Haushalte in Deutschland sinken bis 2050 auf 39,7 Millionen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegionale Haushaltsentwicklung bis 2050
- Das Statistische Bundesamt rechnet für 2050 mit 39,7 bis 40,9 Millionen Privathaushalten.
- Die Zahl der Einpersonenhaushalte könnte von 17,9 auf bis zu 19,2 Millionen steigen.
- In ostdeutschen Flächenländern sind je nach Variante bis zu zwölf Prozent weniger Haushalte möglich.
Deutschland erwartet bis 2050 weniger Privathaushalte
Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 von 41,8 Millionen im Jahr 2024 auf 39,7 bis 40,9 Millionen sinken. Besonders stark wäre der Rückgang in den ostdeutschen Flächenländern, während die Zahl der Einpersonenhaushalte bundesweit weiter steigen dürfte.
Das Statistische Bundesamt legte dafür eine Vorausberechnung mit drei Varianten vor, die unterschiedliche Entwicklungen bei Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung zugrunde legen.
Trend seit 1990 könnte enden
Seit der deutschen Wiedervereinigung ist die Zahl der Privathaushalte gestiegen. Bis 2050 könnte sich diese Entwicklung erstmals umkehren.
Nur bei einer relativ jungen Bevölkerung würde die Zahl der Privathaushalte nicht sinken. Dafür wären eine deutlich steigende Geburtenrate und eine hohe Nettozuwanderung erforderlich.
Mehr Einpersonenhaushalte ab 60 Jahren
Die Einpersonenhaushalte bilden bereits heute die größte Haushaltsgruppe. Ihre Zahl könnte von 17,9 Millionen im Jahr 2024 auf 18,5 Millionen bei einer relativ alten Bevölkerung oder 19,2 Millionen bei einer relativ jungen Bevölkerung steigen.
Bei den 20- bis unter 40-Jährigen wird dagegen ein Rückgang erwartet. Für die 40- bis unter 60-Jährigen unterscheiden sich die Ergebnisse nach Variante. Bei den Altersgruppen ab 60 Jahren sehen alle Varianten Zuwächse.
Ostdeutsche Flächenländer besonders betroffen
Regional fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. In westdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten hängt sie von der jeweiligen Variante ab.
In den ostdeutschen Flächenländern sinkt die Zahl der Privathaushalte dagegen in allen drei Szenarien. Bei einer relativ alten Bevölkerung wären es 2050 zwölf Prozent weniger als 2024.
Die Vorausberechnung markiert einen demografischen Wendepunkt: Seit 1990 ist die Zahl der Privathaushalte in Deutschland trotz regionaler Unterschiede gestiegen. Bis 2050 könnte dieser Trend enden, weil eine alternde Bevölkerung, weniger Geburten und unterschiedliche Wanderungsbewegungen gleichzeitig auf die Haushaltsentwicklung wirken.
Besonders sichtbar wird der Wandel bei den Einpersonenhaushalten. Auch wenn ihre Gesamtzahl zunimmt, verschiebt sich die Entwicklung zwischen den Altersgruppen: Bei Menschen ab 60 Jahren werden mehr Einpersonenhaushalte erwartet, während die Zahl bei den 20- bis unter 40-Jährigen sinken könnte. Damit wächst der Bedarf an altersgerechtem, barrierearmem und wohnortnahem Wohnraum.
Regionale Folgen
Die ostdeutschen Flächenländer stehen vor der stärksten Belastung. Ein Rückgang von bis zu zwölf Prozent gegenüber 2024 würde nicht nur den Wohnungsmarkt, sondern auch die Auslastung von Infrastruktur, Nahverkehr, Schulen, Pflegeangeboten und kommunalen Einrichtungen beeinflussen. Weniger Haushalte bedeuten dabei nicht automatisch weniger Wohnraumbedarf, weil kleinere Haushalte mehr Wohnungen pro Einwohner benötigen können.
Für die Planungspolitik wird entscheidend sein, welche Kombination aus Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung tatsächlich eintritt. Eine relativ junge Bevölkerung könnte den Rückgang verhindern, setzt laut Vorausberechnung aber deutlich mehr Geburten und hohe Nettozuwanderung voraus. Die Prognose ist deshalb vor allem ein Szenariowerkzeug für Bund, Länder und Kommunen, nicht eine feststehende Zahl.
