EM, Großbritannien

WM-Held Petros stürmt zu EM-Gold im Marathon

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 11:25 Uhr | dpa.de

Im Marathon bei der Leichtathletik-EM gibt es gleich mehrere deutsche Medaillenkandidaten - und der WM-Zweite liefert. Amanal Petros holt sich seinen ersten großen Titel.

  • Amanal Petros ist der neue Marathon-König Europas. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Amanal Petros ist der neue Marathon-König Europas. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Richard Ringer (l-r), Samuel Fitwi und Amanal Petros waren beim EM-Marathon in einer Spitzengruppe dabei. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Richard Ringer (l-r), Samuel Fitwi und Amanal Petros waren beim EM-Marathon in einer Spitzengruppe dabei. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Fabienne Königstein lief anfangs vorn mit, musste im schweren EM-Marathon dann aber aufgeben. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Fabienne Königstein lief anfangs vorn mit, musste im schweren EM-Marathon dann aber aufgeben. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Die Finnin Alisa Vainio feierte einen Start-Ziel-Sieg. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Die Finnin Alisa Vainio feierte einen Start-Ziel-Sieg. - Bild: Sven Hoppe/dpa
Amanal Petros ist der neue Marathon-König Europas. - Bild: Sven Hoppe/dpa Richard Ringer (l-r), Samuel Fitwi und Amanal Petros waren beim EM-Marathon in einer Spitzengruppe dabei. - Bild: Sven Hoppe/dpa Fabienne Königstein lief anfangs vorn mit, musste im schweren EM-Marathon dann aber aufgeben. - Bild: Sven Hoppe/dpa Die Finnin Alisa Vainio feierte einen Start-Ziel-Sieg. - Bild: Sven Hoppe/dpa

Amanal Petros ist erstmals Marathon-Europameister. Der WM-Zweite gewann in Birmingham das Rennen über die prestigeträchtige Distanz von 42,195 Kilometern mit einem Meisterschaftsrekord von 2:09:11 Stunden. Der 31-Jährige siegte überlegen nach einem fast 20 Kilometer langen Sololauf vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18 Stunden) und Gashau Ayale (2:09:21 Stunden) aus Israel. Samuel Fitwi wurde als zweitbester deutscher Läufer Neunter. Richard Ringer, der vor vier Jahren in München Gold gewann, belegte Platz zehn. In der Teamwertung landete Deutschland hinter Israel auf Rang zwei.

Glücklicher Petros über harte Strecke: «Riesengroße Herausforderung»

«Diese Strecke war furchtbar. Es tut überall weh. Ich glaube, ich muss jetzt gleich zum Physio. Die Gelenke tun richtig weh», sagte Petros nach seinem Gold-Coup in der ARD. Die hügelige und kurvige Strecke sei eine «riesengroße Herausforderung» gewesen, sagte der glückliche Sieger, der sich auf 2.500 Metern Höhe in Kenia vorbereitete. Petros holte die fünfte deutsche Goldmedaille bei der EM in Großbritannien.

Nach Ringer ist er erst der zweite deutsche Europameister im Marathon. Der in jungen Jahren aus Afrika geflüchtete Läufer, der bei der WM vor fast einem Jahr in Tokio schon Gold vor Augen hatte und überraschend Silber bejubelte, ließ sich dieses Mal den Titel nach einer wirkungsvollen Tempoverschärfung nicht mehr nehmen. Vor vier Jahren in München war er noch denkbar knapp Vierter geworden.

Bei den Frauen feierte die Finnin Alisa Vainio in 2:22:26 Stunden einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Beste Deutsche war Laura Hottenrott als 16. in 2:31:15 Stunden. In der Teamwertung kam die DLV-Auswahl nicht unter die Top drei.

Schwieriger Kurs im Stadtzentrum

Kurz nach dem Start im Herzen der Stadt wurden die Läuferinnen und Läufer auf eine fünf Kilometer lange, wellige Runde mit Auf und Ab und vielen Kurven geschickt, die sie achtmal absolvieren mussten. Die Frauen starteten bei angenehmen Temperaturen um 14 Grad 40 Minuten vor den Männern.

Dort setzten sich Petros, Ringer und Fitwi nach einigen Kilometern an die Spitze, wo sich eine Gruppe bildete. Später stieß etwas überraschend auch noch Simon Boch dazu. Als Petros nach gut 25 Kilometern an einer Bergaufpassage das Tempo verschärfte, sprengte der 31-Jährige die Gruppe. Ringer machte sich allein auf die Verfolgung, wurde aber schnell eingeholt.

Keiner kann Petros mehr folgen

Vorn zog Petros davon und strebte unaufhaltsam seinem ersten internationalen Titel entgegen. Fitwi und Ringer fielen zurück und konnten in die Vergabe der weiteren Medaillen nicht mehr eingreifen.

Im Frauen-Rennen diktierte Alisa Vainio vom Start weg das Rennen und hatte am Ende fast fünf Minuten Vorsprung. Fabienne Königstein ging anfangs mit, ließ die WM-Fünfte angesichts des hohen Tempos aber frühzeitig ziehen. Später fiel Königstein dann weit zurück und gab auf.

de | politik | 69954250 |