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Grüne bei Wahl in Baden-Württemberg knapp vor CDU

08.03.2026 - 18:05:08 | dpa.de

Grüne und CDU kämpfen um Platz eins, die AfD verdoppelt ihr Ergebnis. Die SPD stürzt den Hochrechnungen zufolge ab. FDP und Linke dürften beide nicht im Landtag vertreten sein.

  • Zum ersten Mal konnten Wähler zwei Kreuzchen machen. - Foto: Marijan Murat/dpa
    Zum ersten Mal konnten Wähler zwei Kreuzchen machen. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Die Grünen haben mit Spitzenkandidat Cem Özdemir eine Aufholjagd hingelegt. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Die Grünen haben mit Spitzenkandidat Cem Özdemir eine Aufholjagd hingelegt. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
    Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Die Grünen von Spitzenkandidat Cem Özdemir liegen knapp vor der CDU. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Die Grünen von Spitzenkandidat Cem Özdemir liegen knapp vor der CDU. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Zum ersten Mal konnten Wähler zwei Kreuzchen machen. - Foto: Marijan Murat/dpa
    Zum ersten Mal konnten Wähler zwei Kreuzchen machen. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Die Grünen haben mit Spitzenkandidat Cem Özdemir eine Aufholjagd hingelegt. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Die Grünen haben mit Spitzenkandidat Cem Özdemir eine Aufholjagd hingelegt. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
    Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zog Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden seiner Partei. - Foto: Christoph Schmidt/dpa
    SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zog Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden seiner Partei. - Foto: Christoph Schmidt/dpa
  • Grünen-Kandidat Özdemir bot noch am Wahlabend der CDU eine erneute Zusammenarbeit an.  - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Grünen-Kandidat Özdemir bot noch am Wahlabend der CDU eine erneute Zusammenarbeit an. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
    Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel lag in den Umfragen monatelang vorn. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zog Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden seiner Partei. - Foto: Christoph Schmidt/dpa
    SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zog Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden seiner Partei. - Foto: Christoph Schmidt/dpa
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Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU ein enges Rennen um Platz eins. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp vor der CDU von Landeschef Manuel Hagel.

Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und landet auf Platz drei. Die SPD stürzt auf ein historisches Tief bei Landtagswahlen bundesweit – Spitzenkandidat Andreas Stoch zog die Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. FDP und Linke scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Den Hochrechnungen zufolge kommen die Grünen auf 31,6 bis 31,8 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU liegt mit 29,6 bis 30,2 Prozent knapp dahinter (24,1). Die AfD erhält 17,7 bis 18,1 Prozent (9,7). Mit großem Abstand folgt die SPD mit 5,4 bis 5,5 Prozent (11,0). Die FDP kommt auf 4,4 Prozent (10,5), die Linke ebenfalls auf 4,4 Prozent (3,6).

Die Grünen erhalten laut Hochrechnungen 44 bis 58 Sitze im Landtag (2021: 58), die CDU 43 bis 54 (42). Die AfD kommt auf 25 bis 32 Mandate (17), die SPD auf 8 bis 10 (19).

Özdemir bietet CDU Zusammenarbeit an

Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen trat nach 15 Jahren nicht mehr an. Der 77-Jährige, bundesweit der erste und einzige Regierungschef der Grünen, verabschiedet sich in den Ruhestand. Seit 2016 regierte er mit der CDU, davor mit der SPD. Es gilt als wahrscheinlich, dass CDU und Grüne erneut zusammen regieren.

Özdemir rief die Christdemokraten noch am Wahlabend zu einer erneuten Zusammenarbeit auf und bot ihnen eine «Partnerschaft auf Augenhöhe» an. «Der Maßstab sollten die letzten zehn Jahre sein und die Erfolge, die wir eingefahren haben.» Grünen-Bundeschef Felix Banaszak nannte das starke Grünen-Ergebnis auch eine Ansage an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und dessen politische «Orientierungslosigkeit». Co-Vorsitzende Franziska Brantner sprach von einem «sensationellen Ergebnis». 

