Lungenspezialist:innen von Asklepios fordern Strategie für ein rauchfreies Deutschland
12.05.2026 - 11:49:04 | presseportal.de
"Die Zahlen der Neuerkrankungen und die Sterberate beim Lungenkrebs sind seit Jahren bekannt - und dennoch bleibt Deutschland bei der Tabakkontrolle hinter vielen europäischen Ländern zurück", sagt PD Dr. med. Gunther Wiest, Chefarzt der Pneumologie am Asklepios Klinikum Harburg in Hamburg. "Aus medizinischer Sicht ist klar: Ohne eine drastische Reduktion des Rauchens werden wir die Krankheitslast nicht senken." Seine Forderung: "Deutschland schöpft die evidenzbasierten Möglichkeiten der Prävention bei weitem nicht aus. Wir brauchen endlich eine nationale Gesamtstrategie so wie es beispielsweise Großbritannien vormacht." Die Briten verfolgen eine langfristige Strategie zur Schaffung einer weitgehend rauchfreien Gesellschaft, unter anderem durch strikte Regulierung, Preispolitik und Präventionsprogramme.
"Wir können die Therapie kontinuierlich weiterentwickeln und auch in der Früherkennung Fortschritte erzielen. Den größten medizinischen Effekt erreichen wir jedoch, wenn die Erkrankung gar nicht erst entsteht. Deshalb müssen Prävention und Tabakentwöhnung konsequent im Zentrum aller gesundheitspolitischen Maßnahmen stehen", ist Dr. med. Wolfgang Gesierich, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Pneumologie an der Asklepios Lungenklinik Gauting, überzeugt.
Ergänzend betont PD Dr. med. Sara Sheikhzadeh, Chief Medical Officer (CMO) der Asklepios Gruppe: "Als Klinikbetreiber sehen wir täglich die verheerenden Folgen des Rauchens. Eine nationale Rauchfreiheitsstrategie wie in Großbritannien würde Tausende Leben schützen und unser Gesundheitssystem entlasten - Prävention ist hier der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg." Und weiter: "Wer Lungenkrebs wirksam bekämpfen will, darf nicht erst in der Klinik ansetzen. Wir brauchen in Deutschland eine deutlich entschlossenere Präventionspolitik, die Aufklärung, Tabakentwöhnung und den Schutz insbesondere junger Menschen konsequent zusammenführt. Aber auch insgesamt müssen wir vielmehr in Prävention denken und diese ausbauen."
Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs
Die Versorgungsrealität in den Asklepios Kliniken unterstreicht die Dimension des Problems: In den zertifizierten Lungenkrebszentren der Asklepios Kliniken Hamburg in Barmbek und Harburg werden jährlich mehr als 1.700 Patientinnen und Patienten behandelt - etwa zwei Drittel aller Lungenkrebsfälle der Hansestadt. An der Asklepios Lungenklinik Gauting als überregionalem Fachzentrum für Lungenerkrankungen wurden allein im Jahr 2025 insgesamt 1.300 Patient:innen mit Lungenkarzinom behandelt. Die radiologische Abteilung führte darüber hinaus bei rund 6.000 Patient:innen CT-Untersuchungen des Thorax durch und wertet diese aus. Dabei ist ein Trend besonders auffällig, denn immer öfter sind es Frauen, die an Lungenkrebs erkranken. Während ihr Anteil 2019 in den Asklepios Kliniken noch bei etwa 41 Prozent lag, beträgt er mittlerweile 47 Prozent - ein deutlicher Anstieg in nur kurzer Zeit. Dazu kommt: 2024 starben in Deutschland nach Angaben des Deutschen Krebsregisters erstmals mehr Frauen an Lungenkrebs als an Brustkrebs, der viele Jahrzehnte die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen war.
"Wir behandeln jeden Tag Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren - in der Regel nach jahrzehntelangem Tabakkonsum. Viele dieser Erkrankungen wären durch wirksame Prävention vermeidbar gewesen", erklärt Dr. med. Maren Kirchhöfer, Chefärztin der Thoraxchirurgie am Asklepios Klinikum Harburg. "Die Zahl der Neuerkrankungen bleibt hoch, und wir sehen zunehmend komplexe Krankheitsverläufe", so die Expertin weiter. "Das Gesundheitssystem behandelt die Folgen - verhindert wird die Ursache bislang zu wenig." Neben Fortschritten in der Früherkennung, etwa durch strukturierte Vorsorgeangebote für definierte Hochrisikogruppen, bleibt für die Expertinnen und Experten klar: Der wirksamste Schutz vor Lungenkrebs ist der konsequente Rauchverzicht. "Wir können die Therapie immer weiter verbessern", so die Hamburger Lungenkrebsspezialistin Dr. Kirchhöfer. "Aber die größte Wirkung erzielen wir, wenn die Erkrankung gar nicht erst entsteht."
Fachgesellschaften unterstützen strengere Tabakkontrolle
Die Forderungen der Asklepios Expert:innen decken sich mit aktuellen Stellungnahmen führender medizinischer Fachgesellschaften. Organisationen wie die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum betonen übereinstimmend die zentrale Rolle des Rauchens als vermeidbaren Hauptrisikofaktor und fordern seit Jahren konsequentere politische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere: deutlich höhere Tabaksteuern, umfassende Werbeverbote, konsequenter Nichtraucherschutz und strukturierte Programme zur Tabakentwöhnung.
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