Schalke 04, Union Berlin

Gosens trifft gegen Ex-Club: Schalke feiert ersten Bundesliga-Sieg seit 2023 bei Union Berlin

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 22:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Aufsteiger Schalke 04 gewinnt bei Union Berlin mit 3:1 und feiert dank Robin Gosens den ersten Bundesliga-Sieg seit Mai 2023. Für die Gelsenkirchener ist es ein emotional bedeutsamer Befreiungsschlag, während Union weiter nach Stabilität sucht.

  • Trifft beim Ex-Club: Schalke-Profi Robin Gosens.  - Bild: Julius Frick/dpa
    Trifft beim Ex-Club: Schalke-Profi Robin Gosens. - Bild: Julius Frick/dpa
  • Frust bei Josip Juranovic: Union Berlin gewinnt auch am dritten Spieltag nicht. - Bild: Julius Frick/dpa
    Frust bei Josip Juranovic: Union Berlin gewinnt auch am dritten Spieltag nicht. - Bild: Julius Frick/dpa
  • Will bei Union aggressiveren Tempofußball etablieren: Trainer Mauro Lustrinelli.  - Bild: Julius Frick/dpa
    Will bei Union aggressiveren Tempofußball etablieren: Trainer Mauro Lustrinelli. - Bild: Julius Frick/dpa
  • Bejubelte Schalkes ersten Saisonsieg in der Bundesliga: Trainer Miron Muslic. - Bild: Julius Frick/dpa
    Bejubelte Schalkes ersten Saisonsieg in der Bundesliga: Trainer Miron Muslic. - Bild: Julius Frick/dpa
Trifft beim Ex-Club: Schalke-Profi Robin Gosens.  - Bild: Julius Frick/dpa Frust bei Josip Juranovic: Union Berlin gewinnt auch am dritten Spieltag nicht. - Bild: Julius Frick/dpa Will bei Union aggressiveren Tempofußball etablieren: Trainer Mauro Lustrinelli.  - Bild: Julius Frick/dpa Bejubelte Schalkes ersten Saisonsieg in der Bundesliga: Trainer Miron Muslic. - Bild: Julius Frick/dpa

Schalke 04 hat bei Union Berlin mit 3:1 gewonnen und damit den ersten Bundesliga-Sieg seit Mai 2023 gefeiert.

Gosens beendet Schalker Durststrecke

Der Aufsteiger aus Gelsenkirchen setzte sich eine Woche nach dem Remis gegen den FC Bayern in Köpenick verdient durch. 1.203 Tage nach dem letzten Schalker Bundesliga-Tor traf Robin Gosens in der 25. Minute und beendete damit die lange Flaute der Königsblauen. Der 24-malige Nationalspieler hatte seine ersten 31 Bundesliga-Partien im Trikot der Berliner bestritten und war in der Saison 2023/24 mit sechs Toren und drei Vorlagen Top-Scorer der Eisernen.

Direkt nach der Pause erhöhte Adil Aouchiche auf 2:0. Unions Torhüter Frederik Rönnow verhinderte zuvor eine noch deutlichere Pausenführung der Gäste. Die Mannschaft von Miron Muslic steht nach dem Erfolg nun bei vier Punkten, während Union und Trainer Mauro Lustrinelli weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

Personalentscheidungen vor dem Flutlichtspiel

Schalkes Trainer Muslic musste kurzfristig umbauen: Stürmer Moussa Sylla fehlte nach der Geburt seines Kindes, Kapitän Kenan Karaman kehrte nach auskurierter Hüftverletzung in die Startelf zurück. Muslic begründete seine Wahl damit, Karaman sei für die Mannschaft unantastbar und unersetzbar. Bei Union stand Woo-Yeong Jeong erstmals in dieser Saison in der Anfangsformation.

Mit seiner Ankündigung, das Flutlichtspiel werde kein "Beauty-Contest", sollte Muslic Recht behalten. Klare Chancen blieben zunächst aus, doch Schalke setzte mit Distanzschüssen von Karaman und Aouchiche frühe Ausrufezeichen. Union hatte dagegen Mühe, sich überhaupt geordnet aus der eigenen Hälfte zu lösen.

Union-Defensive unter Druck

Gosens' Volleytreffer war Ausdruck der Schalker Überlegenheit in der ersten Hälfte. Vom einstigen Defensiv-Prunkstück der Berliner ist derzeit wenig zu sehen: In drei Partien kassierte Union bereits zehn Gegentore. Erst nach dem zweiten Schalker Treffer kam der Gastgeber besser in die Partie und erspielte sich nach rund 54 Minuten die erste Großchance, während Schalke-Keeper Loris Karius bis dahin kaum eingreifen musste.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte zunächst der Video-Assistent eingegriffen: Der Treffer von Aouchiche wurde nach VAR-Überprüfung gegeben, nachdem das Schiedsrichterteam zunächst auf Abseits entschieden hatte. Die Hausherren steigerten sich anschließend und setzten die Gäste stärker unter Druck.

