Joshua Kimmich reist nach 0:1 gegen Griechenland vorzeitig ab
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 04:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJoshua Kimmich muss nach dem 0:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland vorzeitig abreisen und verpasst wie von Jürgen Klopp geplant die nächsten beiden Nations-League-Spiele.
Kimmich hoffte bis zuletzt
Der Kapitän hatte am Spielort Augsburg noch auf eine Ausnahme gehofft. „Ich hatte bis zum Ende so ein bissel gehofft, zu bleiben“, sagte der 31-Jährige nach seinem 115. Länderspiel.
Klopp blieb jedoch bei seinem Plan, in der zweiten Länderspiel-Woche gegen Serbien am Donnerstag und drei Tage später erneut gegen Griechenland auf Kimmich zu verzichten. Der Bayern-Profi erklärte, er verstehe, dass der Trainer auch andere Spieler kennenlernen wolle.
Bittere Rückkehr nach München
Besonders unglücklich ist die Entscheidung für Kimmich, weil das Spiel gegen Serbien in München stattfindet. Der Kapitän hat für die kommenden Tage zunächst kein Ersatzprogramm geplant und will wegen der Schule seiner Kinder zu Hause bleiben. Einen Besuch der Partie am Donnerstag schloss er nicht aus.
Abgefälschter Gegentreffer
Im Spiel gegen Griechenland wurde Kimmich zum Pechvogel. Dimitris Kourbelis erzielte den einzigen Treffer; Kimmich fälschte den Ball entscheidend ab. Zugleich bewertete der Mittelfeldspieler den eigenen Auftritt kritisch.
Deutschland habe die Partie nicht zwingend verlieren müssen, aber auch keinen Sieg verdient gehabt, sagte Kimmich. Der Mannschaft sei zu wenig eingefallen, zudem habe sie sich zu wenige Chancen erarbeitet.
Zuversicht trotz Fehlstarts
Den Auftakt unter Klopp wolle er nicht zu negativ bewerten, betonte Kimmich. Die Mannschaft müsse Dinge ausprobieren, zueinanderfinden und sich auf einen neuen Ansatz einlassen. Die Stimmung in Klopps erster Trainingswoche als neuem Chefcoach sei sehr positiv gewesen; die Mannschaft werde besser werden.
Neuer Ansatz mit frühem Belastungstest
Jürgen Klopp hat seine Amtszeit als Bundestrainer mit einem klaren Veränderungskurs begonnen. Schon vor dem Spiel gegen Griechenland veränderte er die Startelf auf mehreren Positionen und gab Bambasé Conté sein Debüt. Die Niederlage zeigt, dass personelle Erprobung und kurzfristige Ergebnisse in der Nations League unmittelbar aufeinandertreffen.
Für Kimmich ist die Situation besonders relevant, weil er als Kapitän und Führungsspieler weiterhin eine zentrale Rolle einnimmt, zugleich aber nicht jede Partie bestreiten soll. Klopps angekündigtes Durchwechseln betrifft damit nicht nur Ergänzungsspieler, sondern auch etablierte Kräfte. Die Entscheidung soll den gesamten Kader kennenlernen und die Belastung über mehrere Länderspiele verteilen.
Was die nächsten Spiele bedeuten
Deutschland trifft in der laufenden Länderspiel-Woche noch auf Serbien und erneut auf Griechenland. Kimmich wird diese Partien nach der Entscheidung des Bundestrainers von zu Hause aus verfolgen; ein Besuch beim Spiel in München ist möglich. Für die Mannschaft bieten die Begegnungen die Gelegenheit, die unter Klopp erprobten Abläufe ohne ihren Kapitän weiterzuentwickeln.
Sportlich erhöht die 0:1-Niederlage den Druck auf die nächsten Auftritte. Gegen Griechenland blieb Deutschland trotz einer insgesamt ordentlichen Leistung offensiv zu harmlos und verlor durch einen entscheidend abgefälschten Treffer. Für die Einordnung des neuen Systems wird daher nicht nur die Auswahl der Spieler, sondern vor allem die Entwicklung von Chancen, Kontrolle und Stabilität entscheidend sein.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
SPIEGEL: „DFB-Team verliert gegen Griechenland: Bremse für die Klopp-Euphorie“ (27.09.2026)
Der Bericht ordne die 0:1-Niederlage als Rückschlag für den positiven Start des neuen Bundestrainers ein. Er bestätige damit das Ergebnis und die enttäuschende Wirkung des Spiels, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf die gebremste Aufbruchstimmung als auf Kimmichs persönliche Situation.
n-tv: „Jürgen Klopp sorgt für dicke Überraschung“ (27.09.2026)
Der Beitrag habe vor dem Anpfiff die fünf Veränderungen in Klopps Startelf hervorgehoben und Contés Debütchance beschrieben. Er bestätige damit den personellen Erprobungskurs, behandle aber weder Kimmichs vorzeitige Abreise noch die Folgen der Niederlage ausführlich.
Beide Beiträge stellten Klopps neuen Kurs und die Bedeutung der personellen Veränderungen heraus. Der SPIEGEL-Bericht betone die sportliche Enttäuschung nach dem Spiel, während n-tv den Schwerpunkt auf die Aufstellung vor dem Anpfiff lege; Kimmichs Umgang mit der Entscheidung bleibe dort offen.