Erfolgreiche Aufholjagd der Grünen

Über Monate lag die CDU in Umfragen deutlich vor den Grünen, die aber eine Aufholjagd hinlegten. Als Partei präferierten viele zwar die CDU, aber als Ministerpräsidenten wollten die Menschen lieber Özdemir – und weniger den bis zuletzt kaum bekannten CDU-Mann Hagel.

Der 60-jährige Grünen-Kandidat Özdemir ist seit Jahrzehnten in der Politik – er saß im Bundestag und im Europaparlament, war Grünen-Chef und auch Bundesminister. Im Wahlkampf ging Özdemir, der sich einen «anatolischen Schwaben» nennt, auf Abstand zu den Bundes-Grünen und gab sich ein eher konservatives Profil.

Hagel schwärmte von «rehbraunen Augen» einer Schülerin

Der 37-jährige gelernte Bankkaufmann Hagel ist seit 2021 CDU-Fraktionschef im Landtag und wäre, sollte seine Partei vorn liegen, der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte. Im Wahlkampf stand der gläubige Katholik und Jäger in der Kritik wegen eines Videos: In dem acht Jahre alten Clip schwärmt er von den «rehbraunen Augen» einer minderjährigen Schülerin.

Auch SPD-Spitzenkandidat Stoch trat in einen «Fettnapf», wie er selbst sagte: In einem SWR-Porträt ist zu sehen, dass er ausgerechnet nach einem Besuch in einem Laden der Tafel seinem Fahrer offenbar aufträgt, im benachbarten Frankreich Pastete einzukaufen. Auch wenn es zu dem Einkauf nie kam, drückte Stoch sein Bedauern aus.

Das historisch schlechte SPD-Ergebnis im Südwesten schockt auch die Bundes-SPD, wo Parteichef Lars Klingbeil mit den Koalitionspartnern CDU und CSU wichtige Reformen im Renten- und Gesundheitssystem vor der Brust hat. 

Klingbeil zeigte sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden. «Das ist ein total bitterer Abend», sagte er im ZDF. Es sei nur noch um die Frage gegangen: Cem Özdemir oder Manuel Hagel? Das habe am Ende auch die SPD Stimmen gekostet.

AfD: Auch in Baden-Württemberg eine Volkspartei

Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier wird vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet; keine der übrigen Parteien will mit der AfD koalieren. AfD-Bundeschef Tino Chrupalla sagte im ZDF, seine Partei sei der Gewinner des Abends. «Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg eine Volkspartei.»

Die im Südwesten tief verwurzelte FDP zog mit Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke ins Rennen. Er sprach im Wahlkampf von der «Mutter aller Wahlen» für seine Partei. Dass sie nun in Baden-Württemberg nicht mehr im Landtag sitzen, dürften auch ein Comeback im Bund erschweren.

Die Linke trat mit drei jungen Frauen als Spitzen-Trio an und setzte damit einen Kontrapunkt zu den übrigen Parteien. Ins Zentrum rückten sie die hohen Mieten und die Kluft zwischen Arm und Reich. 

Erstmals durften 16- und 17-Jährige abstimmen

Die Wahlbeteiligung liegt den Hochrechnungen nach bei 70,2 bis 71,5 Prozent (2021: 63,8). Gut 7,7 Millionen Wahlberechtigte durften ihre Stimme abgeben – so viele wie nie zuvor.

Erstmals galt ein neues Wahlrecht, auch 16- und 17-Jährige durften abstimmen. Zudem hatten Bürger zum ersten Mal zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl. Die Zweitstimme entscheidet über die Kräfteverhältnisse im Landtag, die Erststimme über den Direktkandidaten im Wahlkreis.

Auftakt für das «Superwahljahr 2026»

Die Wahl ist die erste von fünf Landtagswahlen im «Superwahljahr 2026» und die erste unter der schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU). CDU und SPD debattieren über wichtige Reformen. Die Wahlergebnisse sind daher wichtig für die Stimmung.

Die nächste Wahl steht am 22. März in Rheinland-Pfalz an. Dort droht der seit 34 Jahren regierenden SPD der Verlust des Ministerpräsidentenpostens. Im September wählen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – hier kommt die AfD in Umfragen an die 40 Prozent.

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