Schiedsrichter verletzt – Union verpasst die Wende

In einer Union-Druckphase wurde die Begegnung für fast zehn Minuten unterbrochen. Schiedsrichter Timo Gerach verletzte sich und konnte nicht weitermachen; der vierte Offizielle Jarno Wienefeld übernahm die Leitung und lief zunächst Richtung Schalke-Tor, wo sich das Spielgeschehen nun überwiegend abspielte.

Union drängte auf den Anschluss, doch Tom Rothe vergab in der 75. Minute eine gute Gelegenheit. Kurz darauf traf Janik Haberer nur den Pfosten und verpasste den erneuten Stimmungsumschwung im Stadion. Am ersten Spieltag hatten die Berliner gegen Frankfurt noch einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt.

Später Anschluss, Entscheidung in der Nachspielzeit

Wie schon zum Saisonauftakt kam Union auch diesmal spät zu einem Torerfolg: Tim Skarke, der früher selbst für Schalke auflief, verkürzte in der 90.+6 Minute zum 1:2. In der langen Nachspielzeit sorgte jedoch der eingewechselte Maximilian Wöber mit seinem Treffer in der 90.+13 Minute für die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste.

Schalke nimmt nach dem Erfolg in Köpenick Rückenwind mit in die kommenden Aufgaben, während Union nach dem missglückten Start und der wackligen Defensive Antworten finden muss.

Schalke meldet sich im Oberhaus zurück

Der Auswärtssieg in Köpenick markiert für Schalke 04 einen wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zu einer festen Rolle in der Bundesliga. Nach dem Remis gegen Bayern und nun vier Punkten aus drei Partien kann der Aufsteiger sportlich Selbstvertrauen gewinnen und zeigt, dass die Mannschaft von Miron Muslic mit Tempo, Kompaktheit und Effizienz konkurrenzfähig ist. Der lange Zeitraum ohne Bundesliga-Tor und Sieg unterstreicht, wie tief der Einschnitt nach dem Abstieg war und welche emotionale Bedeutung dieser Erfolg für Verein und Umfeld hat.

Gleichzeitig verweist das Spiel auf die veränderte Kräftebalance im deutschen Oberhaus: Union Berlin, zuletzt als defensivstarker Europapokalteilnehmer etabliert, sucht nach einem personellen Umbruch und neuem Trainer weiter nach Struktur. Zehn Gegentore in drei Spielen deuten auf taktische und individuelle Abstimmungsprobleme hin, die in einer eng getakteten Saison schnell zu Druck auf Trainerteam und Mannschaft führen können. Für Schalke ist der Sieg daher doppelt wertvoll: Er bringt Punkte im Kampf um den Klassenverbleib und vergrößert den Abstand zu einem möglichen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller.

Emotionale Komponente und personelle Signale

Die Konstellation, dass ausgerechnet Ex-Union-Profi Robin Gosens den Bann für Schalke bricht, verleiht der Partie zusätzliche Brisanz. Solche Personalien können die Stimmungslage in beiden Fanlagern nachhaltig prägen: auf Schalker Seite als Symbol eines gelungenen Transfers, bei Union als Erinnerung an eine vergangene Stabilität. Die Rückkehr von Kapitän Kenan Karaman sowie der kurzfristige Ausfall von Moussa Sylla zeigen, wie stark individuelle Verfügbarkeit und Führungsspieler das Spiel eines Aufsteigers beeinflussen. Für Schalke dürfte der Abend in Köpenick als Signal gewertet werden, dass die Mannschaft auch unter widrigen Umständen strukturiert und zielstrebig auftreten kann.

Union unter Beobachtung, Schalke mit Rückenwind

Die Berliner stehen nach dem erneuten Rückschlag vor der Aufgabe, ihre Defensive zu stabilisieren und das neue Spielkonzept von Trainer Mauro Lustrinelli unter Ergebnisdruck weiterzuentwickeln. Früh in der Saison wächst damit die Aufmerksamkeit auf taktische Anpassungen und mögliche personelle Konsequenzen. Schalke startet dagegen mit Rückenwind in die nächsten Wochen: Der erste Bundesliga-Sieg seit 2023 und die Art des Auftritts in Köpenick können intern als Referenzleistung dienen, an der sich Trainingsarbeit und weitere Spiele orientieren. Für die Fans beider Clubs wird das Duell als frühes Signalspiel in Erinnerung bleiben, das Erwartungen und Sorgen für den weiteren Saisonverlauf prägt.

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