Jürgen Klopp, Joshua Kimmich

Joshua Kimmich fehlt: Jürgen Klopp erklärt Verzicht auf Kapitän

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp erklärt, warum Kapitän Joshua Kimmich trotz dessen Wunsch nicht bei den nächsten beiden Länderspielen bleibt. Der Bundestrainer will im zweiten Kader neue Spieler sehen und sich für künftige Ausfälle wappnen.

Knirscht es? Joshua Kimmich (l) und Jürgen Klopp nach dem verlorenen Spiel gegen Griechenland. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
Knirscht es? Joshua Kimmich (l) und Jürgen Klopp nach dem verlorenen Spiel gegen Griechenland. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa

Jürgen Klopp verzichtet bei den Länderspielen gegen Serbien und Griechenland auf Kapitän Joshua Kimmich, obwohl der Bayern-Profi nach der Niederlage gegen Griechenland bis zuletzt auf einen Verbleib gehofft hatte.

Klopp begründet Kaderentscheidung

„Er hat tatsächlich ein paar Mal nachgefragt“, sagte Klopp im BR24-Interview. Mit einem Grinsen fügte der Bundestrainer hinzu: „Aber da kann ich Jo sagen, je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt er das, was er will.“

Kimmich gehört damit nicht mehr zum zweiten Aufgebot für das Heimspiel gegen Serbien in der Münchner Arena und die Partie am kommenden Sonntag in Griechenland. Nach dem 0:1 gegen Griechenland am vergangenen Sonntag in Augsburg hatte Kimmich erklärt, er habe bis zum Ende gehofft, bei der Mannschaft bleiben zu können.

„Es ist alles gut“

Grundsätzlich äußerte sich Klopp positiv über Kimmichs Auftreten und Leistung in der ersten Länderspielwoche. „Er hat einen großartigen Eindruck gemacht und ist ein toller Kapitän. Es ist alles gut“, sagte der 59-Jährige.

Er habe mit seinem Trainerteam aber „jetzt diesen Schnitt“ beim Kader machen wollen. Klopp wolle die Spieler auch sehen, „wenn die Platzhirsche nicht da sind“ – darunter Neulinge wie Vitaly Janelt vom FC Brentford.

Vorbereitung auf die Zukunft

Der Bundestrainer begründete den personellen Wechsel mit möglichen künftigen Ausfällen. Er wolle vorbereitet sein, falls er etwa auf Verletzungen reagieren müsse. „Das tun wir gerade“, sagte Klopp.

Im Bayerischen Rundfunk richtete Klopp zudem eine scherzhafte Botschaft an Kimmich: „Die Familie Kimmich hat jetzt Familienurlaub. Ich hoffe, er macht den auch, um ehrlich zu sein.“ Im ZDF betonte er später: „Es ist überhaupt nicht gegen ihn.“ Dass Kimmich unbedingt habe dabeibleiben wollen, zeichne ihn aus; eine besondere Botschaft habe er ihm damit nicht senden wollen.

Neustart mit sportlichem Risiko

Klopp nutzt die beiden Länderspielwochen nach dem 1:1 gegen die Niederlande und der 0:1-Niederlage gegen Griechenland, um zwei unterschiedlich zusammengesetzte Kader zu testen. Der Verzicht auf Kimmich ist deshalb Teil eines grundsätzlich angelegten Plans: Der Bundestrainer will Spieler sehen, die bislang weniger Verantwortung in der Nationalmannschaft getragen haben.

Sportlich erhöht dieses Vorgehen den Druck. Deutschland hat nach zwei Spielen nur einen Punkt, während Griechenland und die Niederlande vor der DFB-Auswahl liegen; Serbien ist nach zwei Niederlagen Tabellenletzter. Ein Erfolg gegen den direkten Konkurrenten würde die Ausgangslage stabilisieren, eine weitere Niederlage könnte den Abstand zur Spitze der Gruppe vergrößern.

Was Kimmichs Abwesenheit bedeutet

Kimmich ist als Kapitän und zentraler Mittelfeldspieler eine feste Größe. Seine Abreise schafft daher nicht nur eine Lücke in der Hierarchie, sondern eröffnet auch Spielern wie Vitaly Janelt oder weiteren Debütanten die Möglichkeit, sich für kommende Lehrgänge zu empfehlen. Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Die Partie gegen Serbien ist neben dem Ergebnis vor allem ein Test dafür, wie belastbar Klopps personelle Alternativen sind.

Die Entscheidung zeigt zugleich, dass Klopp kurzfristige Resultate und langfristige Kaderentwicklung miteinander verbinden will. Der Bundestrainer muss dabei erklären, warum etablierte Spieler pausieren, ohne deren Bedeutung für die Mannschaft infrage zu stellen. Seine Botschaft an Kimmich soll genau diese Balance herstellen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ntv: „Schon wieder Reset-Knopf: Jürgen Klopp kämpft mit "doofem" Problem“ (01.10.2026)

Der Bericht ordne Kimmichs Abreise in Klopps grundsätzlichen Neuaufbau ein und beschreibe den zweiten Kader als Bewährungsprobe für jüngere und weniger etablierte Spieler. Anders als die dpa-Meldung, die Klopps persönliche Botschaft an Kimmich hervorhebe, setze der Artikel den Schwerpunkt auf Zeitdruck, öffentliche Erwartungen und die sportlichen Folgen einer weiteren Niederlage.

ntv: „Erster Sieg für Klopp mit DFB-Team? Der Sport-Tag am Donnerstag, den 1. Oktober 2026“ (01.10.2026)

Der Beitrag bestätige, dass Kimmich gegen Serbien und im folgenden Spiel gegen Griechenland nicht zum Kader gehöre, und stelle die Partie in den Zusammenhang von Klopps nahezu komplettem Kaderaustausch. Als zusätzlichen Schwerpunkt nenne der Bericht die offene Nachfolge auf der Kapitänsposition und die Suche nach dem ersten Sieg des Bundestrainers.

Beide Beiträge stellten die Abwesenheit Kimmichs als Bestandteil der geplanten Kaderteilung dar; unterschiedlich gewichtet würden vor allem Klopps persönliche Begründung, die öffentliche Erwartung und die sportliche Bedeutung des Serbien-Spiels.

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