Boris Rhein, Steuererhöhungen

Steuererhöhungen: Rhein lehnt höhere Abgaben 2027 ab

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein fordert, die geplante Entlastung an der Zapfsäule nicht durch höhere Abgaben auf andere Konsumgüter auszugleichen. Besonders lehnt er zusätzliche Belastungen bei Tabak, Schaumwein und zuckerhaltigen Getränken ab.

Rhein lehnt Steuererhöhungen kategorisch ab
Boris Rhein (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) lehnt Steuererhöhungen im kommenden Jahr kategorisch ab. Er warnt die Bundesregierung davor, die Bevölkerung bei Tabak, Schaumwein und zuckerhaltigen Getränken stärker zu belasten.

Rhein fordert Vorrang für Alltagsfragen

Der „Bild“ sagte Rhein: „Ich lehne Steuererhöhungen für Bürgerinnen und Bürger generell ab. Die Alltagsfragen der Menschen gehören ab sofort in den Mittelpunkt der Politik in Berlin. Dazu gehören die gestiegenen Lebenshaltungskosten in allen Bereichen.“

Nach Rheins Worten darf die geplante Entlastung durch den Tankrabatt nicht an anderer Stelle aufgezehrt werden. „Wenn wir die Menschen beim Tanken mit der Spritpreisbremse entlasten, darf sich der Staat das Geld nicht im Supermarkt mit Steuererhöhungen auf Lebensmittel wieder holen“, sagte der hessische Ministerpräsident.

Debatte über Finanzierung der Entlastung

Rhein richtet sich damit gegen eine Politik, die sinkende Abgaben auf Kraftstoffe mit höheren Belastungen bei anderen Waren oder Genussmitteln verbindet. Seine Forderung zielt auf eine generelle Begrenzung zusätzlicher Steuerlasten für Bürgerinnen und Bürger.

Die Forderung von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein fällt in eine Debatte über die Entlastung der privaten Haushalte und die Finanzierung staatlicher Maßnahmen. Die Bundesregierung plant ab dem 1. Oktober eine erneute Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Einschließlich der Mehrwertsteuer soll die Entlastung an der Zapfsäule bis zu 17 Cent je Liter betragen und bis Jahresende gelten.

Mit dem Tankrabatt sinken zugleich die Einnahmen von Bund und Ländern. Das Bundesfinanzministerium veranschlagt die Mindereinnahmen für die Maßnahme auf rund 2,5 Milliarden Euro. Rhein stellt sich gegen eine Finanzierung, die Verbraucher an anderer Stelle zusätzlich belastet. Besonders sensibel sind dabei Verbrauchsteuern auf Produkte des täglichen Konsums oder auf Genussmittel, weil sie unmittelbar Preise und Haushaltsbudgets beeinflussen.

Steuerpolitik zwischen Entlastung und Gegenfinanzierung

Die politische Spannung liegt damit zwischen kurzfristiger Entlastung und der Frage, wie der Staat Einnahmeausfälle ausgleicht. Eine niedrigere Steuer auf Kraftstoffe kann Autofahrer und Unternehmen entlasten, wirkt aber unterschiedlich stark je nach Fahrleistung und Einkommen. Höhere Abgaben auf Lebensmittel oder Getränke würden dagegen breiter über Preise weitergegeben.

Für Verbraucher bleibt entscheidend, ob die Entlastung an den Tankstellen vollständig ankommt und wie sich die Preise im Supermarkt entwickeln. Zugleich müssen Bundestag und Bundesrat dem geplanten Tankrabatt noch zustimmen. Rheins Vorstoß erhöht innerhalb der Union den politischen Druck, Entlastungen nicht mit zusätzlichen Belastungen im Alltag zu verbinden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Kabinett bringt Tankrabatt auf den Weg“ (22.09.2026)

Der Beitrag bestätigt die geplante Senkung der Energiesteuer um rund 14 Cent je Liter und eine mögliche Entlastung von bis zu 17 Cent einschließlich Mehrwertsteuer. Im Mittelpunkt stehen der Zeitplan ab 1. Oktober, die noch erforderlichen parlamentarischen Zustimmungen und die erwarteten Mindereinnahmen.

Frankfurter Rundschau: „Dieser Ökonom sagt: Tankrabatt ist Geldverschwendung – und wir sollen weniger Autofahren“ (23.09.2026)

Der Artikel bestätigt die Eckdaten des Tankrabatts, setzt aber einen anderen Schwerpunkt: Ein Ökonom bewertet die Maßnahme kritisch und verweist auf die Kosten von 2,5 Milliarden Euro sowie mögliche Fehlanreize. Damit ergänzt der Beitrag die politische Forderung nach Entlastung um die finanz- und verkehrspolitische Kontroverse.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Darstellung des geplanten Tankrabatts und seiner Größenordnung. Unterschiede bestehen vor allem bei der Bewertung: Während die politische Debatte die Entlastung der Haushalte betont, rückt die ökonomische Perspektive Kosten und mögliche Nebenwirkungen in den Vordergrund.

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