell Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, versteht sich aber zugleich als Interessenvertretung einer jüngeren Generation, die von langfristigen Entscheidungen bei Rente, Haushalt, Digitalisierung und Wirtschaft besonders betroffen ist.

Der Deutschlandtag in Bonn dient deshalb nicht nur der Bestätigung des Vorsitzenden, sondern auch als politisches Forum vor dem Auftritt der Parteispitze. Die angekündigte Aussprache mit Friedrich Merz lenkt den Blick auf die Spannung zwischen geschlossener Regierungsverantwortung und eigenständigen Forderungen des Parteinachwuchses.

Rente und Generationenpolitik im Mittelpunkt

Besonders konfliktträchtig bleibt die Rentenpolitik. Die Junge Union hatte bereits zuvor auf eine stärkere Berücksichtigung der Belastungen künftiger Beitragszahler gedrängt. Für die Union ist der Verband damit zugleich Mobilisierungsbasis und innerparteiliches Korrektiv.

Winkels Ergebnis stärkt seine Position für die anstehenden Debatten. Mit 94,3 Prozent Zustimmung erhält er ein klares Mandat, die Eigenständigkeit der JU zu vertreten und zugleich die Abgrenzung zur AfD fortzuführen. Für die Delegierten dürfte nun entscheidend sein, ob auf die programmatischen Forderungen konkrete politische Schritte folgen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn: Merz und Söder stellen sich dem Parteinachwuchs“ (16.10.2026)

Der Artikel ordnet den Deutschlandtag als dreitägige Beratung über die programmatische Ausrichtung der JU ein und hebt neben dem Auftritt von Friedrich Merz auch Themen wie Künstliche Intelligenz, Rente und Generationengerechtigkeit hervor. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich stärker auf die Agenda des Treffens und den angekündigten Auftritt von Markus Söder.

WDR: „JU-Deutschlandtag: Junge Wilde sein, reicht nicht mehr“ (16.10.2026)

Der WDR beschreibt die JU als selbstbewussten, zugleich stärker lösungsorientierten Verband und stellt die erwarteten Debatten über Rentenreform und Regierungspolitik heraus. Während die dpa-Meldung das Wahlergebnis in den Mittelpunkt stellt, betont der Beitrag die politischen Erwartungen an den Auftritt des Kanzlers.

Beide Beiträge bestätigen die Bedeutung des Deutschlandtags für die innerparteiliche Debatte. Unterschiede gibt es vor allem beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stehen einmal die gesamte Tagungsagenda und einmal der Reformdruck auf die Unionsspitze.

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