DFB-Nationalmannschaft, Jürgen Klopp

DFB-Kader: Jürgen Klopp startet mit XXL-Doppel-Kader und 44 Spielern in die Nations League

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 10:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp startet als Bundestrainer mit einem Rekord-Doppel-Kader aus 44 Spielern in die Nations League und setzt damit auf eine außergewöhnlich breite Sichtung. Für Fans und Spieler bedeutet der Ansatz viele neue Gesichter und neu entfachten Konkurrenzdruck im DFB-Team.

  • Alles neu macht Jürgen Klopp. (Archivbild)  - Bild: Florian Wiegand/dpa
    Alles neu macht Jürgen Klopp. (Archivbild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
  • Marc-André ter Stegen soll gegen die Niederlande sein Comeback im WM-Tor erleben. (Archivbild)  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Marc-André ter Stegen soll gegen die Niederlande sein Comeback im WM-Tor erleben. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
Alles neu macht Jürgen Klopp. (Archivbild)  - Bild: Florian Wiegand/dpa Marc-André ter Stegen soll gegen die Niederlande sein Comeback im WM-Tor erleben. (Archivbild)  - Bild: Federico Gambarini/dpa

Jürgen Klopp beginnt seine Amtszeit als Bundestrainer nach dem nächsten WM-Flop der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem XXL-Sichtungskader von insgesamt 44 Spielern für die kommenden Nations-League-Partien.

Doppel-Kader mit Rekordumfang für vier Spiele

Der neue Chefcoach des DFB setzt dabei auf einen Doppel-Kader in Rekordgröße für seine ersten vier Länderspiele. Nach den ersten beiden Partien in Amsterdam gegen die Niederlande und in Augsburg gegen Griechenland wird der Kader im Stammquartier Herzogenaurach teilweise ausgetauscht, bevor die Spiele in München gegen Serbien und erneut gegen Griechenland in Thessaloniki folgen.

Die Fans dürfen sich auf viele neue und teilweise bislang unbekannte Gesichter im Trikot der Nationalmannschaft einstellen, da sich arrivierte Kräfte und Debütanten in beiden Listen mischen.

44 Spieler, Rückkehrer und zahlreiche Neulinge

Insgesamt umfasst Klopps erstes Aufgebot 44 Akteure, darunter noch 16 WM-Teilnehmer sowie mehrere Rückkehrer wie Marc-André ter Stegen, Serge Gnabry und Karim Adeyemi. Auffällig ist zudem die Zahl von 16 Spielern ohne bisherigen Länderspieleinsatz, die der Bundestrainer nun erstmals im A-Team testen will.

Zu den Neulingen zählen unter anderem Mika Baur von Celtic Glasgow, Bambasé Conté aus Hoffenheim, Vitaly Janelt vom FC Brentford, Felix Keidel vom Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg, Hennes Behrens aus Augsburg sowie die Freiburger Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant. Ebenfalls erstmals dabei sind Younes Ebnoutalib aus Frankfurt und Finn Jeltsch aus Stuttgart.

Klopp setzt auf Potenzial und breite Sichtung

Klopp betonte bei der Präsentation seines Premieren-Kaders auf dem DFB-Campus in Frankfurt, die Zusammenstellung habe ihm Freude bereitet und er wolle möglichst viele Spieler kennenlernen und Eindrücke sammeln. Nach seinen Worten sieht der Trainer in den ausgewählten Profis viel Talent und richtet den Blick darauf, wer in den kommenden Jahren eine tragende Rolle im Nationalteam übernehmen kann.

Der Bundestrainer stellte klar, dass er beim Kader nicht nach fehlenden Spielern, sondern nach den vorhandenen Möglichkeiten gesucht habe und zeigte sich mit der Auswahl zufrieden. Das Aufgebot ist dabei ausdrücklich nicht als A- und B-Kader angelegt, sondern teilt erfahrene Kräfte und Debütanten auf beide Listen auf.

Planung für Nations League mit übergreifendem Gerüst

Für die ersten beiden Spiele wird ein 24-Mann-Kader in Herzogenaurach einziehen. Aus diesem ersten Aufgebot sollen nach Plan des Bundestrainers mehrere Feldspieler auch im zweiten Kader für die Partien Anfang Oktober weiter dabei sein, um einen Kern an eingespielten Kräften zu behalten.

Genannt werden dabei unter anderem das Bayern-Duo Jamal Musiala und Serge Gnabry sowie Nico Schlotterbeck, die nach Verletzungen oder Ausfällen wieder Rhythmus aufnehmen sollen. Rückkehrer Marc-André ter Stegen ist zudem als Nummer eins für das erste Spiel gegen die Niederlande vorgesehen, da er nach Klopps Einschätzung fit ist und über die notwendige Erfahrung verfügt.

Prominente Namen nicht im XXL-Aufgebot

Trotz des großen Umfangs des Kaders fehlen einige prominente Spieler, die noch zum WM-Aufgebot des früheren Bundestrainers Julian Nagelsmann gehörten. Nicht berücksichtigt wurden die drei Stuttgarter Deniz Undav, Angelo Stiller und Jamie Leweling sowie Leroy Sané und der Dortmunder Maximilian Beier.

Nach der WM hatten lediglich Rekordtorwart Manuel Neuer und Abwehr-Routinier Antonio Rüdiger von Real Madrid ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Klopp wird die ersten Spieler bereits am Sonntagabend im Quartier in Herzogenaurach empfangen, am Montag beginnt dann die Vorbereitung mit dem 24 Spieler umfassenden ersten Kader.

Neuanfang nach WM-Enttäuschung

Der ungewöhnlich große Doppel-Kader markiert einen klaren Bruch mit der jüngeren Vergangenheit der Nationalmannschaft. Nach dem erneuten frühen Scheitern bei der WM setzt Jürgen Klopp auf maximale Öffnung des Auswahlfensters und schafft für eine Vielzahl von Spielern erstmals direkte Vergleichsmöglichkeiten im A-Team. Der Fokus liegt damit weniger auf kurzfristiger Eingespieltheit, sondern auf einer breiten Bestandsaufnahme des vorhandenen Potenzials.

Signalwirkung für Bundesliga und Ausland

Bemerkenswert ist, dass Klopp nicht nur etablierte Kräfte und WM-Fahrer berücksichtigt, sondern zahlreiche Profis aus unterschiedlichen Vereinen und Ligen – von Bundesliga-Aufsteigern bis zu Akteuren aus Schottland oder der Premier League. Für Klubs und Spieler sendet dies das Signal, dass aktuelle Form und Entwicklung wichtiger sind als Name oder Stammplatz-Historie im DFB-Team. Zugleich erhöht der Doppel-Kader den Konkurrenzdruck in nahezu allen Mannschaftsteilen, da sich Debütanten unmittelbar mit erfahrenen Nationalspielern messen können.

Konsequenzen für den Weg zur nächsten WM

Die Struktur mit zwei Kadern über vier Nations-League-Partien erlaubt es, Belastung zu steuern und gleichzeitig verschiedene Konstellationen im Wettkampf zu testen. Für die Fans bedeutet der Ansatz viele neue Gesichter und eine deutlich größere Durchlässigkeit zwischen Klub- und Nationalmannschaft. Mittel- bis langfristig könnte dieser Kurs dazu führen, dass die Mannschaft variabler und breiter aufgestellt in die nächsten Qualifikationsphasen geht, während prominente Nicht-Nominierungen zeigen, dass Stammplätze neu verteilt und an Leistung gekoppelt werden.

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