Joshua Kimmich, Jürgen Klopp

Joshua Kimmich fehlt gegen Serbien: Klopp schickt DFB-Kapitän nach Hause

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Joshua Kimmich muss nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland vorzeitig aus dem DFB-Quartier abreisen. Bundestrainer Jürgen Klopp hält an seinem Plan mit zwei Kadern fest – der Kapitän verpasst damit das Spiel gegen Serbien.

  • Der DFB-Kapitän ist wieder einmal Symbolfigur einer DFB-Niederlage.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Der DFB-Kapitän ist wieder einmal Symbolfigur einer DFB-Niederlage. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Beim Gegentor hatte Joshua Kimmich Pech.  - Bild: Tom Weller/dpa
    Beim Gegentor hatte Joshua Kimmich Pech. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Gemeinsam gingen Kimmich und Klopp zu den deutschen Fans.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Gemeinsam gingen Kimmich und Klopp zu den deutschen Fans. - Bild: Federico Gambarini/dpa
Der DFB-Kapitän ist wieder einmal Symbolfigur einer DFB-Niederlage.  - Bild: Sven Hoppe/dpa Beim Gegentor hatte Joshua Kimmich Pech.  - Bild: Tom Weller/dpa Gemeinsam gingen Kimmich und Klopp zu den deutschen Fans.  - Bild: Federico Gambarini/dpa

Joshua Kimmich verlässt nach dem 0:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland vorzeitig das DFB-Quartier und steht damit beim Spiel gegen Serbien am Donnerstag in München nicht im Aufgebot.

Klopp hält an seinem Kaderplan fest

Der 31 Jahre alte Kapitän hätte die Länderspielwoche gern komplett bestritten, akzeptiert aber Klopps Entscheidung. Der Bundestrainer will in zwei Wochen mit zwei Kadern möglichst viele Spieler kennenlernen und bleibt deshalb bei der Aufteilung.

Kimmich sagte, er wäre gern geblieben, verstehe aber, dass der Trainer weitere Spieler sehen wolle. Er werde von zu Hause aus die Daumen drücken. Ein festes Programm für die freien Tage habe er zunächst nicht; wegen der Schule seiner Kinder wolle er in München bleiben.

Unglücklicher Abend gegen Griechenland

Die Niederlage in Augsburg war für Kimmich persönlich besonders bitter. Nach einem Fehlpass im Spielaufbau wurde er beim Gegentor von Dimitrios Kourbelis entscheidend angeschossen und fälschte den Ball unhaltbar ab.

Der Rückschlag passt zu einem enttäuschenden Neustart der Nationalmannschaft unter Klopp. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande folgte im zweiten Spiel die erste Niederlage des neuen Bundestrainers.

Serbien-Spiel ohne den Kapitän

Ausgerechnet in Kimmichs Heimstadion in München wird er am Donnerstag voraussichtlich nur Zuschauer sein. Zwei Einsätze auf dem Weg zum Rekordnationalspieler fallen für ihn aus; bis zu Lothar Matthäus fehlen Kimmich weiterhin 34 Länderspiele.

Seit seinem Debüt 2016 hatte der fitte Kimmich keine Länderspielwoche mehr verpasst. Unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann fehlte er nur in drei von 37 Partien.

Schweinsteiger lobt Kimmichs Bedeutung

Bastian Schweinsteiger sieht den Kapitän als zentralen Faktor im Spielaufbau. Ohne Kimmich werde es schwierig, aus der Defensive heraus kreative Pässe zu spielen, sagte der frühere Weltmeister als ARD-Experte.

Kimmich selbst bewertete die erste Trainingswoche unter Klopp trotz der Enttäuschung positiv. Die Mannschaft müsse sich auf den neuen Ansatz einlassen und werde sich weiterentwickeln. Einen Konflikt zwischen Kapitän und Bundestrainer gibt es nach der gemeinsamen Ansprache an die Fans nicht.

Neustart mit bewusstem Personalwechsel

Jürgen Klopp nutzt die Nations-League-Woche, um unterschiedliche Spieler unter Wettbewerbsbedingungen zu testen. Nach dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden und der 0:1-Niederlage gegen Griechenland steht dabei nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, welche Rollen sich im neuen 4-3-3-System herausbilden.

Der Plan mit zwei Kadern vergrößert den Kreis der Beobachteten, bringt aber zugleich Unruhe in Abläufe und Hierarchien. Joshua Kimmich bleibt als Kapitän und zentraler Mittelfeldspieler eine wichtige Bezugsperson, erhält gegen Serbien jedoch keine weitere Einsatzchance. Aleksandar Pavlovic kann dadurch im Zentrum für sich werben.

Ergebnisdruck trotz Testcharakter

Die Niederlage gegen Griechenland zeigt, dass der personelle Umbruch kurzfristig mit sportlichen Risiken verbunden ist. Kimmichs abgefälschter Gegentreffer war unglücklich, zugleich blieb die deutsche Offensive über weite Strecken zu harmlos. Für Klopp wird das Spiel gegen Serbien deshalb zu einem weiteren Prüfstein für defensive Stabilität, Ballbesitz und die Integration neuer Kräfte.

Für die Zuschauer bedeutet der ungewöhnliche Kaderwechsel, dass die Aufstellung der Nationalmannschaft derzeit weniger festgelegt ist als in den Jahren zuvor. Kimmichs frühe Abreise ist dabei kein Hinweis auf einen Bruch mit dem Trainer, sondern folgt dem angekündigten Rotationsprinzip. Für ihn persönlich bleibt die Pause dennoch ungewohnt: Seit seinem Debüt 2016 hatte er keine Länderspielwoche mehr vollständig verpasst, obwohl er fit war.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „"Drecksding" für DFB-Elf: Griechenland verdirbt Jürgen Klopp die Heimpremiere“ (27.09.2026)

Der Bericht bestätige die 0:1-Niederlage und hebe Kimmichs abgefälschten Gegentreffer als entscheidende Szene hervor. Zugleich ordne er die Partie als Teil eines großen Castings ein und betone, dass die vielen Wechsel den Spielfluss beeinträchtigt hätten.

FOCUS online: „Erste Pfiffe unter Klopp: Er ist halt kein Wunderheiler“ (28.09.2026)

Der Artikel bestätige den Fehlstart Klopps im Heimspiel und richte den Schwerpunkt stärker auf die Stimmung im Stadion sowie die grundsätzlichen Probleme der Mannschaft. Er vertrete die Einschätzung, Klopps Einfluss könne die strukturellen Schwierigkeiten nicht sofort beheben; offen bleibe, wie schnell sich die neue Spielidee stabilisieren lasse.

Beide Berichte stimmten im Ergebnis und in der Bedeutung des Kimmich-Fehlers überein. Unterschiede gebe es bei der Bewertung: Während der eine Beitrag vor allem Rotation und Spielverlauf betone, rücke der andere die längerfristige Leistungs- und Erwartungslage der Nationalmannschaft in den Vordergrund.

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