Huthis erobern Insel Perim und kontrollieren Bab-al-Mandab-Küste
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 11:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Huthi-Rebellen haben am Freitag die strategisch bedeutende Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Jemenitische Regierungsquellen berichten, dass sich Regierungstruppen zuvor von der Insel, die auch als Mayyun bekannt ist, zurückgezogen hatten.
Huthi-Kämpfer sichern Küste und Inseln
Laut Augenzeugen erreichten bewaffnete Huthi-Kämpfer Perim, nachdem sich die dort stationierten Regierungssoldaten zurückgezogen hatten. Entlang der Küste von Bab al-Mandab bezogen bewaffnete Männer neue Posten und patrouillierten mit Militärfahrzeugen.
Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus Jemen zudem die Kontrolle über die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer übernommen. Nach der Einnahme der Hafenstadt Mocha stießen die Kämpfer weiter nach Süden vor und eroberten neben der Insel Mayyun auch Zuqar.
Bab al-Mandab als globale Engstelle
Die Meerenge von Bab al-Mandab gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt. Sie verbindet das Rote Meer und den Suezkanal mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean.
Seit der Blockade der Straße von Hormus durch Teheran hat Bab al-Mandab an Bedeutung gewonnen, weil ein Teil des Welthandels auf diese Route ausweicht. Die Kontrolle über die Meerenge und die vorgelagerten Inseln könnte den globalen Warenverkehr erheblich beeinflussen.
Jemenitische Regierung hält sich zu Reaktion zurück
Die jemenitische Regierung hat den Verlust von Perim bislang nicht mit einer angekündigten Gegenoffensive beantwortet. Aus Regierungskreisen wurden zunächst keine konkreten Pläne für eine militärische Rückeroberung der Insel bekannt.
Damit bleibt offen, ob und wie die international anerkannte Regierung auf den Vormarsch der Huthi-Rebellen entlang der jemenitischen Rotmeerküste reagieren wird. Die Lage an der Meerenge Bab al-Mandab bleibt vor diesem Hintergrund angespannt.
Die Einnahme der Insel Perim, lokal auch Mayyun genannt, markiert einen neuen Abschnitt im Konflikt um die Kontrolle wichtiger Seewege rund um den Jemen. Die Huthi-Bewegung, die seit Jahren große Teile Nordjemens beherrscht, verschiebt mit dem Vorstoß an die Meerenge Bab al-Mandab das militärische und strategische Kräfteverhältnis in der Region weiter zu ihren Gunsten. Perim liegt mitten in der schmalen Passage zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer und kontrolliert damit einen Teil des Zugangs zur Route in Richtung Suezkanal.
Strategische Bedeutung für den Welthandel
Über Bab al-Mandab laufen zentrale Handels- und Energieflüsse zwischen Asien, Europa und Teilen Afrikas. Tanker mit Öl und Gas, Containerschiffe mit Industrie- und Konsumgütern sowie Massengutfrachter passieren die Meerenge auf dem Weg zum oder vom Suezkanal. Jede Veränderung der Kontrolle über Küstenabschnitte und Inseln in diesem Gebiet erhöht das Risiko für Störungen des Schiffsverkehrs, etwa durch Drohungen, Beschuss oder Blockaden. Die dts-Meldung verweist zudem darauf, dass Bab al-Mandab seit den Spannungen um die Straße von Hormus noch stärker in den Fokus gerückt ist, weil Reedereien und Staaten Alternativrouten im Blick behalten.
Regionale Machtbalance und mögliche Folgen
Mit der Kontrolle über die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer gewinnt die Huthi-Miliz einen Hebel, der über den innerjemenitischen Konflikt hinausreicht. Staaten am Roten Meer und im Golf, aber auch westliche Marinen, beobachten solche Entwicklungen genau, weil Angriffsdrohungen auf Handelsschiffe Sicherheitsmissionen und höhere Versicherungsprämien nach sich ziehen können. Für die jemenitische Regierung stellt der Rückzug von Perim und das Ausbleiben einer angekündigten Gegenoffensive einen weiteren Verlust an Einfluss dar. Für Leser in Europa ist die Lage relevant, weil Unterbrechungen oder Umleitungen des Schiffsverkehrs mittelbar Lieferketten, Energiepreise und Transportkosten beeinflussen können.
