Friedrich Merz, Rüthen

Friedrich Merz besucht alte Schule in Rüthen und erinnert an ukrainische Kinder

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 13:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Besuch seines früheren Gymnasiums in Rüthen an das Leid ukrainischer Kinder erinnert. 51 Jahre nach seinem Abitur appellierte er an die Schülerinnen und Schüler, Frieden, Freiheit und Demokratie wertzuschätzen.

  • Vor 51 Jahren machte Friedrich Merz in Rüthen sein Abitur, nun ist er als Bundeskanzler zu Gast.  - Bild: Bernd Thissen/dpa
    Vor 51 Jahren machte Friedrich Merz in Rüthen sein Abitur, nun ist er als Bundeskanzler zu Gast. - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • Auf dem Schulhof schüttelte er viele Hände und nahm sich Zeit für kurze Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern.  - Bild: Bernd Thissen/dpa
    Auf dem Schulhof schüttelte er viele Hände und nahm sich Zeit für kurze Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern. - Bild: Bernd Thissen/dpa
Vor 51 Jahren machte Friedrich Merz in Rüthen sein Abitur, nun ist er als Bundeskanzler zu Gast.  - Bild: Bernd Thissen/dpa Auf dem Schulhof schüttelte er viele Hände und nahm sich Zeit für kurze Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern.  - Bild: Bernd Thissen/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Besuch seines früheren Gymnasiums in Rüthen an das Leid ukrainischer Kinder erinnert und an die Schülerinnen und Schüler appelliert, Frieden, Freiheit und Demokratie wertzuschätzen.

Empfang auf dem Schulhof

Hunderte Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums bildeten auf dem Schulhof ein Spalier und empfingen den Kanzler mit Applaus. Merz schüttelte viele Hände, nahm sich Zeit für kurze Gespräche und sagte, Millionen Kinder in der Ukraine wollten ebenso wie die Jugendlichen in Deutschland in Frieden und Freiheit leben.

Rückkehr aus Kiew

Merz war erst kurz zuvor von einem 14-stündigen Kurzbesuch in Kiew zurückgekehrt. In der Nacht fuhr er mit einem Sonderzug nach Polen, flog am frühen Morgen mit einem Militärflugzeug nach Berlin und reiste anschließend mit einer kleineren Maschine weiter ins Sauerland.

Bei einer kurzen Begrüßungsrede sagte Merz, die fröhlichen Gesichter der jungen Menschen bestärkten ihn in seinem Engagement für Deutschland. Er sei relativ spät in das Amt des Bundeskanzlers gekommen und mache seine Arbeit, um etwas für die junge Generation zu tun.

Appell an die Jugendlichen

Es sei seine wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die junge Generation eine Chance auf ein Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand habe. Die Schulzeit müsse als Vorbereitung auf das Leben verstanden werden, sagte Merz.

Abitur vor 51 Jahren

Merz hatte 1975 am Friedrich-Spee-Gymnasium sein Abitur gemacht. Vier Jahre zuvor war er wegen Schul- und Disziplinproblemen vom Gymnasium in seiner Heimatstadt Brilon nach Rüthen gewechselt.

Den Jugendlichen gab er einen persönlichen Rat mit: Sie sollten ihre Schulzeit genießen, etwas für ihr Leben tun, ordentlich lernen und ein besseres Abitur machen als er.

Schulbesuch mit politischer Botschaft

Der Besuch in Rüthen verbindet persönliche Biografie mit einem außenpolitischen Thema. Merz kommt unmittelbar nach seiner Reise nach Kiew an die Schule zurück, an der er 1975 sein Abitur abgelegt hat. Seine Hinweise auf ukrainische Kinder stellen den Alltag deutscher Schülerinnen und Schüler dem Leben junger Menschen in einem vom Krieg geprägten Land gegenüber.

Für den Kanzler ist Bildung dabei nicht nur ein persönliches Erinnerungsfeld, sondern auch ein politisches Anliegen. Schulen stehen für demokratische Teilhabe, gesellschaftliche Aufstiegschancen und die Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben. Merz’ Appell, Frieden, Freiheit und Wohlstand wertzuschätzen, ordnet den Schulbesuch in den Zusammenhang der deutschen Unterstützung für die Ukraine ein.

Biografie als Teil der Ansprache

Die eigene Schulgeschichte verleiht dem Auftritt eine zusätzliche Ebene. Merz wechselte nach Schul- und Disziplinproblemen von Brilon nach Rüthen und schloss dort seine Schulzeit ab. Mit seinem Hinweis auf das eigene Abitur stellte er keinen geradlinigen Bildungsweg heraus, sondern ermutigte die Jugendlichen, ihre Schulzeit als Grundlage für das weitere Leben zu nutzen.

Für die Schülerinnen und Schüler dürfte der Besuch vor allem wegen seiner unmittelbaren Nähe ungewöhnlich sein: Der Bundeskanzler sprach nicht bei einem formellen Staatstermin, sondern auf dem Schulhof seiner früheren Schule. Zugleich zeigt der Auftritt, wie politische Kommunikation persönliche Erfahrungen nutzt, um abstrakte Themen wie Demokratie, Frieden und internationale Verantwortung verständlich zu machen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Merz kehrt an seine alte Schule zurück: Seine Abiturnote bleibt ein gut gehütetes Geheimnis“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige den Besuch am Friedrich-Spee-Gymnasium und ordne ihn stärker über den persönlichen Bildungsweg des Kanzlers ein. Er hebe hervor, Merz’ Schulzeit sei von Schwierigkeiten und einem Schulwechsel geprägt gewesen, während die aktuelle Ansprache vor allem Frieden, Freiheit und die Lage ukrainischer Kinder betont habe.

Der Artikel stelle zudem den bildungspolitischen Bezug heraus und verweise auf Merz’ Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Anders als die aktuelle Meldung richte sich der Schwerpunkt damit weniger auf den Empfang auf dem Schulhof als auf die Frage, wie persönliche Bildungserfahrungen zu einem politischen Anliegen geworden seien.

Der Bericht bündele somit den gemeinsamen Kern des Schulbesuchs, setze aber einen biografischen Schwerpunkt; offen bleibe insbesondere, welche weiteren Inhalte in den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern zur Sprache gekommen seien.

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