Jürgen Klopp, DFB-Nationalmannschaft

Nations League Deutschland: Jürgen Klopp startet mit XXL-Kader und fordert „sofort mehr“

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 16:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp startet mit einem XXL-Kader und strahlender Aufbruchsstimmung in seine erste Länderspielwoche als Bundestrainer. Trotz wenig Vorbereitungszeit setzt er klare Erwartungen und justiert seinen zweigeteilten Kader bereits vor dem Debüt gegen die Niederlande.

  • Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an.    - Bild: Daniel Löb/dpa
    Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an. - Bild: Daniel Löb/dpa
  • Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa
    Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa
  • Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild)  - Bild: David Inderlied/dpa
    Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild) - Bild: David Inderlied/dpa
Drei Punkte will Jürgen Klopp - und das bei seinem Start am liebsten in allen vier Nations-League-Spielen. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa Ein Rückkehrer fährt vor: Torwart Marc-André ter Stegen kommt mit dem DFB-Fahrdienst am Quartier in Herzogenaurach an.    - Bild: Daniel Löb/dpa Top gestartet beim FC Barcelona: Turbo-Angreifer Karim Adeyemi. (Archivbild) - Bild: Alberto Saiz/AP/dpa Plötzlich Nationalspieler: Felix Keidel darf Jürgen Klopp nun duzen. (Archivbild)  - Bild: David Inderlied/dpa

Jürgen Klopp hat seinen ersten Lehrgang als Bundestrainer mit einem XXL-Kader in Herzogenaurach eröffnet und dabei sofort Aufbruchsstimmung verbreitet.

Anreise im Stammquartier und erster Trainingsauftakt

Im DFB-Homeground begrüßte Klopp als eine Art Empfangschef zunächst 24 Spieler, darunter Rückkehrer Marc-André ter Stegen und mehrere Neulinge wie Philipp Treu, mit kräftigem Handschlag. Beim Treffpunkt im Stammquartier in Herzogenaurach zeigte sich auch die Sonne, was die von Klopp gewünschte positive Grundstimmung zusätzlich unterstrich. Auf dem Platz konnte der neue Bundestrainer zunächst nur mit einer Kleingruppe um die Bayern-Profis Joshua Kimmich und Jamal Musiala sowie Kevin Schade arbeiten, weil deren Vereine bereits am Freitag gespielt hatten.

Marketing-Termine und verspätetes Teamtraining

Das erste komplette Mannschaftstraining ist erst für den Dienstagnachmittag angesetzt, da zum Auftakt zunächst Foto- und Marketingtermine anstanden. Klopp schilderte mit Verweis auf frühere Jahre, dass ihn ein solcher Ablauf früher verärgert hätte, er als erfahrener Trainer nun aber den Rest der Planung darum herum organisiere. Damit machte er deutlich, dass er pragmatisch mit den Rahmenbedingungen umgeht und trotz enger Taktung Struktur in die Vorbereitung bringen will.

Enger Spielplan und Nations-League-Auftakt

Der 59-Jährige steht mit seinem Debüt unmittelbar vor einer intensiven Startphase in der Nations League. Bereits am Donnerstag wartet in Amsterdam der Erzrivale Niederlande, drei Tage später folgt in Augsburg das erste Heimspiel unter Klopp gegen Griechenland. In der zweiten Woche stehen weitere Partien in München gegen Serbien und erneut gegen Griechenland in Thessaloniki auf dem Programm. Der neue Bundestrainer betonte, dass die Kaderplanung auf vier wettbewerbsorientierte Auftritte ausgelegt ist.

Ausfall von Gruda und Tausch in der Offensive

Früh musste Klopp den ersten personellen Rückschlag verkraften: Brajan Gruda von RB Leipzig fällt mit einer Bauchmuskelzerrung aus und war ursprünglich für die zweite Lehrgangswoche vorgesehen. Eine Nachnominierung ist nicht geplant, sodass die ohnehin enorme Kadergröße von 43 Spielern bestehen bleibt. Zugleich nimmt der Bundestrainer in seinem zweigeteilten Aufgebot einen Tausch vor und setzt ein Zeichen in der Offensive.

Adeyemi rückt vor, Karl in zweite Woche verschoben

Karim Adeyemi, den Klopp in die Nationalmannschaft zurückgeholt hat und der beim FC Barcelona einen starken Start hingelegt hat, gehört nun zum ersten Kaderblock mit den Spielen in Amsterdam und Augsburg. Dafür wechselt der 18 Jahre alte Bayern-Stürmer Lennart Karl, der seine erste WM wegen einer Muskelverletzung in den USA verpasst hatte, in den zweiten Kader mit den Begegnungen in München und Thessaloniki. Der Deutsche Fußball-Bund begründet diese Rochade mit der Belastungssteuerung, da Karl beim jüngsten 7:0 des FC Bayern gegen Union Berlin bereits 90 Minuten auf der Bank gesessen hatte.

Kein A- oder B-Team und viele Neulinge

Klopp betonte, dass er keine Einteilung in A- und B-Mannschaft vornehme und beide Kader so zusammengestellt seien, dass sie von Positionen, Charakteren sowie dem Verhältnis von erfahrenen und jüngeren Spielern her stimmig seien. Insgesamt 16 Profis ohne bisherigen Länderspieleinsatz sind Teil der Maßnahme, viele von ihnen werden als Perspektivspieler für die Europameisterschaft 2028 und die Weltmeisterschaft 2030 betrachtet. Für sie ist der erste Lehrgang eine Gelegenheit, sich dem neuen Bundestrainer zu präsentieren und gleichzeitig dessen Arbeitsweise kennenzulernen.

