Ilse Aigner, Bundespräsidentenwahl

Ilse Aigner: CDU will sie am Montag nominieren

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 17:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz will Ilse Aigner den CDU-Gremien am Sonntag und Montag offiziell vorschlagen. Das Präsidium und der Vorstand sollen am Montag über die Kandidatur entscheiden.

Wahltermin und Mehrheitsverhältnisse

  • Die CDU-Führung will Ilse Aigner als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt vorschlagen.
  • Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
  • Union und SPD verfügen in der Bundesversammlung über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.
Aigner soll nach dem Willen der Union Bundespräsidentin werden. - Bild: Sven Hoppe/dpa

CDU-Führung unterstützt Aigner für das Bundespräsidentenamt

In der CDU-Führung besteht Einigkeit, dass die CSU-Politikerin und bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner Bundespräsidentin werden soll. Bundeskanzler Friedrich Merz will sie nach Informationen aus hochrangigen Unionskreisen am Sonntag und Montag den CDU-Führungsgremien offiziell vorschlagen.

Merz äußert sich zunächst nicht selbst

Eine persönliche Bestätigung des Kanzlers lag zunächst nicht vor. Aus seinem Umfeld hieß es, Meldungen würden nicht kommentiert und es werde auf die Gremien am Montag verwiesen.

CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits im April für das Amt ins Gespräch gebracht. Merz hatte sich in der Kandidatendebatte lange nicht festgelegt, am Montag aber auf eine Frau als Unionskandidatin verwiesen.

Formelle Entscheidung am Montag

In den vergangenen beiden Tagen sprachen sich mehrere CDU-Landeschefs offen für Aigner aus. Auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei äußerte sich positiv zu ihr.

Das CDU-Präsidium und der CDU-Vorstand sollen am Montag formell über die Kandidatur entscheiden. Bereits am Sonntagabend will Merz die Mitglieder des Präsidiums bei einem Abendessen treffen.

Bundesversammlung wählt am 30. Januar

Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Ihr gehören neben den 630 Bundestagsabgeordneten ebenso viele Wahlleute aus den Ländern an.

Union und SPD haben dort eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und einzelne SPD-Ministerpräsidenten haben sich bereits für Aigner ausgesprochen; damit gilt ihre Wahl als sicher.

Die Bundespräsidentenwahl folgt einem festgelegten Verfahren: Die Bundesversammlung setzt sich aus den 630 Mitgliedern des Bundestages und einer gleich großen Zahl von Ländervertretern zusammen. Sie tritt am 30. Januar zusammen, um über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier zu entscheiden.

Politisch entscheidend ist deshalb nicht nur die Unterstützung innerhalb der Union. Eine Kandidatin oder ein Kandidat muss auch in der Bundesversammlung eine breite Mehrheit organisieren. Die dpa-Meldung verweist darauf, dass Union und SPD dort zusammen über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen verfügen und dass sich führende Sozialdemokraten bereits für Aigner ausgesprochen haben.

Signal für das Auswahlverfahren

Mit der erwarteten Befassung der CDU-Gremien würde die Kandidatenfrage vom innerparteilichen Vorfeld in ein formelles Verfahren wechseln. Das Präsidium und der Vorstand sollen am Montag über den Vorschlag beraten; zuvor ist ein Treffen Merz' mit dem Präsidium vorgesehen.

Die öffentliche Debatte über Aigner hatte bereits vor der Einigung in der CDU-Führung an Dynamik gewonnen. Unterstützung aus Union und SPD würde ihre Ausgangslage für die Wahl deutlich stärken. Offen bleibt bis zur formellen Entscheidung, wie die CDU-Gremien den Vorschlag aufnehmen und wie die weiteren Parteien in die Suche nach einer möglichst breiten Mehrheit einbezogen werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Bundespräsidentenwahl - Unterstützung in der CDU für Aigner wächst“ (05.11.2026)

Der Deutschlandfunk habe berichtet, dass die Unterstützung für Aigner in der CDU zunehme und Merz sich bislang nur auf eine Frau als Kandidatin festgelegt habe. Der Beitrag setze damit den Schwerpunkt auf den Weg zur nun erwarteten Entscheidung.

Frankfurter Rundschau: „Bundespräsidentin gesucht: Breiter Zuspruch für Ilse Aigner aus Union und SPD setzt Kanzler Merz unter Druck“ (05.11.2026)

Die Frankfurter Rundschau habe den parteiübergreifenden Zuspruch und den politischen Druck auf Merz hervorgehoben. Damit bestätige der Beitrag die breite Unterstützung, während der Schwerpunkt stärker auf den politischen Erwartungen vor der formellen Entscheidung liege.

Gemeinsam sei den Beiträgen die wachsende Unterstützung für Aigner. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Im Vordergrund stünden einmal das CDU-interne Verfahren, einmal der parteiübergreifende Druck und die Frage nach Merz' offiziellem Vorschlag.

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