Jürgen Klopp feiert ersten Sieg als Bundestrainer: Deutschland schlägt Serbien 2:0
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 05:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp hat als Bundestrainer seinen ersten Sieg gefeiert: Die deutsche Nationalmannschaft gewann in München das dritte Nations-League-Spiel gegen Serbien mit 2:0.
Pressing und Power
Tom Bischof brachte die DFB-Auswahl in der 39. Minute in Führung, Florian Wirtz erhöhte in der 61. Minute. Deutschland erspielte sich zahlreiche Chancen und setzte Serbien mit aggressivem Gegenpressing über weite Strecken unter Druck.
Klopp lobte nach der Partie besonders die Einstellung seiner Mannschaft. Die Spieler seien „auf Krawall eingestellt“ gewesen, sagte der Bundestrainer. Die hohe Intensität habe dazu beigetragen, dass die Mannschaft auch nach vergebenen Möglichkeiten konzentriert geblieben sei.
Wirtz, Pavlovic und Bischof
Im Mittelfeld überzeugten Wirtz, Aleksandar Pavlovic und Bischof. Wirtz erzielte nicht nur das zweite Tor, sondern bereitete auch Bischofs Treffer vor. Klopp wollte dennoch keinen einzelnen Spieler herausheben und verwies auf das Zusammenspiel der drei.
Der Bundestrainer zeigte sich nach dem Abpfiff erleichtert und sprach von einem rundum gelungenen Auftritt. Nach zwei sieglosen Spielen war es der erste Erfolg unter seiner Leitung beim Deutschen Fußball-Bund.
Fünf Debütanten
Gegen Serbien kamen fünf Spieler zu ihrem Debüt: Torwart Jonas Urbig, Derry Scherhant, Said El Mala, Mika Baur und Vitaly Janelt. Baur schrieb dabei deutsche Fußballgeschichte: Der Spieler von Celtic Glasgow wurde zum 1000. Nationalspieler des DFB.
Klopp betonte, er freue sich darüber, die neuen Spieler eingeladen und gesehen zu haben. Die Partie bot ihm zugleich die Möglichkeit, Alternativen für die Nationalmannschaft zu testen.
Keine Rangordnung durch ein Spiel
Joshua Kimmich und Jonathan Tah pausierten. Klopp wies die Frage zurück, ob die etablierten Spieler nun wegen der starken Leistung der Ersatzleute unter Druck gerieten.
Der Trainer erklärte, die deutsche Mannschaft müsse in unterschiedlichen Aufstellungen eine bestimmte Art von Fußball spielen können. Der Fußball solle konstant bleiben, die Besetzung könne es nicht.
Revanche in Griechenland
Durch den Sieg hat Deutschland in der Nations League wieder vier Punkte und bleibt in Reichweite der Niederlande und Griechenlands. Am Sonntag steht in Thessaloniki das Rückspiel gegen den Tabellenführer an. Das Hinspiel in Augsburg hatte Deutschland mit 0:1 verloren.
Klopp wollte nach dem Sieg noch keine öffentliche Taktikbesprechung für die nächste Partie liefern. Sein Plan sei, nach Hause zu fahren, zu schlafen, nach Griechenland zu fliegen und dort Fußball zu spielen.
Ein Sieg mit Signalwirkung
Der 2:0-Erfolg gegen Serbien beendet Klopps sieglose Startphase als Bundestrainer und verschafft der deutschen Mannschaft in der Nations League wieder Bewegung. Nach drei Spieltagen steht Deutschland bei vier Punkten. Der Rückstand auf Tabellenführer Griechenland beträgt drei Zähler, die Niederlande liegen einen Punkt vor der DFB-Auswahl.
Sportlich auffällig war vor allem die Breite des Kaders. Klopp veränderte die Startelf vollständig und gab mehreren jungen Spielern Gelegenheit, sich unter Wettbewerbsbedingungen zu zeigen. Das Mittelfeld mit Florian Wirtz, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof verband Ballbesitz, Dynamik und aggressives Gegenpressing. Zugleich zeigte die Chancenverwertung, dass der Auftritt trotz des klaren Ergebnisses nicht fehlerfrei war.
Die nächste Prüfung
Die Bedeutung des Sieges wird sich am Sonntag in Thessaloniki genauer einordnen lassen. Dort trifft Deutschland erneut auf Griechenland, das bislang die Gruppe anführt. Die Partie ist damit nicht nur eine Revanche für die 0:1-Niederlage aus Augsburg, sondern auch ein direkter Test, ob die neu formierte Mannschaft ihre Intensität gegen einen stärkeren Gegner bestätigen kann.
Für die etablierten Kräfte entsteht trotz Klopps Betonung wechselnder Aufstellungen zusätzlicher Konkurrenzdruck. Kimmich und Tah fehlten gegen Serbien, während mehrere Nachwuchsspieler überzeugten. Kurzfristig stärkt das die Auswahlmöglichkeiten des Trainers; langfristig muss sich zeigen, ob die gewünschte Spielweise auch mit wechselnden Besetzungen stabil funktioniert.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „Klopps DFB-Team feiert Fußball-Fest gegen schwache Serben“ (01.10.2026)
Der Bericht hebe neben dem ersten Sieg besonders Spielwitz, Tempo und Klopps radikalen Wechsel der Startelf hervor. Er betone außerdem, dass die Mannschaft gegen einen tief stehenden Gegner viele Chancen herausgespielt habe und der Auftritt Mut für die Revanche in Griechenland mache.
Tagesspiegel: „Fußball-Nationalmannschaft: Neue Namen, neues Tempo: Klopp feiert seine Siegpremiere“ (01.10.2026)
Der Artikel stelle den Sieg als Signal für eine mögliche fußballerische Erneuerung heraus und rücke den 1000. Nationalspieler Mika Baur in den Mittelpunkt. Zugleich weise er darauf hin, dass Ergebnisse allein keine nachhaltige Entwicklung garantierten und die Tabellenkonstellation die nächste Partie gegen Griechenland besonders wichtig mache.
Beide Berichte bestätigten den ersten Klopp-Sieg, die Tore von Bischof und Wirtz sowie die starke Leistung der neu formierten Mannschaft. Während ntv den taktischen Ansatz und die vielen Chancen hervorhebe, betone der Tagesspiegel stärker die Nachwuchsspieler, das historische Debüt und die noch offene Frage nach der Beständigkeit.
