Fußball-Bundesliga, Borussia Mönchengladbach

Freiburg überrollt Gladbach 5:0 – Tabellenführung, Druck auf Polanski wächst

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der SC Freiburg stürmt mit einem 5:0 gegen Borussia Mönchengladbach an die Spitze der Bundesliga, während sich die Krise beim Traditionsclub weiter zuspitzt. Auch Dortmund, Frankfurt und weitere Teams setzen am dritten Spieltag deutliche Zeichen.

  • Der BVB eilt von Sieg zu Sieg. - Bild: Bernd Thissen/dpa
    Der BVB eilt von Sieg zu Sieg. - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • Steht unter Druck: Gladbach-Coach Eugen Polanski - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
    Steht unter Druck: Gladbach-Coach Eugen Polanski - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Drehte an alter Wirkungsstätte groß auf: Jonathan Burkardt - Bild: Torsten Silz/dpa
    Drehte an alter Wirkungsstätte groß auf: Jonathan Burkardt - Bild: Torsten Silz/dpa
  • Der 1. FC Köln und Werder Bremen trennten sich 1:1-Unentschieden. - Bild: Thomas Frey/dpa
    Der 1. FC Köln und Werder Bremen trennten sich 1:1-Unentschieden. - Bild: Thomas Frey/dpa
Der BVB eilt von Sieg zu Sieg. - Bild: Bernd Thissen/dpa Steht unter Druck: Gladbach-Coach Eugen Polanski - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa Drehte an alter Wirkungsstätte groß auf: Jonathan Burkardt - Bild: Torsten Silz/dpa Der 1. FC Köln und Werder Bremen trennten sich 1:1-Unentschieden. - Bild: Thomas Frey/dpa

Der SC Freiburg hat mit einem 5:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen und zugleich die Krise beim Traditionsverein verschärft.

Freiburg stürmt an die Spitze – Gladbach ohne Punkte

Der Europa-League-Finalist aus Freiburg setzte seine Erfolgsserie fort und siegte am dritten Spieltag souverän gegen Gladbach. Yannik Engelhardt und Igor Matanovic trafen jeweils doppelt, Maximilian Eggestein steuerte den fünften Treffer kurz vor Schluss bei. Gladbach-Kapitän Tim Kleindienst sah nach zuvor öffentlicher Kritik an den eigenen Mitspielern Gelb-Rot, die Borussia wartet weiter auf den ersten Punktgewinn.

BVB bleibt makellos, Bayern unter Zugzwang

Vizemeister Borussia Dortmund bleibt Freiburg mit einer um drei Tore schlechteren Tordifferenz auf den Fersen. Der BVB bezwang Aufsteiger SC Paderborn mit 3:0, Fabio Silva eröffnete das Spiel, Felix Nmecha erhöhte spät mit einem Doppelpack. Zudem feierte Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck nach seiner Sprunggelenksverletzung aus dem WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste sein Comeback. Da sowohl Freiburg als auch Dortmund bislang alle Pflichtspiele in Liga, Pokal und Europacup gewonnen haben, steht Titelverteidiger FC Bayern vor seinem Auswärtsspiel bei Aufsteiger SV Elversberg unter besonderem Druck, nachdem die Münchner zuletzt beim 0:0 auf Schalke Punkte liegen ließen.

Füllkrug rettet Bremen einen Punkt in Köln

Im Abendspiel erzielte Niclas Füllkrug für Werder Bremen seinen zweiten Saisontreffer und sicherte seinem Team beim 1:1 in Köln einen Zähler. Die Gastgeber waren durch Linton Maina früh in Führung gegangen, zuvor hatte Thijs Dallinga einen Handelfmeter vergeben. Beide Clubs stehen mit jeweils vier Punkten im Tabellenmittelfeld.

Augsburg stolpert, Stuttgart verliert erneut

Der bisherige Spitzenreiter FC Augsburg kam gegen Bayer Leverkusen nicht über ein 2:2 hinaus. Michael Gregoritsch drehte die Partie nach der Pause mit einem Doppelpack, nachdem Christian Kofane Leverkusen in Führung gebracht hatte, doch Patrik Schick glich kurz vor Schluss aus. Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart kassierte seine zweite Saisonniederlage beim 1:2 in Hoffenheim, wo Adam Hlozek doppelt traf und Maximilian Mittelstädt zwischenzeitlich ausglich.

Frankfurt jubelt im Derby – Atubolu baut Rekord aus

Eintracht Frankfurt feierte beim 3:1-Auswärtssieg in Mainz einen gelungenen Derbyabend. Rückkehrer Jonathan Burkardt bereitete den frühen Treffer von Can Uzun vor und erzielte das zweite Tor selbst, ehe Uzun im zweiten Durchgang nachlegte. Torhüter Noah Atubolu parierte einen Strafstoß von Nadiem Amiri und entschied damit zum sechsten Mal in Serie ein Elfmeterduell für sich, womit er seinen Bundesliga-Rekord ausbaute. Der Mainzer Treffer von Philip Tietz in der Schlussphase kam zu spät.

