Gelegenheitsticket: Länder planen bundesweites Angebot für seltene Fahrer
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSchongau berät über neuen Nahverkehrstarif
- Die Verkehrsminister der Länder beginnen am Mittwoch ihre Tagung im bayerischen Schongau.
- Die Beschlussvorlage sieht deutschlandweite räumliche Geltung analog zum Deutschlandticket vor.
- Detlef Neuß regt einen bundesweit gültigen Tagesfahrschein sowie die Einbeziehung von Gruppen und Familien an.
Verkehrsminister planen Ticket für Gelegenheitsfahrer
Die Verkehrsminister der Länder wollen ein bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr schaffen. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den Vorstoß und fordert günstigere Tarife auch für Menschen, die Bus und Bahn nur selten nutzen.
Pro Bahn schlägt Tagesfahrschein vor
„Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können“, sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der „Rheinischen Post“.
Neuß regte einen Fahrschein an, der einen ganzen Tag lang in ganz Deutschland gilt. Außerdem sollten nach seiner Vorstellung Gruppen und Familien einbezogen werden, damit der Umstieg vom Auto auch für gemeinsame Fahrten attraktiver wird.
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Beschlussvorlage nennt Deutschlandticket als Vorbild
Die Verkehrsminister wollen bei ihrer am Mittwoch beginnenden Tagung im bayerischen Schongau über das Angebot beraten. In einer Beschlussvorlage ist ein Ticket „für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket“ vorgesehen.
Neuß begründete den Vorstoß auch mit den Kosten des Autofahrens. Günstigere Bus- und Bahnangebote könnten nach seiner Einschätzung Menschen zum Umstieg bewegen, die den Nahverkehr bislang wegen ihrer seltenen Nutzung nicht regelmäßig buchen.
Konkrete Ausgestaltung bleibt offen
Die Vorlage beschreibt den bundesweiten Geltungsbereich, nennt aber noch keine konkreten Preise oder Starttermine. Auch die Frage, ob das Angebot als Tages-, Mehrfahrten- oder anderes zeitlich begrenztes Ticket ausgestaltet wird, ist noch offen.
Für die Verkehrsunternehmen und die Länder stellt sich zudem die Frage der Finanzierung und der Einnahmeverteilung. Der weitere Verlauf hängt deshalb von den Beratungen und einem möglichen Beschluss der Verkehrsminister ab.
ítulosDas geplante bundesweite Angebot zielt auf eine Lücke im bestehenden Tarifsystem: Das Deutschlandticket richtet sich vor allem an Menschen, die Busse und Bahnen regelmäßig nutzen. Für Personen mit wenigen Fahrten kann ein monatliches Abonnement dagegen wirtschaftlich unattraktiv sein, obwohl einzelne bundesweite Reisen mit dem Nahverkehr grundsätzlich möglich wären.
Die Verkehrsminister wollen diese Gruppe mit einem einfach nutzbaren Tarif besser erreichen. Ein Angebot mit deutschlandweiter Geltung könnte insbesondere bei Tagesreisen, Familienbesuchen oder gelegentlichen Ausflügen eine Alternative zum Auto schaffen. Entscheidend wären neben dem Preis die Gültigkeitsdauer, die Nutzung in welchen Verkehrsmitteln und die Einbindung von Gruppen oder Familien.
Tariffrage entscheidet über Wirkung
Für die Verkehrswende hätte ein Gelegenheitsticket nur dann eine größere Bedeutung, wenn es spürbar günstiger als vergleichbare Einzel- oder Verbundtickets ist und ohne komplizierte regionale Regeln auskommt. Zugleich müssten Bund, Länder und Verkehrsunternehmen die Finanzierung und Einnahmeaufteilung klären. Das Deutschlandticket hat gezeigt, dass bundesweit verständliche Angebote Nachfrage bündeln können, aber auch dauerhaft erhebliche Finanzierungsfragen aufwerfen.
Die Beratung der Verkehrsminister in Schongau bildet den nächsten politischen Schritt. Eine Beschlussvorlage nennt ein Angebot für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket; konkrete Preise, Starttermine und Tarifbedingungen stehen damit noch nicht fest. Für Fahrgäste bleibt daher vor allem die spätere Ausgestaltung entscheidend.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Gelegenheitsfahrer könnten eigenes Deutschlandticket bekommen“ (20.10.2026)
Der Beitrag berichtet ebenfalls über das geplante bundesweite Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer. Im Mittelpunkt steht die mögliche Übertragung des Deutschlandticket-Prinzips auf eine Gruppe, für die ein monatliches Abonnement bislang weniger attraktiv ist.
Deutschlandfunk: „Verkehrsminister - Bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrer geplant“ (20.10.2026)
Der Deutschlandfunk hebt die geplante preiswerte und unkomplizierte Nutzung des ÖPNV für Gelegenheitsfahrer hervor. Ergänzend wird die politische Forderung betont, diese Fahrgäste ebenso fair zu erreichen wie regelmäßige Nutzer des Deutschlandtickets.
Beide Beiträge bestätigen den politischen Vorstoß. Offen bleiben insbesondere Preis, Geltungsdauer, Finanzierung und der konkrete Zeitplan.
