Ilse Aigner soll am 30. Januar Bundespräsidentin werden
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 14:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAigners Weg vom Heimatort ins Staatsamt
- Ilse Aigner lebt weiterhin in der rund 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde Feldkirchen-Westerham.
- Seit 2024 ist die CSU-Politikerin Ehrenbürgerin ihres Geburtsortes im Landkreis Rosenheim.
- Von 1990 bis 1998 war Aigner Gemeinderätin, von 1990 bis 1999 gehörte sie dem Kreistag an.
Feldkirchen-Westerham steht hinter Ilse Aigner
Im Heimatort von Ilse Aigner ist die Freude über ihre geplante Nominierung als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin groß. Die Menschen in Feldkirchen-Westerham beschreiben die 61-jährige CSU-Politikerin als nahbar, heimatverbunden und ansprechbar.
„Wie deine Nachbarin von nebenan“
Aigner wurde in der oberbayerischen Gemeinde im Landkreis Rosenheim geboren und lebt dort bis heute. In der Bäckerei Kuhn berichten Einwohner, sie nehme an Festen teil, bringe sich in der Gemeinde ein und habe ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen.
Herlinde Weis-Wörndl kennt Aigner aus dem Trachtenverein „Mangfalltaler Westerham“. Sie beschrieb die Politikerin als bodenständig und sagte, Aigner sitze neben einem und „ratscht ganz normal“. Es könne sein, dass man sie beim Einkaufen treffe und ihr wie einer Nachbarin von nebenan begegne.
Union will Aigner nominieren
Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass in der CDU Einigkeit über Aigner als Kandidatin herrscht. Die CSU unterstützt sie ebenfalls, während die SPD Zustimmung signalisiert hat.
Damit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die 61-Jährige am 30. Januar in der Bundesversammlung zur Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier gewählt wird. Sie wäre die erste Frau in diesem Amt und das erste Staatsoberhaupt mit CSU-Parteibuch.
Verbunden mit Gemeinde und Region
Andreas Beu begrüßte die Personalie und hob Aigners Nähe zu den Menschen hervor. Peter Huber, der seit mehr als 30 Jahren in Feldkirchen-Westerham lebt, sagte, er würde ihr bei einem Treffen zurufen: „Aigner, auf geht’s, Präsidentin werden!“
Seit 2024 ist Aigner Ehrenbürgerin der Gemeinde. Ihre politische Laufbahn begann dort: Von 1990 bis 1998 war sie Gemeinderätin, von 1990 bis 1999 gehörte sie dem Kreistag von Rosenheim an.
Von der Elektrotechnik in die Politik
Aigners Eltern führten in Feldkirchen-Westerham einen Elektro-Handwerksbetrieb. Von 1985 bis 1988 arbeitete sie dort mit und ist staatlich geprüfte Elektrotechnikerin.
Für die Menschen im Ort dürfte Aigner auch im Fall eines Umzugs nach Berlin „die Ilse“ bleiben. Ihre Heimatverbundenheit gilt vielen Einwohnern als prägend für ihre öffentliche Wahrnehmung.
Die mögliche Nominierung Ilse Aigners fällt in eine Phase, in der die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier politisch vorbereitet wird. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 über das neue Staatsoberhaupt entscheiden. Ihr gehören die 630 Bundestagsabgeordneten sowie 630 von den Landesparlamenten entsandte Mitglieder an.
Für Aigner spricht, dass CDU und CSU ihre Unterstützung bündeln und auch aus der SPD Zustimmung signalisiert wurde. Zusammen verfügen die Koalitionsparteien in der Bundesversammlung nach den vorliegenden Angaben über eine Mehrheit von rund 50 Stimmen. Damit wäre eine Wahl rechnerisch wahrscheinlich, sofern die Unterstützung bis zur Abstimmung Bestand hat.
Profil und politische Bedeutung
Aigner wäre die erste Frau im höchsten Staatsamt der Bundesrepublik. Ihre politische Laufbahn verbindet Bayern und den Bund: Sie war Bundeslandwirtschaftsministerin, ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und gilt als Politikerin mit breiter kommunaler und landespolitischer Verankerung.
Die Reaktionen aus Feldkirchen-Westerham verweisen auf einen weiteren Aspekt der Personalie: Aigner wird dort als nahbar und heimatverbunden wahrgenommen. Für das Amt des Bundespräsidenten ist neben der parlamentarischen Mehrheit auch die öffentliche Integrationskraft entscheidend. Die formelle Nominierung und die anschließende Wahl in der Bundesversammlung sind die nächsten konkreten Schritte.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Nach ARD-Informationen soll Ilse Aigner Bundespräsidentin werden“ (06.11.2026)
Der Beitrag berichtet, CDU und CSU wollten Aigner als Kandidatin vorschlagen, und ordnet die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung ein. Anders als die dpa-Reportage aus dem Heimatort konzentriert er sich auf das Verfahren, die Parteien und die erwartete formelle Entscheidung.
ZDFheute: „Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Kandidatin der Union“ (06.11.2026)
Der Artikel stellt Aigner als gemeinsame Kandidatin der Union dar und beschreibt die geplante Wahl am 30. Januar. Zusätzlich beleuchtet er ihre politische Laufbahn und die Unterstützung aus der SPD; offen bleibt dort wie im dpa-Bericht die formelle Nominierung.
Beide Beiträge bestätigen den politischen Kern der Personalie und setzen den Schwerpunkt auf Parteien, Wahlverfahren und Aigners Profil. Der dpa-Bericht ergänzt diese Perspektive um die Reaktionen aus ihrem Heimatort.
