Handy-Betrug: Europaweite Razzia in 19 Ländern wegen Millionen-Schadens
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 10:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWegen des Verdachts auf millionenfachen Betrug mit online verkauften Handys läuft in 19 Ländern eine europaweite Großrazzia mit rund 160 Durchsuchungen.
Ermittlungen in mehreren Ländern
Das teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Luxemburg mit. Zu den betroffenen Ländern gehört auch Deutschland.
Die Ermittler gehen demnach einem mutmaßlichen Betrug zulasten von Verbraucherinnen und Verbrauchern in der Europäischen Union nach. Die online angebotenen Geräte werden als „Mogel-Handys“ bezeichnet.
Schaden von mindestens 300 Millionen Euro
Nach Schätzung der EUStA entstand den EU-Verbrauchern ein Schaden von mindestens 300 Millionen Euro. Weitere Einzelheiten zu den Beschuldigten, den beteiligten Unternehmen oder dem Ablauf der Durchsuchungen wurden in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt.
Grenzüberschreitendes Geschäftsmodell
Der Fall zeigt, warum Betrug im Onlinehandel für nationale Ermittler besonders aufwendig ist. Anbieter, Zahlungsströme, Lager und Käufer können sich in verschiedenen EU-Staaten befinden. Eine koordinierte Aktion mit Durchsuchungen in 19 Ländern soll deshalb Strukturen gleichzeitig erfassen und Beweismittel sichern.
Die genannte Schadenssumme von mindestens 300 Millionen Euro macht den Vorgang zu einem Verbraucherschutzfall von erheblicher Größenordnung. Betroffen sind nicht nur einzelne Käufer, sondern offenbar eine große Zahl von Menschen, die Mobiltelefone über das Internet bestellt haben. Bei sogenannten Mogel-Handys kann der Schaden sowohl im überhöhten Kaufpreis als auch in fehlender Qualität, eingeschränkter Funktion oder ausbleibender Lieferung liegen.
Bedeutung für den Onlinehandel
Für Verbraucher ist die Kontrolle von Händlerangaben, Impressum, Bewertungen und Zahlungsabwicklung besonders wichtig. Ein ungewöhnlich niedriger Preis allein beweist zwar keinen Betrug, kann aber ein Warnsignal sein. Bei Problemen sollten Bestellunterlagen, Nachrichten und Zahlungsbelege gesichert werden.
Für Plattformen und Behörden erhöht der Fall den Druck, Händlerstrukturen, Identitäten und Zahlungswege schneller zu prüfen. Die Ermittlungen müssen nun klären, wie das Geschäftsmodell organisiert war, welche Unternehmen beteiligt waren und wie der finanzielle Schaden genau berechnet wird.
