Jürgen Klopp, DFB-Nationalmannschaft

Jürgen Klopp verteidigt XXL-Kader nach Deutschlands Fehlstart

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 13:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp hält trotz des Fehlstarts der deutschen Nationalmannschaft an seinem ungewöhnlich großen Aufgebot fest. Vor dem Spiel gegen Serbien wird deshalb intensiv über den Nutzen von zwei Kadern und 43 Spielern diskutiert.

  • Jürgen Klopp provoziert mit seiner Personalpolitik viele Debatten.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Jürgen Klopp provoziert mit seiner Personalpolitik viele Debatten. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Joshua Kimmich wäre gerne bei der Nationalmannschaft geblieben.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Joshua Kimmich wäre gerne bei der Nationalmannschaft geblieben. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Lothar Matthäus findet das Massenaufgebot von Klopp gut. (Archivbild)  - Bild: Marijan Murat/dpa
    Lothar Matthäus findet das Massenaufgebot von Klopp gut. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Mika Baur (l) und Finn Jeltsch gehören zu der großen Gruppe an DFB-Neulingen.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Mika Baur (l) und Finn Jeltsch gehören zu der großen Gruppe an DFB-Neulingen. - Bild: Federico Gambarini/dpa
Jürgen Klopp provoziert mit seiner Personalpolitik viele Debatten.  - Bild: Federico Gambarini/dpa Joshua Kimmich wäre gerne bei der Nationalmannschaft geblieben.  - Bild: Sven Hoppe/dpa Lothar Matthäus findet das Massenaufgebot von Klopp gut. (Archivbild)  - Bild: Marijan Murat/dpa Mika Baur (l) und Finn Jeltsch gehören zu der großen Gruppe an DFB-Neulingen.  - Bild: Federico Gambarini/dpa

Jürgen Klopp setzt bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft trotz des Fehlstarts in der Nations League weiter auf zwei Kader mit insgesamt 43 Spielern.

Viele neue Gesichter im DFB-Camp

Nach dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden und der 0:1-Niederlage gegen Griechenland ist der Ergebnisdruck vor dem Spiel gegen Serbien am Donnerstag in München gestiegen. Klopp will mit zahlreichen neuen Gesichtern positive Energie erzeugen und den Neuaufbau vorantreiben.

Im Trainingslager in Herzogenaurach hält der Bundestrainer an seinem Ansatz fest. Spieler wie Vitaly Janelt, Mika Baur und Finn Jeltsch gehören zum personellen Wechsel, außerdem erhalten weitere bislang wenig oder gar nicht eingesetzte Profis eine Gelegenheit.

Unterstützung für Klopps Kurs

Für die breite Kaderauswahl gibt es prominente Unterstützung. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus erklärte, er sei mit den zwei nominierten Kadern einverstanden. Nur durch Einsätze lasse sich feststellen, welche Spieler dem Druck des Nationaltrikots gewachsen seien.

Philipp Treu, einer der neuen Kandidaten, überzeugte beim 1:1 in den Niederlanden. Klopp bezeichnete seine Personalstrategie mit vielen Neulingen als „alternativlos“. Deutschland habe zwar keinen einzelnen Spieler vom Format eines Lamine Yamal, Harry Kane oder Kylian Mbappé, verfüge aber über zahlreiche Profis mit Entwicklungspotenzial.

Kritik an fehlender Stabilität

Kritiker sehen dagegen die Gefahr, dass der Bundestrainer in einer sportlichen Krise zu viel Kontinuität opfert. Nach der Niederlage gegen Griechenland wäre Stabilität nötig, damit die Mannschaft Selbstvertrauen zurückgewinne. Mit wechselnden Besetzungen könnten eingespielte Hierarchien und Abläufe verloren gehen.

Im Mittelpunkt steht auch Kapitän Joshua Kimmich, der nach dem Griechenland-Spiel abreiste, während andere Spieler aus dem zweiten Kader nachrückten. Zudem wird hinterfragt, ob die Trennung von Jamal Musiala und Florian Wirtz zum geplanten 4-3-3-System passt.

Nur vorübergehend ein XXL-Aufgebot

Im November soll der Kader wieder auf etwa 23 Spieler verkleinert werden. Bis dahin will Klopp die vier Nations-League-Partien als Experimentierfeld nutzen und möglichst viele Kandidaten für die Europameisterschaft 2028 prüfen.

Die Debatte reicht deshalb über die aktuelle Länderspielserie hinaus. Offen ist, ob die neuen Spieler den Konkurrenzkampf beleben oder ob der große personelle Schnitt die Orientierung in einer ohnehin verunsicherten Mannschaft zusätzlich erschwert.

Ergebnisdruck schon nach zwei Spielen

Deutschland hat aus den ersten beiden Nations-League-Partien unter Jürgen Klopp nur einen Punkt geholt. Damit steht die Auswahl in der Gruppe A2 nach einem Drittel der Vorrunde auf Rang drei; Griechenland führt nach zwei Siegen, die Niederlande liegen ebenfalls vor dem DFB-Team, während Serbien noch punktlos ist.

Das Format lässt in den verbleibenden vier Gruppenspielen grundsätzlich Raum für personelle Tests. Zugleich entscheidet die Platzierung über den weiteren Weg: Die beiden besten Teams erreichen das Viertelfinale. Verpasst Deutschland diese Plätze, ist auch die Teilnahme am Final Four im Juni 2027 nicht mehr möglich. Ein Abstieg aus der A-Liga droht nach derzeitiger Tabellenlage nicht unmittelbar, bleibt aber als Folge weiterer Rückschläge im Raum.

Breite Suche gegen fehlende Stabilität

Der XXL-Kader folgt einer nachvollziehbaren Logik: Nach mehreren enttäuschenden Turnieren soll der Kreis der Nationalspieler vergrößert und die Leistungsfähigkeit bislang weniger beachteter Profis geprüft werden. Das verlängerte Länderspielfenster mit vier Begegnungen ermöglicht dabei mehr Wechsel als ein gewöhnlicher Lehrgang.

Der Preis ist eine geringere Einspielzeit. Gerade in der Abwehr und im zentralen Mittelfeld können wechselnde Partner Abläufe erschweren. Für die Spieler bedeutet der Ansatz zugleich eine große Chance, aber auch hohen kurzfristigen Druck: Wer debütiert oder nur eine Partie erhält, muss sich schnell auf internationalem Niveau behaupten. Das Spiel gegen Serbien wird deshalb zum praktischen Test, ob Klopps Breite tatsächlich neue Stabilität erzeugt.

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