Krisenstart in Gladbach und Höhenflug in Freiburg

Der klare Sieg des SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach verstärkt zwei gegenläufige Trends in der Bundesliga: Freiburg bestätigt nach dem Finaleinzug in der Europa League seinen Status als stabiler Spitzenclub, während Gladbach nach drei Niederlagen zum Saisonbeginn ohne Punkt bleibt. Die Partie fügt sich ein in eine Woche, in der beim Traditionsverein vor allem die öffentliche Kritik von Kapitän Tim Kleindienst an der eigenen Mannschaft diskutiert worden ist. In der Vorbereitung auf den Auftritt in Freiburg hatten Vereinsverantwortliche diese Aussagen bereits eingeordnet und zugleich den Führungsanspruch des Angreifers betont.

Druck auf Trainer Polanski wächst

Mit dem 0:5 in Freiburg verschärft sich die Lage für Trainer Eugen Polanski deutlich. Gladbach war bereits vor der Reise in den Breisgau auf dem 17. Tabellenplatz geführt worden, nachdem das Team in Leipzig und gegen Aufsteiger Elversberg jeweils verloren hatte. Sportchef Rouven Schröder hatte Kleindienst zwar öffentlich den Rücken gestärkt, aber auch betont, der Kapitän habe einige Formulierungen in seinen Interviews inzwischen als überzogen eingeordnet. Vor diesem Hintergrund wirkt die Gelb-Rote Karte gegen Kleindienst in Freiburg doppelt schwer, weil der offensiv wichtigste Spieler seinem Team in einer kritischen Phase nicht mehr zur Verfügung stand.

Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf

Für die Liga bedeutet der Spieltag, dass sich eine neue Spitzengruppe um Freiburg, Dortmund und Bayern abzeichnet, während Gladbach frühzeitig gegen den Abstieg ankämpfen muss. Die Diskussionen um Führungsfiguren und interne Kommunikation in Mönchengladbach könnten den kommenden Wochen zusätzliche Brisanz verleihen, zumal Trainerentscheidungen in vergleichbaren Situationen erfahrungsgemäß schnell zur Debatte stehen. Zugleich zeigt der souveräne Auftritt Freiburgs, dass der Europa-League-Finalist die Doppelbelastung bislang gut kanalisiert und seinen Kader mit Toren aus dem Mittelfeld sowie von Sturmneuzugängen breit aufgestellt hat. Für andere Clubs im Tabellenmittelfeld, darunter Köln, Bremen, Augsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Stuttgart, Mainz und Frankfurt, markiert der Spieltag eine frühe Standortbestimmung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

web.de: „"Weniger TikTok gucken": Gladbach reagiert auf Kleindienst-Kritik“ (10.09.2026)

Der Bericht stelle dar, Kleindienst habe nach der Heimniederlage gegen Elversberg seine Mitspieler öffentlich zu mehr Konzentration aufgefordert und dabei soziale Medien als Ablenkung kritisiert. Der Artikel hebe hervor, Sportchef Rouven Schröder habe den Kapitän grundsätzlich gestützt, zugleich aber erklärt, dieser sehe einige Aussagen im Rückblick als überzogen. Im Vergleich zur Spielberichterstattung rücke der Beitrag die Vorgeschichte der internen Spannung in den Vordergrund, die sich nun im erneuten Rückschlag in Freiburg fortsetze.

n-tv.de: „Gladbach pfeift Tim Kleindienst nach Wut-Aussagen zurück“ (10.09.2026)

Der Artikel schildere, Schröder habe Kleindienst als „Mann der deutlichen Worte“ beschrieben und zugleich darauf verwiesen, die emotionalen Aussagen seien im Gespräch mit der sportlichen Leitung relativiert worden. Der Bericht betone, Gladbach stehe nach den Niederlagen gegen Leipzig und Elversberg am Tabellenende und fahre als Krisenteam zum Auswärtsspiel nach Freiburg. Damit bestätige der Beitrag die sportliche Schieflage, setze aber stärker den Umgang des Vereins mit öffentlicher Kritik seines Kapitäns in den Mittelpunkt.

Medienübergreifend werde übereinstimmend dargestellt, dass Gladbach schon vor dem Auftritt in Freiburg sportlich unter Druck gestanden habe und die klaren Worte Kleindiensts ein zentrales Thema gewesen seien. Unterschiede ergäben sich vor allem im Schwerpunkt: Während ein Bericht die Tabellensituation und den Krisenstart betone, rücke der andere die Balance zwischen Führung durch den Kapitän und moderierender Rolle der Vereinsführung in den Vordergrund.

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