Locker im Umgang, klar in den Erwartungen

Neuling Felix Keidel von der SV Elversberg berichtete von einem ersten Telefonat mit Klopp, in dem der Bundestrainer früh auf ein Du-Verhältnis bestand und so einen ungezwungenen Umgangston vorgab. Trotz der Lockerheit macht Klopp keinen Hehl aus seiner Anspruchshaltung: Er kündigte an, so schnell wie möglich eine neue Herangehensweise sichtbar machen zu wollen und erklärte, er erwarte "sofort mehr" von seiner Mannschaft. Für die anstehenden vier Nations-League-Partien formulierte er das Ziel, jede dieser Begegnungen zu gewinnen.

Fokus auf Lösungen statt Problemen

Der Bundestrainer verwies darauf, dass nach der WM zeitweise der Eindruck entstanden sei, es mangele dem deutschen Fußball an Talenten. In der Analyse des Spielermarkts sei dem Trainerteam jedoch eine Vielzahl interessanter Akteure aufgefallen, die nun im XXL-Kader eine Chance erhalten. Klopp betonte den Reiz des Neuanfangs und stellte klar, dass in der aktuellen Phase weniger über Probleme gesprochen werde, sondern konsequent an Lösungen für die Aufgaben gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland gearbeitet werden solle.

Neuer Anfang nach WM-Enttäuschung

Der erste Lehrgang unter Jürgen Klopp steht klar im Zeichen eines Neustarts nach dem frühen WM-Aus der Nationalmannschaft. Die dpa-Meldung beschreibt, wie der neue Bundestrainer in Herzogenaurach mit einem ungewöhnlich großen und bewusst durchmischten Kader aus etablierten Kräften und vielen Debütanten arbeitet. Dieser Ansatz signalisiert, dass kurzfristige Ergebnisse und langfristige Kaderentwicklung parallel gedacht werden sollen. Das Auftaktspiel in der Nations League in Amsterdam besitzt dabei symbolische Bedeutung, weil es gegen einen langjährigen Rivalen geht und als erste Bewährungsprobe der neuen Ära gilt.

Größerer Kader, breitere Auswahl

Die Nominierung von 43 Spielern – darunter 16 Akteure ohne A-Länderspiel – zeigt einen strategischen Versuch, den Kreis der Nationalspieler deutlich zu verbreitern. Spieler wie Felix Keidel oder Lennart Karl stehen stellvertretend für eine Generation, die perspektivisch auf die EM 2028 und die WM 2030 vorbereitet werden soll. Die Aufteilung in zwei Wochenkader und der begründete Tausch von Karim Adeyemi und Lennart Karl unter dem Stichwort Belastungssteuerung deuten darauf hin, dass die Nationalmannschaft enger mit den Anforderungen der Vereine verzahnt werden soll. Für Rückkehrer wie Marc-André ter Stegen oder verletzungsgeplagte Profis ist dieser erste Lehrgang zugleich ein Testlauf für ihre Rolle im neuen System.

Erwartungsdruck und Chancen für Talente

Klopp verbindet den lockeren Ton im Umgang mit Spielern mit einer klaren Erwartungshaltung: Er fordert, dass sofort Fortschritte sichtbar werden. Angesichts der Nations-League-Partien gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien ist der Druck hoch, zugleich aber eröffnet die Dichte der Spiele vielen Talenten Einsatzchancen. Für Fans bedeutet dies, dass in kurzer Zeit zahlreiche neue Gesichter im DFB-Trikot zu sehen sein werden und sich die Hierarchien im Team verschieben können. Mittel- bis langfristig könnte dieser breitere Unterbau helfen, die Nationalelf widerstandsfähiger gegen Formschwankungen und Verletzungen zu machen und den Konkurrenzkampf in nahezu allen Mannschaftsteilen zu erhöhen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FR: „Niederlande gegen Deutschland live im TV und Stream – Klopp-Debüt“ (20.09.2026)

Der Bericht stelle das Nations-League-Spiel in Amsterdam als offiziellen Startpunkt der Ära Klopp heraus und betone, dass die Partie nach dem WM-Aus gegen Paraguay eine neue Zeitrechnung für die Nationalmannschaft einläute. Hervorgehoben werde, dass Deutschland mit einem XXL-Kader in die Nations League gehe und die Begegnung gegen die Niederlande als besonders prestigeträchtiger Härtetest gelte. Zugleich werde die Bedeutung des Spiels für ein erstes Signal in Richtung Fans und Öffentlichkeit unterstrichen.

Merkur: „„Ein ganz großes Plus“: Bayern-Star Gnabry fiebert DFB-Comeback nach langer Pause entgegen“ (19.09.2026)

Der Artikel stelle vor allem die Person Serge Gnabry in den Mittelpunkt und schildere, wie sich der Offensivspieler nach einer längeren Verletzungspause über seine Nominierung für Klopps ersten Großkader freue. Der Bericht ordne Gnabrys Rückkehr als wichtigen Baustein im neuen Offensivkonzept ein und betone, dass der Lehrgang ihm helfen solle, Spielrhythmus zu finden. Im Vergleich zur dpa-Meldung liege der Schwerpunkt stärker auf individueller Perspektive und weniger auf der strukturellen Kaderbreite.

Übergreifend werde in beiden Beiträgen deutlich, dass Klopps Amtsantritt als Wendepunkt nach der WM wahrgenommen werde, zugleich aber unterschiedliche Akzente gesetzt würden: Während der FR-Bericht die symbolische Bedeutung des Debütspiels betone, rücke der Merkur die Chancen einzelner Spieler im XXL-Kader stärker in den Vordergrund.

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