Hannover 96, Sandro Wagner

Hannover 96: Sandro Wagner wird neuer Cheftrainer bis 2028

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 16:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hannover 96 vollzieht nach dem schwachen Saisonstart den Trainerwechsel: Sandro Wagner soll die Niedersachsen zur Länderspielpause übernehmen und langfristig bis 2028 führen. Interimstrainer Lars Barlemann bleibt zunächst für das Spiel gegen den VfL Bochum verantwortlich.

Sandro Wagner wird einem Bericht zufolge der neue Trainer von Hannover 96. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
Sandro Wagner wird einem Bericht zufolge der neue Trainer von Hannover 96. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa

Fußball-Zweitligist Hannover 96 setzt nach dem schwierigen Saisonstart auf Sandro Wagner als neuen Cheftrainer und hat sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge mit ihm auf einen Vertrag bis 2028 geeinigt.

Vertragslaufzeit und Einstiegstermin

Wie berichtet wird, unterschreibt der 38-Jährige bei den Niedersachsen ein Arbeitspapier bis 2028 und soll seine Tätigkeit in der Länderspielpause aufnehmen. Beim Heimspiel gegen den VfL Bochum am Sonntag wird Wagner demnach noch nicht an der Seitenlinie stehen. Stattdessen betreut weiterhin Interimstrainer Lars Barlemann die Mannschaft.

Folgen der Entlassung von Christian Titz

Wagner tritt die Nachfolge von Christian Titz an, dessen Engagement nach einem missglückten Saisonstart beendet wurde. Hannover 96 war als Aufstiegskandidat in die Saison gegangen, hatte jedoch aus den ersten fünf Partien nur einen Sieg geholt. Nach der Niederlage beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Freitag trennten sich die Niedersachsen von Titz, der ursprünglich noch bis 2027 unter Vertrag stand.

Verpasster Aufstieg und neue Erwartungen

Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte Hannover 96 den Sprung in die Bundesliga knapp verpasst und war als Tabellenvierter ins Ziel gekommen. Vor diesem Hintergrund ist die Verpflichtung von Wagner auch ein Signal, den eingeschlagenen Weg mit einem neuen sportlichen Verantwortlichen fortzusetzen und die Aufstiegsambitionen zu untermauern.

Trainerkandidaten und Entscheidung für Wagner

Zuvor waren mehrere derzeit vereinslose Trainer als mögliche Nachfolger von Titz gehandelt worden, darunter der frühere St.-Pauli-Coach Alexander Blessin, Ex-Kapitän Steven Cherundolo und der ehemalige Bielefelder Trainer Mitch Kniat. Letztlich fiel die Wahl jedoch auf Wagner, der damit erstmals in der 2. Bundesliga Cheftrainer eines Traditionsklubs wird.

Werdegang von Sandro Wagner

Der frühere Stürmer war in seiner aktiven Karriere unter anderem für den FC Bayern München, die TSG Hoffenheim und Werder Bremen im Einsatz. Seine Trainerlaufbahn begann er in der Regionalliga bei der SpVgg Unterhaching. Anschließend arbeitete Wagner als Co-Trainer unter Julian Nagelsmann bei der deutschen Nationalmannschaft.

Station in Augsburg und schneller Rückschlag

Zur Bundesliga-Saison 2025/26 übernahm Wagner als Cheftrainer den FC Augsburg. Nach einem Fehlstart in die Spielzeit wurde er dort bereits im Dezember 2025 wieder entlassen. In Hannover erhält er nun die Chance, seine Ideen über einen längeren Zeitraum umzusetzen und die Niedersachsen zurück in die Erfolgsspur zu führen.

Neuer Trainer in schwieriger Ausgangslage

Hannover 96 vollzieht den Trainerwechsel in einer Phase, in der der Klub vor der Saison klar als Anwärter auf die oberen Plätze der 2. Bundesliga galt, nun aber nach fünf Partien deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Ein Punkteschnitt im unteren Ligamittelfeld erhöht den sportlichen und wirtschaftlichen Druck, weil ein Aufstieg für den Traditionsverein mit seinem großen Stadion und Fanpotenzial als zentraler Baustein der mittelfristigen Planung gilt. Der frühe Schnitt bei Christian Titz zeigt, wie eng die Verantwortlichen die Zeitachse für einen Kurswechsel sehen.

Profil von Sandro Wagner und Risiken des Umbruchs

Sandro Wagner bringt trotz seines vergleichsweise kurzen Trainerlebens ein breites Profil mit: Erfahrungen im Spitzenbereich als Spieler, erste Meriten in Unterhaching sowie Einblicke in taktische und methodische Arbeit auf höchstem Niveau als Co-Trainer beim Nationalteam. Sein jüngstes Engagement in Augsburg endete nach einem Fehlstart, was die Wahrnehmung prägen dürfte. Der langfristige Vertrag bis 2028 signalisiert dennoch Vertrauen in seine Ideen und soll Stabilität vermitteln. Zugleich erhöht eine so lange Bindung die Fallhöhe, falls sportliche Fortschritte ausbleiben. Für den Kader bedeutet der Wechsel voraussichtlich neue Hierarchien, andere Trainingssteuerung und möglicherweise Anpassungen im Spielstil.

Bedeutung der Länderspielpause und Ausblick für Fans

Dass Wagner erst in der anstehenden Länderspielpause einsteigt, verschafft ihm einen strukturierten Einstieg: Er kann Abläufe analysieren, mit Spielern sprechen und Trainingsinhalte setzen, ohne direkt im Ligabetrieb zu stehen. Das Heimspiel gegen Bochum unter Interimstrainer Lars Barlemann wird damit zu einer Übergangspartie, an deren Ende die Mannschaft womöglich mit einem neuen Impuls in die dreiwöchige Pause geht. Für die Anhänger von Hannover 96 ist der Schritt mit Hoffnung und Skepsis verbunden: Ein prominenter Name auf der Bank ersetzt keine Ergebnisse, bietet aber die Chance auf einen klaren Neustart, bevor sich die Tabelle weiter verfestigt.

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